No Man's Sky Vorschau: Ein Spiel für alle, die als Kind Astronaut werden wollten

Special Katharina Pache
Paradies: Die Entwickler implementieren eine 90%-Regel bei der Planetengenerierung. Nur auf zehn Prozent der Gestirne leben Tiere. Ihre Entdeckung ist also etwas Besonderes. (PS4)
Quelle: Games Aktuell

Bei No Man's Sky handelt es sich um ein Action-Adventure für alle, die zu spät geboren wurden, um die Welt zu entdecken und zu früh, um die Galaxie zu erforschen. Ein extrem ambitioniertes Indie-Projekt mit vielversprechenden, komplexen, Gameplay-Elementen. Mehr dazu in unserer Vorschau.

Stellt euch mal eine Eins mit 30 Nullen dahinter vor. Ganz schön viel! In der Mathematik heißt diese Zahl Quintillion und in No Man's Sky werdet ihr mindestens 18 Quintillionen Planeten entdecken können, auf denen außerirdische Flora und Fauna gedeiht. Interstellar: Auch im Weltall soll es einiges zu entdecken geben, unter anderem die Flotten verschiedener Alien-Rassen. Nicht alle sind euch freundlich gesinnt. (PS4) Quelle: Games Aktuell Interstellar: Auch im Weltall soll es einiges zu entdecken geben, unter anderem die Flotten verschiedener Alien-Rassen. Nicht alle sind euch freundlich gesinnt. (PS4)

The Final Frontier

Die Himmelskörper werden nicht per Hand von den Entwicklern erstellt - dann wäre das Team von Hello Games wahrscheinlich in einer Qintillion Jahre noch nicht fertig mit No Man's Sky. Vielmehr generiert das Spiel selbstständig Planeten sowie deren Bewohner, wenn es denn welche gibt. Wie genau so ein System funktioniert, lest ihr im Kasten rechts. Was tut man nun als Weltraumpionier? Man leistet Forscherarbeit.

Im Raumschiff düst man durch das Weltall und stattet Planeten einen Besuch ab; jegliche Informationen, die man über die Tier- und Pflanzenwelt, über die Rohstoffe und die Elemente des Gestirns sammelt, werden in einem intergalaktischen Kompendium gesammelt, dem sogenannten Atlas. Jeder Spieler kann darauf zugreifen und mithilfe der Koordinaten von anderen Forschern bereits entdeckten Planeten einen Besuch abstatten.

Informationen bedeuten Cash, der Atlas zahlt für jedes Detail über neu erschlossene Planeten. Das Geld investiert man in verbesserte Ausrüstung, zum Beispiel in ein leistungsfähigeres Multi-Tool. Das Gerät hilft beim Abbau von Rohstoffen, scannt die Umgebung und dient als Verteidigungswerkzeug gegen feindlich gesinnte Lebensformen. Auch das Raumschiff lässt sich aufrüsten, etwa mit einem größeren Treibstofftank, sodass auch entfernte Sonnensysteme bald zum Greifen (und Erkunden) nah sind.

Erforschen ist gut, Ausbeuten ist schlecht; wer dreisten Raubbau an den Ressourcen eines Gestirns betreibt, muss damit rechnen, mit den sogenannten Sentinels konfrontiert zu werden. Ähnlich wie in GTA steigt euer Fahndungslevel, wenn ihr unschuldige Tiere massakriert oder das Ökysystem stört, je nach Schwere eurer Vergehen greifen euch gefährliche oder eher harmlose Sentinel-Roboter an.

Was heißt eigentlich „prozedual generiert“?
Einfach ausgedrückt: Der Computer nimmt den Entwicklern die Arbeit ab und erschafft selbstständig ganze Level.
Auf Basis eines sogenannten Seeds erschafft der Computer per festgelegtem Algorithmus immer neue Datenkombinationen und -variationen. Im Falle von No Man’s Sky gehören dazu fast alle Elemente des Spiels, nicht nur die Planeten, sondern auch die Anatomie von Tieren und die Alien-Sprachen. Für verschiedene Zwecke arbeiten unterschiedlich angepasste Generierungsprozesse. Der Sonnensystem-Algorithmus basiert zum Beispiel auf der Handynummer eines Entwicklers.

Gestrandet im Weltraum

Auch abseits der Planetenoberflächen gibt es Dinge zu tun und Schauplätze zu entdecken. Im Weltall sind Handelsschiffe stationiert, auf denen man innerhalb einer freien Marktwirtschaft um Rohstoffe und andere Güter feilscht. Oder man knackt Asteroiden, um die seltenen Metalle im Inneren zu ernten. Denkbar ist auch, dass man in einen Konflikt und somit in eine Raumschlacht gerät. Entscheidet man sich für eine Seite, kann man in Zukunft vielleicht auf deren Unterstützung hoffen, wenn Not am Mann ist.

Von all diesen vollmundigen Versprechungen war bei unserem Spieltermin noch nicht so viel zu sehen, denn das Sonnensystem, in dem wir uns herumtrieben, wurde eigens für diese Zwecke programmiert und ist nicht mit dem Rest des Spiels verbunden. Wir sahen uns auf dem eiskalten Planeten Balari V um und stellten dabei fest, dass in No Man's Sky auch eine Portion Survival-Feeling steckt. Wegen der lebensfeindlichen Temperaturen müssen wir auf die Energieversorgung unseres Raumanzuges achten. Wenn die Heizung ausfällt, nehmen wir kontinuierlich Schaden. Da hilft nur die Rückkehr zum Raumschiff oder das Aufsuchen eines Unterschlupfs, den man sich zur Not mit Hilfe des Multi-Tools selbst graben kann.

Halt, Stopp: Sentinels greifen euch an, wenn ihr euch aufführt wie die Axt im Walde. Manchmal kommt man aber nicht drum herum, Rohstoffe abzubauen. (PS4) Quelle: Games Aktuell Halt, Stopp: Sentinels greifen euch an, wenn ihr euch aufführt wie die Axt im Walde. Manchmal kommt man aber nicht drum herum, Rohstoffe abzubauen. (PS4) Beim Besuch auf fremden Planeten sollte man immer mit dem Schlimmsten rechnen; vielleicht i

Pro und Contra:
+ Motivierender Forscherdrang
+ Komplexe Crafting-Mechanik
+ Spannende Survival-Elemente
+ Wahrlich gigantischer Umfang
+ Kein Online-Zwang
- Mit Handelssystem Qualität der generierten Inhalte nicht abzuschätzen

Fazit:
Extrem ambitioniertes Indie-Projekt mit vielversprechenden, komplexen Gameplay-Elementen.

st die Hitze dort unerträglich oder die Atmosphäre gar giftig. Eine Stunde hatten wir Zeit, als Astronaut ein exotisches Ökosystem zu begutachten. Das war durchaus faszinierend und auch technisch überzeugend. Wir erlebten weder auf der Planetenoberfläche noch an Bord des Raumschiffs Ruckler, Tearing, üppige Ladezeiten oder andere Probleme. Das mag an der vorgefertigten Spielumgebung liegen. Ob unsere Spielspaß-Wertung nun eine Neun mit einer Null dahinter wird oder eher eine Sieben mit einer Neun oder irgendwas dazwischen, wird der Test zeigen. Am 22. Juni erscheint das ambitionierte Indie-Game zum Preis von 60 Euro.

Zusatzinfo

Hello Games kennt man von Joe Danger. Die Vision des Studios war schon immer das Projekt No Man's Sky.

Entwickler: Hello Games | Hersteller: Hello Games (PC) / Sony (PS4)

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