Pokémon selbst steuern und gegeneinander kämpfen lassen - das haben wir uns schon immer gewünscht. In Pokémon Tekken ist das nun endlich möglich!
Dieses Spiel ist eigentlich 20 Jahre überfällig. Seitdem mit Pokémon Blau, Rot und Gelb die Originaltitel erschienen sind, wartet die Fangemeinde sehnsüchtig auf ein Spiel, bei dem man die Taschenmonster höchstpersönlich in dramatischen Kämpfen steuern darf. Nun ja, besser spät als nie! Aber hat sie die lange Wartezeit gelohnt?
Quelle: Games Aktuell
Ringelreigen: Wenn Machomei zupackt, dann wird es den Gegnern schnell schwindelig. Mit derlei Griff-Techniken kann man Konter vermeiden und selbst in die Offensive gehen. (Wii U)
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Kampf der Kolosse: Wenn Glurak und Gengar im Ring stehen, bebt die Erde. Die Lava-Landschaft bietet die würdige Kulisse für dieses epische Kräftemessen! (Wii U)
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Schluck und weg: Wenn Gengar sein Limit nutzt, dann sieht das nicht nur zum Fürchten aus, sondern kostet den Gegner massig Lebensenergie. Der Sieg ist so gut wie sicher! (Wii U)
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Vernichtend: Lohgock ist ein heißblütiger Gockel, der mit Feuerfäusten agiert. Wenn er sein Limit einsetzt, brennt der Bildschirm und der Gegner hat das Nachsehen. (Wii U)
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Düster: Eigentlich ist die Welt der Pokémon eine heitere, doch in Pokémon Tekken geht es oft düster zu. (Wii U)
Enttäuschende Kämpferriege
Der Einstieg ins Spiel ist schnell geschafft. Ihr wählt den Avatar für euren Pokémon-Trainer, der im weiteren Spielverlauf aber eigentlich keine größere Rolle spielt, und stürzt euch gleich in die ersten Kämpfe. Hier erlebt man auch gleich die erste Enttäuschung. Die Kämpferriege ist extrem überschaubar. Mit nur 16 Pokémon, die man aktiv steuern kann, ziehen Fans angesichts Hunderter bereits existierender Pokémon zurecht ein langes Gesicht.
Wir verstehen, dass man die Move-Sets der Monster aus Gameplay-Gründen individuell halten will und die Balance unter zu vielen Kämpfern vielleicht leidet, aber was hätte die Entwickler davon abgehalten, Pikachu auch einen Raichu-Skin zu verpassen, oder Mewtu mit einem Mew-Kostüm zu versehen? Stattdessen doppeln sich mit Mewtu und Schatten-Mewtu sowie Pikachu und Wrestler-Pikachu gleich zwei Standard-Pokémon, wenngleich die Ableger ziemlich cool sind. Warum also nicht mehr davon?
Ab ins Poké-Dojo
Bei der Zahl der Spielmodi liefert man solide Kost. Neben dem üblichen Einspielerkampf, einem Storymodus und 1 vs. 1 gegen menschliche Gegner, lokal und online, gibt es auch einen Trainingsmodus. Empfehlenswert sind die Tutorials gerade für Einsteiger, denn die Lernkurve ist hier etwas höher als beispielsweise in Super Smash Bros. Die Lerneinheiten sind recht flott abgearbeitet und vermitteln das taktische Grundwissen, um in schwierigeren Kämpfen und gegen menschliche Gegner (vor allem im Onlinemodus) bestehen zu können.
Wüstes Draufgekloppe ist Pokémon Tekken nämlich nicht geworden. Das ist wenig verwunderlich, denn immerhin wurde das Spiel tatsächlich von den Tekken-Schöpfern Bandai Namco entwickelt und das merkt man mehr als deutlich. Das Kampfsystem hat genau das: System. Drei Aktionsknöpfe lösen unterschiedliche Attacken wie Kicks und Schläge und Sprünge aus und auch Blocks sind möglich. Durch Kombinationen mit Richtungstasten, oder das Drücken zweier Tasten gleichzeitig, können Griffe, Würfe und Konter ausgeführt werden. Je nachdem welche Attacke ausgeführt wird, kann diese auch mit dem passenden Gegenstück gekontert werden.
So kann man Standardschlägen mit Kontern begegnen, Konter mit Griffen vermeiden und diese ihrerseits von Standardschlägen unterbunden werden. Als zusätzliche Komponente kommen dann noch die Helfer-Pokémon zum Tragen, die nicht selbst gesteuert werden können und euch in bestimmten Situationen (maximal einmal pro Runde) den Rücken stärken können und entweder die Werte eures Pokémon verstärken oder das gegnerische Monster schwächen.
Unter den Helfer-Pokémon finden sich natürlich ausschließlich alte Bekannte wieder, die jeweils in Zweierteams auftreten, die jedoch nicht verändert werden können. Die Macher haben dabei übrigens auf die Auswirkungen der Elementstärken verzichtet. Setzt ihr also ein Wasser-Pokémon gegen ein Glurak ein, dann wird es nicht mehr Schaden anrichten als bei einem Pikachu. Mit diesem Wissen geht es nun in die Kämpfe und hier wartet gleich der nächste interessante Kniff, den es zu meistern gilt.
Phasen-Dreschen
In der Arena angekommen, ist ein Wechselspiel angesagt. Während jeder Kampf in der sogenannten Feldphase startet, in der man sich frei im dreidimensionalen Raum der Arenen bewegen kann, wechselt die Perspektive bei kritischen Treffern in die klassische Seitenansicht, die man vom Großteil der Beat 'em Ups gewohnt ist. Hier findet die Duellphase statt, bei der man sich nur noch zweidimensional bewegen kann. Es ist schwieriger, Attacken auszuweichen und gerade den verheerenden Limit-Attacken, die eure Pokémon bei entsprechend gefüllter Leiste ausführen können, kann man in dieser Ansicht schwerer entrinnen.
Könner führen in der Duellphase Juggle-Kombos aus, befördern den Gegner also erst in die Luft und schicken noch ein paar Hiebe und Tritte hinterher, bevor er wieder auf dem Boden aufkommt. Abwehrchance während dieser Kombo für das Gegenüber: null! Gerade aus Tekken sind diese Kniffe wohlbekannt, der Name Pokémon Tekken ist also allein dadurch gerechtfertigt. Habt ihr einen harten Treffer gelandet, wechselt das Geschehen wieder in die Feldphase. Wer letztlich k. o. geht oder nach abgelaufener Zeit mehr Schaden erlitten hat verliert.
Das alles bringt gerade im Multiplayer großen Spaß und kampfspieltypisch werden sich die meisten Spieler wohl im lokalen oder Online-Mehrspielermodus aufhalten. Während in Ersterem die Action auf TV-Bildschirm und Gamepad aufgeteilt wird und die Framerate auf 30 Bilder pro Sekunde sinkt, bleibt sie im LAN-Modus mit zwei verknüpften Wii-U-Konsolen dem flüssigeren Einzelspielermodus ebenbürtig. Wie sich der Onlinemodus schlägt, muss sich hingegen noch herausstellen, denn in unserer Testphase waren die Server noch kaum belastet. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt nämlich noch nicht erhältlich.
Für Einzelspieler hält Pokémon Tekken mittelfristig genug Aufgaben bereit. Im Storymodus kämpft ihr euch durch Ligen und trefft dabei auf immer härtere Gegner und schließlich auf den jeweiligen Liga-Leiter, der euch, habt ihr ihn besiegt, den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse gewährt. Mysteriöse Gegenspieler treten auf und halten die eher unspektakuläre Story so am Köcheln. Für Kampfspiel-Standards ist die Geschichte jedoch absolut solide.
Entwickler: Bandai Namco | Hersteller: Nintendo | Sprache: Englisch (dt. Texte) | Altersfreigabe: Ab 12
Zusatzinfo
Pokémon Tekken macht bereits seit Juli 2015 die japanischen Spielhallen unsicher. Dort allerdings unter dem Namen Pokken Tournament. Grafisch sieht der Automat etwas besser aus, als die Wii-U-Fassung. Auch die Steuerung ist dank maßgeschneiderter Eingabe-Einheit etwas komfortabler und präziser.
Mehrspielermodus
Spieler online: 2 | Spieler offline: 2
Den Mehrspielermodus über LAN und lokal an einer Wii U konnten wir ausgiebig testen und befinden ihn für gelungen. Der Onlinemodus konnte noch nicht belastbar getestet werden, weshalb wir ihn nicht in unser finales Urteil einbezogen haben.
