Keine Ruhe für die (Un-)Toten: Wir haben das Rollenspiel Dark Souls 3 gespielt und haben tapfer mit dem Tod gekämpft.
Asche zu Asche und Staub zu Staub. Zum dritten Mal macht sich ein namenloser Held in ein verwunschenes Königreich auf, um einen rätselhaften Fluch zu brechen. Der Weg zur Erlösung ist schwer, unzählige Tode warten am Wegesrand. Wieso sich immer wieder aufraffen, ängstlich und verwundet weiter in eine düstere Welt voller Verzweiflung vordringen? Weil es kaum ein schöneres Gefühl gibt, als scheinbar unmögliche Herausforderungen zu meistern und dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Die Lust am Frust verzaubert seit Demon's Souls Spieler auf der ganzen Welt. Aber da man bekanntlich aufhören soll, wenn es am schönsten ist, gab Mastermind Miyazaki bekannt, dass Dark Souls 3 der letzte Teil der Reihe sein wird.
Quelle: Games Aktuell
Besessen: Aus manchen Feinden platzen groteske Monster hervor. Wie und wieso es zu diesen Verwandlungen kommt, haben wir noch nicht herausgefunden. (PC)
Zurück zum Schrein
Während Dark Souls 2 nur subtil andeutete, dass es sich um eine Fortsetzung des ersten Teils handelt, ist Nummer drei direkter. Nach dem Tutorial-Abschnitt findet man sich im Firelink Shrine wieder. Dort wartet noch ein alter Bekannter: Andre, der Schmied. Auch die für das Aufleveln und Beraten des Spielers zuständige Feuerhüterin hat sich an diesem Ort niedergelassen, der sich im Verlauf des Abenteuers mit weiteren NPCs füllen wird. Mit dem Auftauchen bereits bekannter Gesichter steht fest, dass die Story definitiv Bezug auf den ersten Teil nimmt - ansonsten hätte From Software, wie sonst auch, mit den serien typischen Charakter-Archetypen vorliebgenommen. Fans der Reihe kennen die Mechanik:
Quelle: Games Aktuell
Blind und sanftmütig: Bei der Feuerhüterin im Firelink Shrine levelt man auf. Das bedeutet: Zum Aufsteigen muss man zwangsläufig zum Hub zurückkehren. (PC)
Nach dem Besuch in der Hub-Umgebung geht es weiter mit dem ersten "richtigen" Bereich des Rollenspiels. Auch in Dark Souls 3 handelt es sich dabei um eine halb verfallene Burg, das Leuchtfeuer verrät, dass es die High Wall of Lothric ist. Dieses Areal kennt man aus der Beta und von der Gamescom letztes Jahr, da hieß es aber noch Wall of Lodeleth. Geändert hat sich außer dem Namen seitdem wenig, die verzwickte Levelarchitektur voller Wehrgänge, Zinnen, Türme, Gatter und Höfe birgt viele Geheimnisse, Abkürzungen und Fallen.
Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass einige Objekte und Gegnermodelle aus Bloodborne übernommen wurden (wenn auch mit diversen Veränderungen) und dass Dark Souls 3 (noch) nicht so brillant aussieht wie das schaurig-schöne PS4-RPG. Dem herausragenden Spielprinzip schadet das zum Glück keinesfalls. Immer noch ist der Tanz mit dem Tod packend und spannend, dank eines extrem vielseitigen Waffenarsenals, einer durchdachten Steuerung und Gegnern, die keine Gnade kennen.
Quelle: Games Aktuell
Unfair: Feinde sehen beängstigend aus und erwecken zunächst den Eindruck, unbesiegbar zu sein. Umso schöner der Triumph, wenn man als Sieger aus dem Kampf hervorgeht. (PC)
Das ohnehin schon von großer Flexibilität gekennzeichnete Kampfsystem wird in Dark Souls 3 um eine weitere Nuance erweitert. Jedes Schwert, jede Lanze, sogar jeder Zauber verfügt nun über ein alternatives Bewegungsschema. Mit dem großen Zweihänder zum Beispiel wechselt man auf Knopfdruck in eine Haltung, bei der man verheerende Angriffe entfesselt, die selbst die stärksten Feinde von den Füßen reißen. Diese Attacken sind jedoch relativ langsam und fressen einen Teil des Balkens, der für solche Spezialangriffe vorgesehen ist. Die Ressourcen für die alternative Haltung sollte man sich also einteilen und nur im passenden Moment einsetzen. Im Bereich PvP eröffnen sich so natürlich jede Menge spannender Möglichkeiten.
Quelle: Games Aktuell
Zauberei: Auch im dritten Teil der Reihe kann man einen Karrierepfad als Magier einschlagen. Pyromantie ist offensichtlich zurück - hier sehen wir einen Feuerzauber. (PC)
Glut und Asche
Der Schlüssel zu einem umfangreicheren Health-Pool sind in Dark Souls 3 die sogenannten Embers, zu Deutsch: Glut. Das lädt natürlich zu Story-Spekulationen ein. Fakt ist: Benutzt ihr etwas Glut, wächst euer Lebensenergiebalken ein gutes Stück. Segnet ihr das Zeitliche, ist der Bonus perdu. Und da euch Dark Souls 3 nicht gerade mit den wertvollen Ember-Items überhäuft, solltet ihr euch die begehrten Objekte entweder für knifflige Situationen aufsparen oder eben so gut spielen, dass ihr gar nicht erst draufgeht.
Angesichts des typischen Dark Souls -Schwierigkeitsgrades dürfte Letzteres ein für Neulinge unmögliches Unterfangen darstellen, Kenner der Werke von From Software hingegen finden sich schnell ein in das Kampfsystem. Die Geschwindigkeit der Schlagabtausche ist höher als in den ersten beiden Spielen und erinnert eher an das Bloodborne -Tempo, zusätzlich hat man hier die Möglichkeit, sich hinter einem Schild zu verstecken. Die Igeltaktik hilft allerdings nicht gegen gewaltige Bossgegner, die mit einem massiven Hammer oder mit stachelbewehrten Ästen auf uns eindreschen - mehr wollen wir über die Endgegner an dieser Stelle nicht verraten, ihr werdet diese früh genug selbst zu Gesicht bekommen.
Quelle: Games Aktuell
Willkommen: Der Tutorial-Bereich ist ein sumpfiges Gebiet und macht den Spieler mit Steuerung und Spielmechanik von Dark Souls 3 vertraut. (PC)
Als Gegenstück zu den glühenden Embers gibt es in Dark Souls 3 ein weiteres, neues Element: Eis. Bereits in der Beta war ein Miniboss versteckt, der mit seinem kalten Hauch den Spieler verlangsamte und ihm im schlimmsten Fall eine Menge Lebensenergie abzog. Die Annäherung an Bloodborne, was das Tempo der Kämpfe betrifft, ist eine gute Entscheidung. Ansonsten bleibt auch der dritte Teil den bewährten Pfeilern der Serie treu. Vielleicht ein bisschen zu treu.
Hoffentlich bietet das Leveldesign ein paar Überraschungen abseits der obligatorischen verfallenen Dörfer und Burgen, verwunschenen Wäldern und vergifteten Sümpfen. Viele Altlasten, wie etwa die Animation beim Öffnen von Türen, begleiten uns immerhin schon seit Jahren. Auch bei den Bossen erhoffen wir uns außergewöhnliche, frische Designs und keine bloßen Wiederholungen - Ornstein, bleib daheim!
Pro's und Contra's
+ Flotteres Kampfsystem mit mehr Flexibilität
+ Hoher, aber nicht unfairer Schwierigkeitsgrad
+ Tolle, unheimliche Atmosphäre
- Schwächere Grafik als in Bloodborne
- Recycling an einigen Stellen
Anspruchsvolles Rollenspiel mit klassischen Serienelementen und einem etwas flotteren Kampfsystem - Deshalb wir Dark Souls 3 mit einer Wertung von 9,0 von uns belohnt.
Entwickler: From Software | Hersteller: Bandai Namco
