Star Citizen: So funktioniert das Ingame-Reparatursystem, ein Fest für Sci-Fi-Technik-Freaks?

Special Stefan Weiß
Star Citizen: Ein ausgeklügeltes Schadens- und Reparatur-System soll für Tiefgang im Weltraum-Spiel sorgen.
Quelle: Roberts Space Industries

Star Citizen zählt weiterhin zu den wohl ambitioniertesten Schwarmfinanzierungsprojekten unserer Zeit. Wie akribisch das Team rund um Mr. Wing Commander Chris Roberts dabei zu Werke geht, zeigen Informationen anlässlich des dreijährigen Geburtstags zu Star Citizen. Es gibt nämlich einen detaillierten Technik-Bericht zum geplanten Reparatur-System im Spiel. Wir meinen dazu: CIG, ihr seid verrückt! Aber das im positiven Sinne!

Im Zuge der dreijährigen Geburtstagsfeier plus Sales-Aktion zum Bestehen von Star Citizen gab es auf der Herstellerwebseite auch detaillierte Neuigkeiten zum Reparatur-System im Weltraum-Action-Spiel von Chris Roberts. Der auf der Website von Roberts Space Industries veröffentlichte Artikel zeigt, dass ihr im Weltraum von Star Citizen mehrere Möglichkeiten haben werdet, um fällige Reparaturen an euren Schiffen selber zu tätigen. Da der Bericht zum Reparatursystem nur auf Englisch vorliegt, haben wir für euch die wichtigsten Infos übersetzt.

Reparatur und Instandhaltung in Star Citizen - die Grundlagen

Star Citizen: Roboter-Reparatur-Arm Quelle: Roberts Space Industries Star Citizen: Roboter-Reparatur-Arm Das Reparatursystem in Star Citizen arbeitet Hand in Hand mit dem detaillierten Schadensmodell des Spiels. Piloten, die gerne eine Karriere im Bereich Schiffsreparaturen anstreben, sollen dafür explizite Gameplay-Inhalte vorfinden. Auch schnelle Feld-(oder besser All-) Reparaturen stehen für die Spieler zur Verfügung. Die Basis für die Reparaturtechnologie in Star Citizen bilden spezielle Werkzeuge, ausgerüstet mit Mehrzweck-Lasern. Mit den Lasern lassen sich beschädigte Komponenten entfernen und benötigtes Rekonstruktionsmaterial herstellen. Das Material verbaut ihr in dafür vorgesehene Rahmenteile und erneuert so die angeschlagenen Strukturen eines Raumschiffs. Um Reparaturen im Spiel durchführen zu können, benötigt ihr ein entsprechend ausgerüstetes Schiff, in dem ihr alleine oder mit einem anderen Spieler zusammen zwei Rollen übernehmt.

Rollenspiel für Star Citizen-Spieler: Der Repair-Arm-Operator und der Repair-Task-Manager

Der Repair-Arm-Operator ist für die Bedienung des Roboter-Arms verantwortlich, mit dem ihr alle nötigen Reparaturen vornehmt. Dieser Werkzeug-Arm ist die einzige, rein vom Spieler kontrollierte Option, ein beschädigtes Schiff wieder in 100%-igen Zustand zu bekommen. Das erfordert aber Wissen, Erfahrung und gute Absprache mit dem Repair-Task-Manager.

Star Citizen: Schadensbeurteilung im Detail Quelle: Roberts Space Industries Star Citizen: Schadensbeurteilung im Detail Der Task-Manager meldet dem Operator detaillierte Schadensinformationen, legt fest, welche Reparatur-Aktionen zu bewerkstelligen sind - und er ist verantwortlich für Aufteilung und Zuweisung der benötigten Materialien. Um einen Reparatur-Workshop zu starten, benutzt der Manager das dafür vorgesehene "Damage-Assessment-Interface" (Schadensbeurteilungs-Interface), um damit Informationen einzuholen. Mithilfe dieses Interface bekommt ihr Zugang zu diversen Schadens-Diagnose-Systemen, die sich dann auswerten lassen. Die entsprechenden Displays zeigen euch dabei etwa den Zustand der Hülle, der Systeme, Waffen und deren Verbindungsmodule an. Als Spieler könnt ihr dabei zwischen mehreren Anzeige-Ebenen (Layers) wechseln, um so die exakt für Reparaturen benötigten Element-Komponenten zu isolieren.

Schäden an der Hülle sind beispielsweise durch eine farblich codierte Hitzekarte dargestellt. Grüne Bereiche kennzeichnen keine Schäden, Totalschäden oder gar Löcher in der Hülle sind rot gekennzeichnet. Dazwischen einzuordnenden Schadensstufen sind entsprechend gelb bis orangefarben angezeigt, ebenso wie klar erkennbare Stellen mit Hüllenbruch. Wenn ihr die verschiedenen Bereiche hervorhebt, bekommt ihr den aktuellen Zustand und benötigte Reparaturmaterialien angezeigt. Nachdem ihr euch für eine Instandsetzung entschieden habt und auswählt, öffnet sich die Material-Schaltfläche.

Die Material-Schaltfläche in Star Citizen

Star Citizen: Materialien und deren Quantität sowie Qualität für Reparaturen Quelle: Roberts Space Industries Star Citizen: Materialien und deren Quantität sowie Qualität für Reparaturen Reparaturen erledigt ihr am passenden Workshop, die dafür nötigen Rohmaterialen sammelt ihr im Spiel durch Erzabbau (Mining), Plündern (Scavenging) oder durch Handel. Für jede anstehende Reparatur lassen sich verschiedenste Materialen einsetzen, die ihr in der Rolle als Task-Manager auswählt. Anhand von verschiedenen Displays erkennt ihr, wie viele Material-Slots ihr mit Rohstoffen aus eurem Vorrat füllen müsst. Da jedes eingesetzte Material unterschiedliche Qualitätsmerkmale aufweist, erkennt ihr schon bei der Auswahl der Rohstoffe, wie effektiv sich das auf die Reparatur auswirkt. In der Rolle des Task-Managers versucht ihr daher, eine Balance zwischen dem bestmöglichen Ergebnis und den zu verwendeten Materialen zu finden. Wenn ihr eure Wahl getroffen habt, kann der Repair-Arm-Operator übernehmen und den Rekonstruktionsprozess starten.

Die Rekonstruktion beschädigter Komponenten

Star Citizen: Arbeitsplatz des Repair-Task-Managers Quelle: Roberts Space Industries Star Citizen: Arbeitsplatz des Repair-Task-Managers Komplett zerstörte oder abgetrennte Schiffskomponenten lassen sich rekonstruieren. In der Rolle des Task-Managers legt ihr die zu rekonstruierende Komponente fest, die dann durch den Roboter-Reparatur-Arm zunächst als Rahmenkonstruktion erstellt wird. Vorher müsst ihr allerdings die Stelle am Schiff, an der die fertige Komponente eingesetzt werden soll, komplett von noch störenden Objekten säubern, quasi eine saubere Nahtstelle schaffen. Wenn das erledigt ist, startet ihr als Repair-Operator den Rekonstruktionsprozess am entsprechenden Terminal. Ihr kontrolliert dabei den Roboter-Arm per Fernsteuerung und Kamera. Damit es nicht zu kompliziert für den Spieler wird, bekommt ihr dabei etwas Unterstützung vom Spiel. Der Laser des Reparatur-Arms bietet für die verschiedenen Stufen einer Reparatur zwei Modi: "Stripping" und "Patching".

Stripping

In diesem Modus entfernt ihr mit dem Laser störende Oberflächenteile, ohne dabei Schaden an der inneren Struktur der zu reparierenden Komponente anzurichten. Das kann zum Beispiel bei leichten Hüllenschäden der Fall sein, wo ihr lediglich fehlende Oberflächensegmente zu ersetzen habt. Ein kleiner Teil des beim Entfernen gewonnenen Materials gewinnt ihr als Rohstoff wieder.

Patching

Das Patching stellt die eigentliche Wiederherstellung beschädigter Komponenten dar. Das funktioniert im Prinzip wie bei einem 3D-Drucker – der Reparatur-Arm fügt mithilfe der gewählten Materialien die fehlenden Teile wieder zusammen. Die Stärke-Qualität der neu erstellten Oberflächen auf den jeweiligen Rahmenkonstruktionen hängt nicht nur vom Material, sondern auch von eurem Laser-Einsatz ab. Eine Anzeige informiert euch dabei über den langsamen Stärke-Anstieg, bis zum Maximum von 100%. Bleibt ihr darüber hinaus weiter auf der zu reparierenden Stelle, überhitzt der Laser und die Integrität sinkt wieder unter 100%. Im schlimmsten Fall schlägt die Sache fehl, und ihr müsst die neue Komponente wieder abmontieren und von Neuem beginnen.
Star Citizen: Rahmenkonstruktion an der Reparaturstelle Quelle: Roberts Space Industries Star Citizen: Rahmenkonstruktion an der Reparaturstelle
Sprich, ihr müsst die Reparatur aktiv und konzentriert im Auge behalten. Als Spieler erhaltet ihr bei diesem Vorgang direktes Feedback, indem ihr die entsprechenden Display-Anzeigen nutzt. Der Clou bei diesem komplexen System liegt darin, dass ihr als Spieler ein gewisses Risiko fahren könnt. So lässt sich auch mit billigeren Materialen beispielsweise ein genauso effektives Ergebnis wie mit teuren Materialen bewerkstelligen. Aber um das zu erreichen, müsst ihr die mangelnde Rohstoffqualität durch besseren Skill ausgleichen. Sprich, die Abläufe erfordern dann deutlich mehr Konzentration und erlauben weniger Fehler. Das erinnert uns an komplexe Crafting-Systeme aus dem MMORPG-Genre. In der Theorie hört sich das schon mal nach einem spannendes Gameplay-Feature an, zeigt es doch, wie viele Gedanken sich die Entwickler bei Roberts Space Industries auch zu den geplanten Rollenspielelementen in Star Citizen machen. Wir sind gespannt, wie es sich dann auch spielerisch anfühlen wird.

Feldreparaturen

Als Pilot könnt ihr auch Feldreparaturen durchführen. Das passende Utensil dafür ist das Multitool. Das Multitool führt als persönliches Inventar-Stück mit euch und ist quasi eine Mini-Ausgabe des Roboter-Reparatur-Arms. Auch mit dem Multitool in Star Citizen sind "Stripping"- und "Patching"-Operationen möglich, allerdings nur für kleinere Schäden, um einen angeschlagenen Flieger vielleicht doch noch zum nächsten Reparaturdock schaffen zu können.

Komponenten-Schaden

Star Citizen: Das Multitool für Feldreparaturen Quelle: Roberts Space Industries Star Citizen: Das Multitool für Feldreparaturen Wenn euer Schiff in Star Citizen Schaden erleidet, wirkt sich das wie folgt aus: Ein Teil des Schadens wird von der Stelle des Einschlags über die Hülle zu den am nächsten gelegenen Systemen und Waffenkomponenten weitergeleitet. Von dort verteilt sich der Schaden weiter, bis hin zu Subsystemen innerhalb einer Komponente. Die Subkomponenten sorgen dafür, wie effektiv die Hauptkomponente funktioniert bzw. sich beim Fliegen verhält. Die Feldreparatur an beeinträchtigten Hauptkomponenten besteht im Spiel meist darin, das beschädigte Subsystem ausfindig zu machen, es zu ersetzen, um dann die zuvor deaktivierte Hauptkomponente wieder nutzen zu können.

Subkomponenten

Im Schiff installierte Subkomponenten versorgen das jeweils davor geschaltete Hauptsystem mit zusätzlichen Boni. Sie sind in drei Kategorien unterteilt und unterstützen jeweils bestimmte Bereiche.

Modul-Racks

In so genannten Modul-Racks in einem Schiff sind verschiedene Hauptkomponenten samt ihrer Subsysteme installiert. Bei kleineren Schiffen findet ihr diese unter Versorgungsklappen auf der Schiffshülle. Bei großen Multi-Crew-Schiffen in den entsprechenden Engineering-Abschnitten.

Star Citizen: Modulrack Quelle: Roberts Space Industries Star Citizen: Modulrack Je nach installierter Schiffskomponente sind auch unterschiedliche Subsysteme verbaut. Bei einer Feldreparatur geht es für den/die Spieler darum, solche Subkomponenten möglichst rasch auszutauschen. Aber Vorsicht! Wenn ihr vergesst, die betroffene Hauptkomponente vor der Reparatur zu deaktivieren, geht ihr das Risiko ein, dass eure Figur elektrischen Schaden erleidet. Einfachere Subkomponenten lassen sich problemlos austauschen, bei komplizierteren Systemen, wie etwa in einer Idris oder Retaliator zieht das eine aufwändigere Diagnose nach sich. Damit diese Multi-Crew-Schiffe trotzdem operabel bleiben, können sie auf Backup-Systeme zurückgreifen. In einem Notfall lässt sich so beispielsweise Energie auf die Backup-Systeme umleiten.

Wir hoffen, dieser kleine, etwas technisch-theoretisch, aber detaillierte Ausflug in die geplante Gameplay-Umsetzung von Reparaturen in Star Citizen hat euch gefallen und gezeigt, mit welcher Ambition das Team an seinem Riesenprojekt werkelt. Alles Wissenswerte zu Star Citizen bietet unsere Themenseite zum Spiel. Auch zum Einzelspieler-Teil Squadron 42 gab es auf der Geburtstagsfeier neue Infos. Beispielsweise gibt es inzwischen neue Details zur Rolle von Mark Hamill in Star Citizen, in der Rolle eines wichtigen Charakters in der Kampagne. Auch der Release des ersten, komplett spielbaren Mini-Teils des persistenten Universums, Alpha-Modul 2.0, rückt in greifbare Nähe.

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