Batman: Arkham Knight Vorschau: Next Gen-Flattermann mit Batmobil
Special
Im voraussichtlich letzten Batman-Spiel von Entwickler Rocksteady sieht sich der dunkle Ritter mit einem mysteriösen neuen Gegner konfrontiert. Wir konnten in London einer Präsentation von Batman: Arkham Knight beiwohnen, das noch in diesem Jahr für PC, PS4 und Xbox One erscheint. Ob das Next Gen-Abenteuer des dunklen Ritters Hitpotenzial aufweist, verraten wir euch im nachfolgenden Vorschaubericht.
Der Regen prasselt auf die Neon-Reklame eines zwielichtigen Schuppens. Schüsse. Schreie. Fast schon hilflos weisen die verängstigten Polizisten die verbliebenen Zivilisten an, die Stadt so schnell wie möglich zu verlassen. Das bleiche Bat-Signal leuchtet am Nachthimmel und wirkt wie ein verzweifelter Hilfeschrei dieser verkommenen Stadt. Plötzlich löst sich ein Schatten von einer Turmspitze, stürzt dem Boden entgegen, breitet im letzten Moment seine Schwingen aus und landet sanft auf dem dreckigen Asphalt. Ein Sinnbild für diese Stadt: dunkel und voller Unrat. Batman muss sich unweigerlich fragen, wie es sein kann, dass Gotham City so kurz vor dem Untergang steht, wenn doch der Joker, der schlimmste aller Verbrecher, damals aus dem Verkehr gezogen wurde? Anderes Gesindel wie Harley Quinn, der Pinguin, der Riddler und ihre schäbigen Handlanger haben sich zusammengeschlossen und die Stadt mit vereinten Kräften und schwerer Bewaffnung in ihre Gewalt gebracht. Wieder einmal liegt es nur an ihm, die Ordnung Gothams wiederherzustellen und dem Verbrecherpack Einhalt zu gebieten.
Heiliges Kanonenrohr, Batman!
Quelle: Warner / Allgamesbeta
Viel zu tun: Die Einschränkungen von Arkham sind passé. Ganz Gotham ist der Schauplatz.
Über Funk erhält Batman den ersten Hinweis, wo er mit seiner Suche nach den Fieslingen anfangen sollte: Offenbar haben Handlanger von Scarecrow einen Van voll mit chemischen Waffen gestohlen und rasen damit durch die Stadt. Sofort stattet Bats seiner Zentrale einen Besuch ab, wo er seine Gehilfin Oracle damit beauftragt, den Wagen aufzuspüren. Oracle hat den Van zwar schnell lokalisiert, doch sie fängt außerdem noch den Notruf einer Gruppe vermisster Polizisten ab, um die sich der Flattermann natürlich zuerst kümmert. Diese Art von Nebenmissionen, die zwischendurch die Handlung auflockern, kennen wir bereits aus Arkham City und dem nicht von Rocksteady entwickelten Ableger Arkham Origins. Die Entwickler versprechen jedoch, dass auch die Nebenaufgaben dieses Mal keine banalen Sidequests werden, sondern ausgefeilte Erzählstränge bieten, die die Hauptstory um die Schurken-Invasion ergänzen.
Wie von Rocksteady gewohnt, legen die Entwickler viel Wert auf eine interessante und ins Batman-Universum passende Geschichte, sodass sie den mäßigen Multiplayer-Modus aus Origins kurzerhand als unnützen Ballast über Bord geworfen haben. Als Batman die Ordnungshüter schließlich findet, sind sie bereits von einigen dunklen Gestalten in die Zange genommen worden. Leise gleitet Batman auf einen Vorsprung und guckt sich den ersten Schläger aus. Bats verbindet einen gezielten Batarang-Wurf mit seinem Gleittritt und knockt ihn damit aus. Die restlichen Widersacher erledigt die Fledermaus mit dem gewohnten Free-Flow-Combat-System, das immer noch flüssig und einfach von der Hand geht und durch tolle Animationen glänzt.
Das Kampfsystem bleibt glücklicherweise weitgehend unangetastet und wurde nur sinnvoll ergänzt. Neben dem bereits geschilderten Batarang-Tritt kann Batman jetzt im Nahkampf sogar noch mehr Schaden austeilen, wenn ihr beim Kontern den Stick in die Richtung des jeweiligen Angreifers drückt. Außerdem lassen sich nun sowohl von Bats als auch von seinen Widersachern mehr herumliegende Gegenstände aus der Umgebung in die Kämpfe einbinden. Zu mächtig soll Batman allerdings nicht werden. Die Entwickler versprechen cleverere und herausforderndere Gegner. In diesem Fall aber kauern die Gangster ruck, zuck wimmernd auf dem Boden und der Flattermann kann sich endlich wieder dem Van zuwenden.
Bat-Gurt nicht vergessen
Quelle: Warner / Allgamesbeta
Zentrale: Oracle versorgt euch auch dieses Mal wieder mit nützlichen Informationen.
Durch die Rettung der Polizisten ist wertvolle Zeit verloren gegangen und Batman bleibt nur noch eine Möglichkeit, den Van einzuholen, was uns zu einem Kernelement von Arkham Knight und gleichzeitig einem der größten Wünsche der Fans führt: dem Batmobil. Ein kurzer Tastendruck und schon kommt der Straßenpanzer um die Ecke gebogen. Jetzt, wo Gotham City als riesengroßer Schauplatz herhält, ist endlich genügend Platz für das Vehikel da, mit dem ihr euch komplett frei durch die Stadt bewegen könnt. Zwar wurde aufgrund der nun fünfmal größeren Spielwelt auch generell Batmans Geschwindigkeit erhöht, doch am Steuer dieses großen schwarzen Ungetüms zu sitzen, dürfte so manchen Nerd- Traum wahr werden lassen. Vor allem, da Batman relativ rücksichtslos durch die Straßenschluchten preschen kann, jetzt, da Gotham quasi nur noch von Verbrechern und anderem finsteren Gesindel bevölkert wird.
Ob Bäume, Zäune oder Mauern, das Batmobil pflügt locker durch sämtliche Hindernisse und hinterlässt dabei sichtbare Spuren der Verwüstung. Es lassen sich sogar Abkürzungen freisprengen und Stunts hinlegen. Besonders beeindruckend ist es, wenn sich Batman aus dem fahrenden Wagen katapultiert, um höher gelegene Stellen zu erreichen oder um schneller voranzugleiten. Eine Stadtkarte wie bei der GTA-Serie gibt es übrigens nicht. Die Entwickler wollen laut eigener Aussage, dass der Spieler die Umgebung selbst erkundet und seine Aufmerksamkeit auf der Spielwelt liegt. Wer sich ein wenig mit dem Batman-Universum auskennt, weiß, dass der Panzerwagen trotz seiner Masse enorm schnell, wendig und obendrein noch mit vielen Gadgets ausgestattet ist. Wir gehen fest davon aus, dass sich die Kiste im weiteren Spielverlauf noch weiter aufrüsten lassen wird. Doch zurück zu den Schergen von Scarecrow. Als das Batmobil im Rückspiegel des Vans auftaucht, bekommen die Ganoven Panik, die sich merklich auf deren Fahrstil auswirkt.
Der Produzent des Spiels erklärte uns, dass die Bösewichter sich zwar in der Gruppe stark fühlen und Batman attackieren, der Anblick des Batmobils ihnen jedoch ordentlich Angst einjagt. Diese Furcht lässt sich auch einsetzen, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Uns wurde ein sogenannter Angst-Takedown demonstriert, bei dem sich Bats an eine Gruppe eingeschüchterter Gegner anschleicht und diese nacheinander in Zeitlupe erledigt. Als Batman an der Stoßstange des Lieferwagens klebt, beschießt er diesen mit einer Art Haftsonde, die das Fahrzeug kurzschließt. Beim Verhör des Fahrers geht er schließlich ziemlich rabiat zur Sache. Wir sagen mal so: Knackende Knochen sind Grund genug, den Flattermann besser nicht anzulügen. Hier stellt sich noch die Frage, ob Rocksteady das brutalere Vorgehen des jungen Batman aus Arkham Origins weiterführt oder ob wir es mit einem verbitterten und innerlich zerrissenen Batman zu tun bekommen. Wir gehen jede Wette ein, dass sich das Ende von Arkham City stark auf die Psyche des dunklen Ritters ausgewirkt hat.
Rätsler und Ritter
Quelle: ps4fans.net
Trübe Aussichten: Gotham liegt fast komplett in den Händen der Superschurken.
Auf seinem Weg zurück zu Oracle wird Batman wieder abgelenkt, als er beim Gleiten einen zwielichtigen Kerl in einem Dachfenster erblickt. Ohne zu zögern bricht er durch das Glas und packt sich den Burschen, der ihm einen Tipp zum Aufenthaltsort des Riddlers gibt. Der Unterschlupf von Edward Nigma entpuppt sich aber als Falle. Der Rätsel-Liebhaber jagt Batman mit seinem Batmobil über eine Rennstrecke, die mit allerhand Hindernissen, Toren und Falltüren versehen ist. Drei Runden muss Batman überstehen, in denen er unter anderem vertikal an der Wand entlangfahren soll, während er gleichzeitig mit verschiedenen Schaltern die Hindernisse manipuliert. Gerade so bewältigt die Fledermaus die Aufgabe und wird abschließend auch noch vom Riddler verhöhnt, dass er nun die Daten des Batmobils habe.
Kenner der Vorgänger wissen, dass es durch den Auftritt von Edward Nigma auch sehr wahrscheinlich ist, dass die beliebten Riddler-Rätsel wieder Einzug ins Spiel halten werden. Gegen Ende der Präsentation wurden wir noch Zeugen eines echten Highlights. Batman hat sich gerade durch ein paar simple Schläger geprügelt, als plötzlich Schüsse fallen. Batman eilt in Deckung und sieht, wie sich eine bedrohliche, maskierte Figur mit strahlend blauen Augen vor ihm aufbaut: der titelgebende und mysteriöse Arkham Knight. Bisher wissen wir noch nichts Genaueres über dessen Identität und warum er Batman überhaupt an den Kragen will, wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich Rocksteady eine schlüssige und stimmige Hintergrundstory hat einfallen lassen, vor allem da das Team bereits seit dem Abschluss von Arkham City an dem neuen Titel arbeitet. Das Batman-Universum bietet jedenfalls zig mögliche, interessante Auflösungen dafür. Was es nun wirklich mit diesem Burschen auf sich hat, erfahren wir Ende des Jahres, wenn das Spiel für die Next-Gen-Konsolen und den PC erscheint.
