Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes im Test - Leckere Vorspeise für Stealth-Fans

Test Thorsten Küchler
Dank 1080p und 60 Bildern pro Sekunde ist die PS4-Version die mit Abstand beste - zumal auch die Sony-exklusive Bonusmission enorm Laune macht.
Quelle: Konami/PC Games

Zu kurz, zu teuer, zu irgendwas: Über Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes des streitbaren Entwicklergenies Hideo Kojima wurde im Vorfeld wild diskutiert. Wir konnten die Stealth-Simulation nun in ihrer fertigen Fassung mehrfach auf sämtlichen Plattformen durchspielen - und sagen im Test, was denn nun wirklich Sache ist.

Metal Gear Solid 5 im Test: Ob Omega-3-Fettsäuren wirklich so gesund sind, wie es uns die Werbung weismachen will? Keine Ahnung! Was wir jedoch wissen: Camp Omega, die Spielwelt von Metal Gear Solid 5: Ground Zeroes, tut jedem Videospieler gut – denn der Militärkomplex ist voller cooler Details und sieht grandios gut aus. Eine kurze Story-Lehrminute für alle Serien-Neulinge: Ground Zeroes erzählt die Vorgeschichte zum wohl 2015 erscheinenden The Phantom Pain und zeigt, wie Snake alias Big Boss zwei wichtige Informanten aus feindlicher Gefangenschaft befreit – zumindest in der Hauptmission. Letztere dauert beim ersten Durchlauf knapp zwei Stunden, man kann sie aber mit etwas Übung auch in unter 15 Minuten absolvieren. Das klingt nun nach herzlich wenig Umfang für knapp 30 Euro – allerdings täuscht der Eindruck: Denn zum einen sollte man Ground Zeroes mehrmals durchspielen und zum anderen enthält das Spiel noch fünf Bonusmissionen, die jeweils wiederum knapp 30 Minuten andauern.

Ein Spiel, viele Wege, noch mehr Spaß

Doch egal ob man nun die eingangs erwähnten Gefangenen befreit, von einem Helikopter aus einen Kollegen beschützt oder Flakkanonen in die Luft sprengt: Der grundsätzliche Spielablauf bleibt immer gleich. Während andere Helden mit wehenden Fahnen respektive ratterndem Maschinengewehr gen Fein stürmen, geht Snake subtiler vor. Sprich: Metal Gear Solid bleibt eine Schleicht-Simulation – und zwar eine verdammt gute. Im Gegensatz zu den teils störrischen Vorgängerteilen steuert sich Ground Zeroes modern, tadellos und eingängig – wie ein typischer Third-Person-Shooter eben. Einzig die Doppelbelegung einiger Tasten stört dezent: So passiert es schon mal, dass man die Waffe eines schlummernden Wachmanns einsammelt statt (wie geplant) den Knilch zu schultern und wegzutragen. Nettes Feature: Konami bietet eine kostenlose App an, die dann als an interaktive Ingame-Karte fungiert und zusätzliche noch ein Basisbau-Minispiel enthält.

War man in den bisherigen Serienteilen stets zu Fuß unterwegs, kann man nun auch Fahrzeuge steuern: Ob Panzer, Jeep oder Lastwagen – wie in einem GTA kann Snake alle Vehikel einfach so stibitzen. Überhaupt ist das Camp Omega ein wahrer Spielplatz für Experimentierfreudige: Ständig entdeckt man ein neues Detail, einen neuen Weg, ein neues Spielelement. Darunter freilich auch wieder die ebenso beliebten wie obligatorischen Kojima-Gags – mehr wird hier aber nicht verraten. Ein kleiner Makel ist unterdessen das automatische Checkpoint-System: Teilweise wirken die Rücksetzpunkte willkürlich gewählt. Umso schöner, dass die KI der Wachmänner extrem gut gelungen ist: Klar, das digitale Schutzpersonal agiert nicht wirklich clever, dafür aber stets nachvollziehbar und manchmal eben auch überraschend. Dabei spielt der virtuelle Funkverkehr eine wichtige Rolle: Denn statt irgendwelche Sichtkegel einzublenden, informiert euch das Spiel durch Dialoge und Sounds über den jeweiligen Alarmzustand der Gegner.

Konsole ist nicht gleich Konsole

Während die Hauptmission bei miesem, nächtlichem Wetter stattfindet, erlebt ihr die Fox Engine in den Side Ops-Einsätzen bei hellichtem Tag: Und da sieht das Spiel noch schicker aus. Quelle: Konami/PC Games Während die Hauptmission bei miesem, nächtlichem Wetter stattfindet, erlebt ihr die Fox Engine in den Side Ops-Einsätzen bei hellichtem Tag: Und da sieht das Spiel noch schicker aus. Technisch spielt Metal Gear Solid: Ground Zeroes in der absoluten Oberklasse mit. Dank der Fox Engine sehen sowohl die Charaktere als auch die Kulissen erstaunlich realistisch, die Beleuchtung sogar absolut brillant aus. Dabei wird wohltuend auf übertriebene Effekthaschereien verzichtet. Allerdings muss man ganz deutlich sagen, dass die Xbox One-Version gegen die PS4-Fassung abstinken kann: Während Sony-Freunde das Spiel in 1080p-Auflösung genießen können, spuckt die Microsoft-Konsole nur 720p aus – und das sieht man auch, wie unser Vergleichsvideo beweist. Die Old-Gen-Fassungen (PS3, Xbox 360) wirken indes noch gröber, spielen sich aber sehr gut.

Ein weiterer Unterschied ist die jeweils letzte, fünfte Bonusmission: Xbox-Besitzer erleben einen eher öden Einsatz, in dem Cyborgkrieger Raiden außerirdische Körperfresser (bekannt aus dem Kojima-Spiel Snatcher) jagt. PlayStation-Zocker freuen sich indes über einen nostalgischen Rückblick auf die Ereignisse aus Metal Gear Solid 1 samt bockschwerem Quiz! Apropos schwer: Wer alle Inhalte freischalten will, der muss im Rahmen der Hauptmission insgesamt neun Militärabzeichen einsammeln – und die sind nicht nur winzig, sondern auch fies versteckt. Bevor ihr dabei verzweifelt, solltet ihr euch also einfach unser passendes Guide-Video zu den XOF-Einheitenabzeichen anschauen – aber Vorsicht: Es enthält einen kleinen Spoiler …

Meinung

Wertung zu Metal Gear Solid: Ground Zeroes (PS4)

Wertung:

8.8 /10

Wertung zu Metal Gear Solid: Ground Zeroes (PS3)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Metal Gear Solid: Ground Zeroes (X360)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Metal Gear Solid: Ground Zeroes (XBO)

Wertung:

8.7 /10
Pro & Contra
Schicke, realistische Grafik (vor allem auf der PS4)Steuerung bis auf Kleinigkeiten prima gelungenSpielwelt motiviert zum AusprobierenKojima-typische, grandiose GagsPfiffiges Extra: Smartphone-App als interaktive KarteUnzählige gleichberechtigte MöglichkeitenViele versteckte Gimmicks und Boni
Umfang insgesamt etwas knapp bemessenXbox One-Version enttäuschendAuf PS3 und Xbox 360 wenig imposantEtwas undurchsichtiges Checkpoint-System
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