The Last of Us: Hands-On-Test mit exklusivem Preview-Video - Jetzt anschauen

Special PC Games Redaktion

Unser Hands-On-Test zu The Last of Us: Wir konnten anhand einer Preview-Version zwei brandneue Level aus dem Survival-Horror-Adventure der Uncharted-Macher anspielen. Unsere Eindrücke von Naughty Dogs PS3-exklusivem Grusel-Kracher mit frischen Gameplay-Szenen seht ihr im kommentierten Video. The Last of Us kommt am 14. Juni in den Handel.

The Last of Us in der Vorschau: Klack, klack, klack, klack. Da ist es wieder, dieses die Nackenhaare aufrichtende Geräusch, das sich unter das stete Jammern und Röcheln der Infizierten mischt, die unberechenbar umhertorkeln. Das Geklacker bedeutet: Ein blinder Clicker führt eine Echoortung durch und macht sich – ähnlich wie eine Fledermaus – anhand von Schallwellen ein Bild seiner Umgebung. Es ist ein Warnsignal für unseren Helden Joel, denn mit dem Verursacher dieser Laute ist nicht zu spaßen. Das Gehirn eines Clickers wurde von einem Parasiten zerfressen, der schließlich durch die Augenhöhlen gewuchert ist. Dafür hören diese Monstrositäten umso besser. Vorsichtig schleichen wir unbemerkt um die Kreatur herum, spähen in den nächsten Raum, wo uns mehrere Runner erwarten. Diese Infizierten-Art ist weniger stark und kann auch im Nahkampf bezwungen werden. Aber als wir mit einem spontan ergriffenen Ziegelstein auf den ersten Gegner eindreschen, nähert sich das unheimliche Klacker- Geräusch wieder – der Kampflärm hat das blinde Monster angelockt ...

The Last of Us - Die Spielwelt macht Angst

"Improvisation ist ein wichtiges Element dieser Welt", beschreibt Creative Director Neil Druckmann solche intensiven Spielmomente, die wir bei Naughty Dog in Los Angeles erleben. Das 1994 gegründete Entwicklungsstudio ist Sonys Geheimwaffe, um neue Exklusivserien auf PlayStation- Plattformen auszubrüten. Nach dem Erfolg von Uncharted begannen die Kalifornier vor dreieinhalb Jahren mit der Arbeit an ihrer nächsten Spielwelt. Das Resultat ist ein postapokalyptisches Szenario, das eher an den grimmigen Schrecken der TV-Serie The Walking Dead als an Nathan Drakes fröhliche Abenteuer erinnert. Improvisation ist gefragt, weil The Last of Us eine ganz eigene Mischung aus Third-Person-Action, Stealth und Handwerkssystem auffährt.

Es gibt eine Vielzahl an Taktiken und Ausrüstungsgegenständen, verschiedene Routen können innerhalb eines Abschnitts ans Ziel führen. Bei allen Planungsversuchen wird man immer wieder von den Gegnern und deren Verhalten überrascht, sucht hastig nach herumliegenden Hilfsmitteln oder findet die nötige Deckung, um spontan einen Molotowcocktail zu bas teln. Die spielerische Flexibilität erhält durch die Verletzlichkeit unseres Helden eine Extraportion Nervenkitzel; Joel ist weder mit dicker Rüstung noch mit automatischer Lebensenergie-Regeneration gesegnet. Ein herzhafter Biss eines Infizierten genügt, um uns zum vorherigen Speicher-Checkpoint zurückzusetzen.

The Last of Us - Das jüngste (Pilz-Gericht

Vorschau zu The Last of Us: Große Augen. Ellie wurde erst nach Ausbruch der Pilzseuche geboren und sieht erstmals die Welt jenseits des Quarantänelagers. Quelle: Naughty Dog Vorschau zu The Last of Us: Große Augen. Ellie wurde erst nach Ausbruch der Pilzseuche geboren und sieht erstmals die Welt jenseits des Quarantänelagers. Die Infizierten sind nicht die einzigen Gegner in der Überlebenskampf- Spielwelt, aber wohl die unheimlichsten. Die Idee zu diesen zombiemäßigen Gruselgestalten kam den Entwicklern angesichts eines Natur-Dokumentarfilms der BBC. Wir fassen kurz zusammen: Ein Pilz der Gattung Cordyceps befällt eine Ameise, der Parasit erlangt allmählich Kontrolle über den Wirtskörper und beeinflusst dessen Verhalten. Schließlich wuchert der Pilz aus dem Kopf der Ameise heraus, um weitere Insekten mit seinen Sporen zu infizieren. Solcher Realwelt-Grusel regte die lebhafte Fantasie der Spieleschöpfer an: Wie würden die Infektionsstadien aussehen, wenn ein solcher Killerpilz auf Menschen übertragbar wäre?

Das Resultat dieser Überlegungen sind die Infizierten, die es in mindestens drei Varianten gibt. Die Repräsentanten der Infektionsstufe 1 sind die sogenannten Runner: "Sie sehen sich selber noch als Menschen. Ihnen ist bewusst, dass sie Dinge tun, über die sie keine Kontrolle haben, aber sie können dagegen nichts machen", beschreibt Neil Druckmann. Der Parasit hat sich schon im Gehirn breitgemacht und den Wirtskörper in einen aggressiven Killer verwandelt. Die Infizierten der Stufe 2 bekommen wir noch nicht gezeigt. Allzu appetitlich dürfte diese Zwischenform nicht aussehen, denn die Clicker genannten Vertreter von Stufe 3 sind grausam entstellt, der gewucherte Parasit bedeckt einen Großteil des Kopfs.

Die Eigenschaften der Infizierten-Typen legen verschiedene Kampftaktiken nahe, wie Neil Druckmann erklärt: "Die Runner können dich immer noch sehen. Sie scharen sich in Rudeln zusammen, sind sehr flink. Da willst du immer im Bewegung bleiben. Bei den Clickern bist du vorsichtiger: Abstand halten, kriechen, Ablenkungen verwenden, nicht von ihnen gehört werden." Auch unser Held Joel kann große Ohren machen: Mit der R2-Taste aktivieren wir den "Listen"-Modus, um genau hinzuhören. Nun wird die Spielgrafik in Graustufen dargestellt und wir erkennen die Umrisse aller Gegner, die für Joel hörbare Geräusche verursachen – sogar wenn sie sich hinter Mauern befinden. Weitere Orientierungshilfsmittel wie Radarkarte oder Wegfindungspfeilchen gibt es nicht.

The Last of Us - Story-Startpunkt Boston

Vorschau zu The Last of Us: Jede Kugel zählt! Wir zielen auf den Clicker in der Mitte. Diese Infizierten der Stufe 3 stecken mehrere Treffer ein, bevor sie umkippen. Quelle: Naughty Dog Vorschau zu The Last of Us: Jede Kugel zählt! Wir zielen auf den Clicker in der Mitte. Diese Infizierten der Stufe 3 stecken mehrere Treffer ein, bevor sie umkippen. 20 Jahre nach dem Ausbruch der Pilzinfektion gibt es nur noch wenige Quarantänezonen in den USA. Hinter hohen Mauern gilt das Kriegsrecht, das Militär sorgt für Sicherheit und unterdrückt zugleich die Bewohner, deren Freiheiten stark eingeschränkt sind. Unsere Spielfigur Joel betreibt in Boston mit Partnerin Tess einen florierenden Schmuggelund Schwarzhandel-Betrieb. Eines Tages erhalten die beiden einen Auftrag, der nichts mit der Beschaffung von Lebensmittelkarten, Drogen oder Waffen zu tun hat: Ein 14-jähriges Mädchen namens Ellie soll aus der Sicherheit des Militärgebiets in das Capitol-Gebäude von Boston geleitet werden.

An dieser Stelle beginnt unser Spielerlebnis: Wir steuern Joel, der von Tess und Ellie begleitet wird. Die Beziehung zwischen den Protagonisten ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vertieft: Ellie traut Joel nicht über den Weg und Joel bereut es zeitweilig, diesen Auftrag überhaupt angenommen zu haben. Die Stimmung ist gereizt, das miese Wetter schlägt zusätzlich aufs Gemüt. Schwerer Regen prasselt auf eine von Zerfall gekennzeichnete Szenerie. Beim Ausbruch der Seuche hatte das Militär die Innenstadt bombardiert, die Ausmaße der Zerstörung sind immer noch deutlich zu sehen. Die Natur erobert sich ihren Lebensraum zurück, Pflanzen wachsen an Wolkenkratzer-Ruinen entlang.

Ellie bestaunt die für sie fremde Kulisse, schließlich wuchs sie im Quarantänelager auf und bekommt erstmals die Außenwelt zu sehen. Die Charaktere kommentieren immer wieder die Umgebung. Bei der Untersuchung bestimmter Objekte erscheint zudem ein Icon, das signalisiert, dass wir per Tastendruck um eine Begleitermeinung bitten können. Angesichts einer übel zugerichteten Leiche meint Tess zum Beispiel, dass es den Anschein hat, als wäre das Opfer erst vor Kurzem auseinandergerissen worden. Ein wenig subtiler Hinweis, dass es gleich gefährlich werden könnte...

The Last of Us - Schleichen und Sammeln

The Last of Us serviert nicht Dauer- Action, sondern wechselt immer wieder das Tempo: Geruhsames Erforschen und Ressourcen sammeln, spannungsgeladenes Schleichen, dann überschlagen sich die Ereignisse beim schnellen Kampfablauf. Die Story ist linear, aber innerhalb der einzelnen Schauplätze gibt es immer wieder verschiedene Wege, wie Spield esigner Richard Cambier betont: "Wir geben dir eine Menge Optionen innerhalb eines Spielgebiets. Wie du von Punkt A nach B kommst, hängt von dir ab: Welchen Weg gehen, welche Räume durchsuchen, welche Gegner bekämpfen – oder besser vermeiden?"

In unserem Anspiel-Level geht es an der frischen Luft nicht weiter. Hindernisse wie zerstörte Straßenüberführungen und Autowracks nötigen unsere Gruppe dazu, den Weg durch ein Bürogebäude zu wählen. Per Analogstick-Click schalten wir Joels Taschenlampe an, die das düstere Interieur unheimlich beleuchtet (und dabei stetig Batteriereserven verbraucht). Ein bisschen umsehen, ein bisschen klettern, Hindernisse wegräumen, eine Tür öffnen … und holla, da zucken wir erstmals zusammen. In Nahaufnahme sehen wir, wie ein Infizierter in all seiner Hautprobleme- Pracht nach Joel schnappt. Schnell drücken wir die angezeigte Taste und Pilzgesicht bekommt aus nächster Nähe eine Kugel verpasst.

Das war's dann mit Quick- Time-Events, das weitere Geschehen haben wir voll unter Kontrolle. Zunächst wechseln wir mit der Kreis-Taste in den Kriechgang. So schleicht sich Joel von hinten an einen Runner heran, um ihn zu packen und ebenso geräusch- wie munitionsarm zu erwürgen. Das ist nicht bei jedem Gegner so einfach: Bei einem Clicker reichen die bloßen Hände nicht für den Stealth Kill, vielmehr benötigen wir ein Behelfsmesser, das durch Kombination bestimmter Rohstoffe entsteht. Schnell wird klar, wie lohnend es ist, jeden Raum nach verwertbaren Materialien abzusuchen.Die sammeln sich in Joels Rucksack, bis genug beisammen sind, um ein Rezept im Crafting-Menü zu wählen.

Bildergalerie

  1. Seite 1 The Last of Us: Vorschau zum PS3-Action-Adventure
  2. Seite 2 The Last of Us: Crafting, Planen und Improvisieren, Fazit
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