DmC: Devil May Cry im Test - Schnetzel-Granate oder Blindgänger-Reboot? So viel Spaß bringt der neue Dante!
TestDmC: Devil May Cry - der Serien-Reboot im Test. Von lang und blond zu kurz und dunkel. Wer den Look des neuen Dante hasst oder Action verabscheut, sollte jetzt lieber die Dschungelcamp-Wiederholung schauen oder nen Parkspaziergang machen. Alle anderen dürfen unseren Test von Capcoms Schnetzel-Orgie nicht verpassen!
DmC im Test: Mit den Serien-Vorgängern hat das Devil May Cry nicht mehr so viel gemein. Nicht nur das Aussehen von Held Dante hat sich komplett verändert, sondern auch die Story. Die neuen Entwickler Ninja Theory (Heavenly Sword, Enslaved) erklären dies damit, dass das neue DmC in einer Parallelwelt spielt - ob uns in dieser Parallelwelt auch Balotelli die Sommerstimmung vermiest hat? Egal ...
In unserem Test von DmC: Devil May Cry beleuchten wir wie gewohnt explizit die Stärken und Schwächen des Spiels. Und ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen: die Stärken überwiegen. Wir haben die Versionen für PC, PS3 und Xbox 360 getestet. Am Ende unseres Tests gehen wir auch auf signifikante Systemunterschiede ein. Noch mehr zum Spiel lest ihr auf unserer Themenseite zu DmC: Devil May Cry.
Das hat uns an DmC: Devil May Cry gefallen
Tolles Kampfsystem
Es ist gar nicht so einfach sowohl Gelegenheitsschnetzler als auch Action-Fanatiker gleichermaßen zu befriedigen. DmC schafft dies aber vortrefflich. Man hat anfangs nur wenige Waffen und bekommt ausreichend Zeit die Steuerung zu erlernen - auch dank vieler Tipps, die Profis aber ausschalten dürfen. Die Steuerung ist sehr durchdacht, so dass man auch dann keine Probleme hat ausgeklügelte Combos auszuführen, wenn man mehr der coolen Waffen dabei hat.
Prima Waffenauswahl
Quelle: Capcom
Acht Schlag- und Schusswaffen stehen in DMC zur Auswahl bereit.
Während Dante zu Beginn nur Schwert und Pistolen dabei hat, darf man am Ende aus immerhin acht Schlag- und Schusswaffen wählen. Vor allem die Himmels- und Höllenwaffen erweisen sich als effektive Dämonenärgerer. Die Aquila-Wurfsterne zum Beispiel beschäftigen die Viecher für einige Sekunden und verletzen sie dabei noch ein wenig. Mit den Eryx-Panzerhandschuhen dagegen könnt ihr euren Widersachern dermaßen einen vor den Latz hauen, dass sogar die Klitschkos vor Neid erblassen würden. Effizient ist auch die Kablooey-Pistole mit der ihr bis zu sechs Pfeile verschießen und diese per Knopfdruck zum Explodieren bringen könnt. Die meisten Wummen sind anfangs noch recht wirkungsarm und müssen durch Upgrades aufgemotzt werden.
Umfangreiches Upgrade-System
Nicht nur die Wummen lassen sich in vielen Stufen verbessern, sondern auch Dantes Kampffähigkeiten. Wer die Levels auch mal abseits des Hauptweges inspiziert und gelungene Combos zeigt, erhält Upgrade-Punkte, die man überlegt einsetzen sollte. Denn alles lässt sich damit nicht aufmotzen. Netterweise werden die Verbesserungen direkt im Fenster präsentiert und man darf sie nach einer kurzen Ladepause ausprobieren. Wer der Meinung ist, einen Fehler gemacht zu haben, darf Upgrades auch rückgängig machen und die Punkte anderweitig investieren.
Ausgeklügeltes Combo-System
Am rechten Bildschirmrand wird jederzeit die Combo-Bewertung angezeigt, die nach einem absolvierten Level in ein Gesamtergebnis einfließt. Wer stylisher kämpft, erhält mehr Upgrade-Punkte. Dabei kommt es vor allem darauf an, nicht immer die gleichen Moves auszuführen und eine Combo auch nicht durch eine mehrsekündige Pause zu stoppen. Somit sehen lange Combos nicht nur spektakulär aus, sondern bringen auch einen Vorteil, den man vor allem in den Bosskämpfen zu schätzen lernt.
Bosskämpfe, die ihren Namen verdienen
Quelle: Capcom
Nicht nur die Wummen lassen sich in vielen Stufen verbessern.
Zwar gibt es auch im Dämonen-Fußvolk einige größere Kaliber. Doch verglichen mit den richtigen Obermotzen wirken die Höllenviecher wie Ameisen. Sukkubus und Co. füllen den ganzen Bildschirm aus und sparen zudem nicht mit markigen Beleidigungen. Da macht es gleich doppelt Laune den mächtigen Dämonen die Grenzen aufzuzeigen. Zwar muss man dabei nicht überdurchschnittlich viel Geschick und Reaktionsvermögen beweisen. Doch da die Bosskämpfe schon mal ne Viertelstunde andauern können und es keine Checkpoints gibt, sollte man den Dämonenabschaum nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Kunstvoller Limbus-Style
Die Wechsel zwischen Realwelt und Limbus sind spektakulär, die Abschnitte im Vorhof der Hölle absolut kunstvoll gestaltet. Man freut sich beim Zocken stets auf den nächsten Limbus-Abschnitt, der zwar an Bekanntes erinnert, sich aber doch signifikant von echten Umgebungen unterscheidet - absolut sehenswert!
Phänomenaler Soundtrack
Die Musikuntermalung stammt von Combichrist-Sänger Andy LePlegua. Wir finden, dass der Elektro-Industrial-Soundtrack perfekt zu solch einem Action-Spektakel passt und haben uns immer wieder beim Wippen mit dem Fuß erwischt, während wir Dämonengruppen malträtiert haben.
Gutes Storytelling
Quelle: Capcom
Die Musikuntermalung stammt von Combichrist-Sänger Andy LePlegua.
Klar, von einem Action-Feuerwerk darf man keine Adventure-mäßige Story mit allzu viel Tiefgang erwarten. DmC bietet jedoch ausreichend viel Hintergrundgeschichte, um die Motivationen jedes Charakters aufzuzeigen. Warum Dante und seine Mitstreiter dem Dämonengesocks um Oberhaupt Mundus den Garaus machen wollen wird verständlich erzählt. Zudem werden die negativen Eigenschaften der einzelnen Dämonenbosse so ausführlich präsentiert, dass man bis zum Aufeinandertreffen genugend Lust verspürt, dem Gegenüber den letzten Zahn zu ziehen. Die Cut-Scenes sind ordentlich, ebenso wie die deutsche Sprachausgabe.
Das hat uns an DmC: Devil May Cry nicht gefallen
Mangel an spielerischer Vielfalt
Nach einigen Stunden nimmt die Begeisterung über die Kämpfe ein wenig ab. Zwar gibt es auch Sprung- und Hangelabschnitte. Doch die fallen nicht sonderlich anspruchsvoll aus. Spielerische Abwechslung hätten zum Beispiel Vehikel-Fahrten bringen können. Die gibt es aber nur in Cut-Scenes.
Konsolengrafik bei schnellen Bewegungen recht verwaschen
Quelle: Capcom
Nach einigen Stunden nimmt die Begeisterung über die Kämpfe ein wenig ab.
DmC ruckelt nicht und leidet auch nicht unter Pop-ups - trotz der teils sehr spektakulären Effekte. Dies mussten sich die Entwickler auf PS3 und Xbox 360 allerdings durch den starken Einsatz von Unschärfeeffekten bei schnellen Bewegungen erkaufen. Allerdings fällt dies beim Spielen nicht besonders negativ auf. Die PC-Fassung protzt jedoch mit 1080p-Optik und sieht insgesamt merklich schärfer aus als die dennoch sehr ansehnlichen Konsolenfassungen.
Kamerawinkel nicht immer perfekt
Speziell in den späteren Levels kommen die Gegner häufig aus allen möglichen Richtungen und die Kamera zeigt das Geschehen nicht immer aus dem optimalen Winkel. Allerdings darf man die Kamera per Analogstick nachjustieren.
