Need for Speed: Most Wanted auf dem Games-Aktuell-Prüfstand: Unser Test zeigt, ob der Open-World-Racer mehr ist, als nur die nächste Adrenalinspritze by Criterion Games. Karriere-Modus, Event-Vielfalt, Fahrverhalten oder natürlich auch der Multiplayer-Modus standen auf unserer TÜV-Checkliste. Welches Ergebnis der Games-Aktuell-Test hervorbrachte, lest ihr hier.
Das zweite Need for Speed von den Burnout-Machern Criterion Games lässt euch durch die fiktive Stadt Fairhaven rasen. Euer Ziel ist es, der meistgesuchte Fahrer der Stadt zu werden - also, der Most Wanted. Dazu müsst ihr den etablierten 10 Most-Wanted-Fahrern im direkten Duell deren Karren abluchsen. Um eines der Boss-Duelle freizuschalten, sammelt ihr fleißig Erfahrungspunkte.
Wie sehr der Karriere-Aufbau motivieren kann, wie viel Abwechslung Fairhaven bietet und wie Need for Speed: Most Wanted technisch abschneidet, das und noch viel mehr erfahrt ihr in unserem Test des neuen Criterion-Racers. Also, nehmt flugs auf dem Beifahrersitz Platz, schnallt euch an und absolviert mit uns den Test-Parcours!
Das hat uns an Need for Speed: Most Wanted gefallen
Willkommen in Fairhaven - groß, vielfältig, spaßig
Quelle: Electronic Arts
Fairhaven ist von links nach rechts und von oben bis unten spaß-optimiert.
Wozu eine echte Stadt oder ein reales Gebiet nachbilden, wo doch nichts so unterhaltsam ist, wie die Fantasie? Das dachten sich die Jungs von Criterion und mit dieser Entscheidung hatten sie absolut recht. Fairhaven ist von links nach rechts und von oben bis unten spaß-optimiert. Von verwinkelten stark befahrenen Stadtabschnitten, in denen blinzeln verboten ist, bis hin zu kurvigen Waldstrecken, die Driftorgien ermöglichen, ist alles geboten, was man sich von einem actionreichen Arcade-Racer wünscht. Vor allem eine ganz bestimmte Kreiselkurve im Wald hat es uns angetan, die einen für rund eine Minute nicht mehr aus der Schrägfahrt befreit. Außerdem gibt es ohne Ende Sprungschanzen. Hier wird eure Flugdistanz sofort mit dener eurer Freundesliste verglichen. Spaßfördernd sind auch die zerstörbaren Objekte wie Laternenmasten, die es ermöglichen eine Abkürzung zu nehmen. Zu den optischen Highlights von Fairhaven zählen ein Flugzeugfriedhof und ein Parkareal.
Sauschnell und alles original
Quelle: Electronic Arts
Sprungschanzen machen Spaß und sorgen für actionreiche Jump-Einlagen.
Wenn man bereits in einem Porsche 911 ins Spiel "hineingeboren" wird, ist klar, was die Entwickler beabsichtigten: hier wird Tempo gebolzt. So sind die Streckenverläufe auch angenehm fair und bieten oft genügende Geraden um seinen PS-Protz auszufahren. Und wenn doch mal eine 90-Grad-Kurve ansteht, weisen meist dicke grüne Pfeile darauf hin, dass man ausnahmsweise mal auf die Bremse stiefeln sollte. Der Fuhrpark ist mit rund 40 Karossen nicht allzu groß, bietet aber neben mehreren EA-exklusiven Porsche-Modellen (918 Spyder, Panamera u.a.) viele weitere Schmuckstücke, wie einen Mercedes SLS AMG oder einen Lamborghini Aventador. Auch drei klassische Rennwagen sind mit dabei. Die Fahrverhalten ist einen Tick ansprungsvoller als etwa in Burnout Paradise, aber weit von dem Realismusgrad entfernt, den Forza: Horizon bietet. Vor allem in der Stoßstangen-Ansicht kommt ein tolles Tempogefühl auf. Das wird jedoch regelmäßig von Rucklern getrübt wird - mehr dazu bei den Contra-Punkten.
Mehrspieler-Spaß
In der Gruppe macht vieles mehr Spaß, auch Need for Speed: Most Wanted. In vorgefertigten oder anpassparen Speedlists werden fünf verschiedene Events aneinandergereiht. Wer am Ende die meisten Punkte hat, ist der Sieger. Die Aufgaben beinhalten unter anderem Takedown-Events, bei denen ihr in einem abgesteckten Areal möglichst viele Gegner schrotten müsst. Die Sprungschanzen kommen natürlich auch zum Einsatz. Auf dem WEg zur Schanze kann man auch mal einen Kontrahenten behindern oder wegschubsen, um ihn zu ärgern. Ohenhin spielt Schadenfreude eine große Rolle im Mehrspieler-Modus, auch in den Gruppen-Rennen, in denen man tunlichst schauen sollte, ob der Verfolger Freund oder Feind ist, bevor man ihm den Weg abschneidet. Das verbesserte Autolog vergleicht diverse Leistungen mit denen der Freunde, etwa euer Tempo, mit dem ihr durch eine der zahlreichen Radarfallen rast. Wen sowas motiviert, der darf sich freuen.
Künstlerisch wertvolle Intros für Most-Wanted-Duelle
Jedes Event bietet ein Intro-Filmchen. Bei normalen Rennen schwankt die Qualität zwischen stylish und normal. Die zehn Most-Wanted-Autos wie ein SL 65 AMG oder ein Bugatti Veyron Supersport werden aber von Filmsequenzen eingeleitet, die durchaus einen gewissen künstlerischen Anspruch erfüllen. Zum Beispiel baut sich eines der Schmuckstücke aus kleinen Glaspartikeln auf, was nicht nur klasse aussieht, sondern sich auch prima anhört.
Das hat uns an Need for Speed: Most Wanted nicht gefallen
Karriere motiviert wenig
Quelle: Electronic Arts
Der Fuhrpark ist mit rund 40 Karossen nicht allzu groß.
Der Karriere-Aufbau krankt an einem unschlüssigen Konzept. Jedes Auto bietet nur die Auswahl aus fünf Events, die sich innerhalb einer Fahrzeugklasse sogar gleichen. Für leichte Aufgaben gibt es ebensoviele Punkte wie für mittlere oder schwere. Um möglichst effektiv voranzukommen und ein neues Most-Wanted-Duell freizuschalten, schnappt man sich einfach immer wieder ein neues Autos und absolviert ein leichtes oder mittleres Event. Da es für die schweren Wettbewerbe auch bessere Belohnungen gibt, wie ein maximaler Nitro-Boost oder selbstreparierende Reifen, haben wir ein Fahrzeug hochgezüchtet und damit alle Most-Wanted-Duelle bestritten - denn mit einem unaufgerüsteten Auto, hat man hier kaum eine Chance. Wirklich motivieren konnte uns die Karriere kaum. Denn auch wenn die Most-Wanted-Wagen eine gewisse Anziehungskraft besitzen, macht das Rasen damit auch nicht mehr Spaß, als mit den restlichen, frei verfügbaren Fahrzeugen.
Kaum verschiedene Event-Arten
Wie schon NfS: Hot Pursuit mangelt es dem neuesten Criterion-Racer an Spielvarianten. Runden-Rennen, Checkpoint-Events, Tempojagden, bei denen die Durchschnittsgeschwindigkeit gemessen wird und Hinterhalt-Aufgaben, in denen es gilt den Cops davonzufahren - mehr ist in der Karriere nicht geboten. Dabei hätte Fairhaven so viel Spielraum für weitere Event-Arten geboten. Einiges hat Criterion dem Mehrspieler-Modus vorbehalten. Darüberhinaus hätte man aus dem Open-World-Konzept noch viel mehr machen können.
Teils heftige Ruckler auf Konsolen
Quelle: Electronic Arts
Die Grafik kann zwar stellenweise überzeugen, ruckelt jedoch an diversen Passagen.
Die Grafik hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Im Grunde sieht Most Wanted sehr gut aus, vor allem wenn die Sonne realistisch blendet oder sich die Umgebung in Pfützen und auf dem Lack spiegelt. Fairhaven ist zudem recht detailliert. Allerdings wirkt das Bild ziemlich unscharf und leidet unter Kantenflimmern. Was technisch aber am meisten stört, ist die unkonstante Bildrate. Von flüssigen 30 Bildern pro Sekunde bis hin zu heftigen Rucklern ist alles geboten. Speziell bei Nachtrennen mit vielen Lichteffekten und mehreren Gegnern oder Cops im Bild, geht die Framerate so sehr in die Knie, dass die Steuerung deutlich daunter leidet. Man merkt, dass der PC Lead-Plattform war. Wie gut die PC-Fassung ausfällt, können wir noch nicht sagen, da uns EA bisher keine Testversion geschickt hat. Wir gehen aber davon aus, dass sie technisch merklich besser sein wird, als die Konsolenfassungen.
