Resident Evil 6-Test: Riesiger Umfang, ekelige Monster, wenig Gänsehaut-Atmosphäre

Test Thomas Szedlak

Der Resident Evil 6-Test von gamesaktuell.de ist da! Pünktlich zum Release von Resident Evil 6 am 2. Oktober für PS3 und Xbox 360 (die PC-Version folgt 2013) testen wir, wie gut der Horror-Shooter geworden ist. Lest von bombatischen Monstern, ganz viel Action und gelegentlichen Frustmomenten.

Dreieinhalb Jahre nach Teil 5 ist Resident Evil 6 endlich fertig und hier ist unser Test! Spielablauf und Steuerung erinnern an den Vorgänger, statt auf Gänsehaut-Momente setzt Capcom auf ein Panikgefühl, das den Spieler überkommen soll angesichts zahlreicher Gegnerhorden unterschiedlichster Colleur. Die Steuerung wurde modernisiert, so darf man zum Beispiel nun auch gleichzeitig Zielen und Laufen.

Schläge und Tritte dürft ihr nun jederzeit ausführen und sogar Seitwärtsrollen bzw. Max-Payne-artige Sprüge nach vorn oder hinten sind möglich. Aber euch interessiert wahrscheinlich viel mehr, was wirklich förderlich oder abträglich für den Spielspaß ist, deshalb genug der Vorworte. Unser nachfolgender Resident Evil 6-Test bringt euch alle Infos direkt auf den Schirm! Mehr zum Spiel lest ihr natürlich auch auf unserer Resident Evil 6-Themenseite!

Resident Evil 6 im Test - das hat uns am neuen Resident Evil gefallen:

Riesiger Umfang

Wer Resident Evil 6 kauft, bekommt was für sein Geld, nämlich drei Hauptkampagnen mit jeweils 6-8 Stunden Spielzeit, eine Bonuskampagne (4-5 Stunden), den Agent-Hunt-Modus (indem ihr selbst als Zombie/Monster agieren dürft!), den Söldner-Modus sowie als i-Tüpfelchen Cutscenes in Spielfilm-Länge.

Famose Cutscenes

Die vorgerenderten Zwischensequenzen sind nicht nur lang, sondern auch erstklassig gestaltet. Die Actionpassagen hätte Michael Bay kaum besser inszenieren können, aber die Filmszenen lassen auch Raum für Dialoge, in denen wir die Protagonisten besser kennenlernen. Erstmals in der Serien-Historie gibt es auch deutsche Sprachausgabe, und die klingt sogar richtig gut.

Spannend verzweigte Story

Alle vier Kampagnen überschneiden sich zeitlich und ihr dürft sogar nach einem abgeschlossenen Kapitel in eine andere Kampagne springen, was wir aber nicht empfehlen. Umso erstaunlicher, wie gut alles zusammenpasst. Natürlich muss man mitdenken, denn die Capcom-Autoren versuchen, euch auf falsche Fährten zu locken. Cool finden wir, dass wir in jeder Kampagne auch auf die Protagonisten aus den anderen Kampagnen treffen. Und erst wenn man die Ada-Wong-Bonuskampagne durchgespielt hat, kennt man die wahren Hintergründe, toll!

Fantastisches Monsterdesign

Unser Mega-Highlight! In Resident Evil 6 stecken unterschiedlichste Monsterarten - und eine ist ekelhafter als die andere, denn oft hängt noch ein Teil des menschlichen Gewebes dran. Die Bossgegner sind gar der Gipfel der Albtraumhaftigkeit. Sie tauchen zum Teil in mehreren Mutationsstufen auf und sind riesig. Also riesig-riesig!

Koop-Kampagne

Alle vier Personen dürfen in Resident Evil 6 von Spielern aus Fleisch und Blut gesteuert werden. Quelle: Capcom Alle vier Personen dürfen in Resident Evil 6 von Spielern aus Fleisch und Blut gesteuert werden. Die wichtigste Neuerung von Resident Evil 5 - die Koop-Kampagne - findet sich auch in Resi 6 wieder.Ihr seid das ganze Spiel über zu zweit unterwegs, mit Ausnahme der Ada-Wong-Bonuskampagne. Die erste Hauptkampagne versammelt Leon S. Kennedy und dessen Kollegin Helena Harper, das zweite Duo setzt sich aus Chris Redfield und Piers Niven zusammen und die dritte Kampagne spielt ihr als Albert-Wesker-Sohn Jake Muller sowie Sherry Birkin, die Tochter des Wissenschaftlers, der den T-Virus - Wurzel allen Umbrella-Übels - erfunden hat. Die drei Duos bringen alle ein paar Geheimnisse ins Spiel ein, was das Ganze storytechnisch besonders reizvoll macht. Aber auch beim Gameplay gibt es immer wieder Koop-Aktionen, bei denen sich die Wege kurzzeitig trennen. Toll ist auch, dass es Vier-Spieler-Passagen gibt, in denen das eine Duo auf ein anderes trifft und die vier dann für einige Minuten zusammenarbeiten müssen. Alle vier Personen dürfen hier von Spielern aus Fleisch und Blut gesteuert werden.

Nahkämpfe nun viel besser

Wir können immer noch nicht glauben, wie umständlich das Nahkampfsystem bei Resident Evil 5 war - man musste tatsächlich dem Gegner erst ins Knie schießen, dann erschien ein Tastensymbol und erst jetzt durfte man zuschlagen. Doch das ist Vergangenheit, bei Resi 6 dürft ihr jederzeit Faustschläge und Tritte austeilen. Die einzelnen Charaktere haben unterschiedliche Nahkampf-Moves drauf, am geschicktesten ist Jake Muller. Allen gemein ist die Tatsache, dass nach einigen Schlägen hintereinander die Kondition am Boden ist und man dann nur noch leichte Schwinger ohne Wirkung platzieren darf - es sei denn, man erholt sich für einige Sekunden.

Live-Action-Inventar
Ein Detail, aber ein wichtiges: Ihr dürft nun eure Waffe während der laufenden Action wechseln und ohne Pausemenü euer Inventar verwalten. Die bekannten grünen und roten Heilkräuter gibt es immer noch und im Nullkommanichts mixt ihr sie zusammen. Es gibt zwar wieder begrenzten Platz im Inventar, allerdings gibt es höchstens Mal im letzten Drittel einer Kampagne Platznot, die sich aber leicht beheben lässt.

Agent-Hunt- und Söldner-Modus

Ihr wolltet schon immer mal selbst ein Zombie sein? Dann könnt ihr eure Viren-Experimente nun beenden, denn Resident Evil 6 gibt euch die Möglichkeit dazu ohne die Gefahr, die menschliche Rasse auszulöschen. Das Zauberwort heißt Agent-Hunt-Modus. Hier pfuscht ihr irgendjemandem auf der Welt während dessen Resi6-Kampagne ins Handwerk. Eine spaßige Sache, auch wenn wir uns als Riesenmotte oder Klauenwesen mehr Aktionsmöglichkeiten gewünscht hätten.

Resident Evil 6 im Test - das hat uns am neuen Resident Evil nicht gefallen:

Chaotisch. Nervig. Langweilig.

Szenen in Resident Evil 6, in denen man den Überblick verliert, genervt und gelangweilt ist, gibt es auch. Quelle: Capcom Szenen in Resident Evil 6, in denen man den Überblick verliert, genervt und gelangweilt ist, gibt es auch. Wie, das ganze Spiel ist chaotisch, nervig, langweilig? Nein, keine Bange, meistens macht Resi 6 großen Spaß, aber es gibt sie halt immer wieder mal, die Szenen, in denen man den Überblick verliert, genervt ist und gelangweilt. Das Spiel ist lang, hat aber auch seine Längen. Mehr als ein Mal dachten wir: Bitte, nicht noch mehr Gegner, gähn. Noch mehr haben uns die chaotischen Szenen gestört, wenn mehrere Gegner auf euch zukommen. Regelmäßig werdet ihr von hinten angegriffen, verliert Energie, landet auf dem Boden, ohne dass ihr eigentlich was dafür konnt. Die Kamera ist nicht optimal platziert, zu dicht an eurer Spielfigur, dadurch geht Übersicht verloren. Außerdem ist die Steuerung immer etwas störrisch. Man kann jetzt zwar zielen und laufen, aber nur extrem langsam. Kurz: Angesichts des Gegneraufkommens hätte die Steuerung noch mehr Shooter-like sein sollen, das Festhalten an den serientypischen Konventione sehen wir als Nachteil.

Gänsehaut? Fehlanzeige!

Eigentlich sollte ja die Leon-Kampagne für Gänsehaut-Stimmung sorgen. Tut sie aber nicht. Der Anfang ist zwar atmosphärisch, so etwas wie Angst kommt aber nicht auf, weil eh klar ist, was gleich passiert. Sorry Capcom, aber in Sachen Gänsehaut ist Dead Space mittlerweile das Nonplusultra, nicht mehr Resident Evil.

Unschöne Texturen

Insgesamt ist die Grafik auf gutem Niveau, das Monsterdesign wie erwähnt sogar ziemlich genial. Doch wer nach dem Haken sucht, findet ihn ziemlich schnell: Die Texturqualität ist mäßig, viele Polygontapeten sehen verwaschen aus und entsprechen nicht dem, was wir 2012 gewohnt sind. Das trübt den optischen Gedamteindruck zwar nur etwas (da auch die Lichteffekte toll aussehen), aber das hohe Niveau früherer Folgen wird diesmal leider nicht erreicht.

Lahmes Waffen-Upgrades

Die Waffen sind insgesamt absolute Standardware und auch das Upgrade-System finden wir lahm. Mit den erspielten Fähigkeitspunkten dürft ihr nach jedem Kapitel eure Skills oder eure Waffen upgraden, aber das geht zäh wie Kaugummi. Der Shop früherer Folgen hat uns viel besser gefallen und gegen das Upgrade-System von Dead Space kann das von Resi 6 überhaupt nicht anstinken.

Kaum Gameplay-Innovationen

In Resident Evil 6 steckt unheimlich viel drin. Die Schießereien wird immer wieder von Geschicklichkeits- oder Fahrpassagen aufgelockert, Schleichpassagen gibt es auch, ebenso ganz seltene Rätsel und Fallen. Aber:Ihr macht im Prinzip nichts, was ihr nicht schon in vielen anderen Spielen gemacht habt. Deshalb dürfen natürlich auch die berühmt-berüchtigten Quicktime-Events nicht fehlen. Aha-Erlebnisse habt ihr definitv beim Monsterdesign aber leider NICHT beim Gameplay.

Bildergalerie

Wertung zu Resident Evil 6 (X360)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Riesiger UmfangFamose CutscenesSpannend verzeigte StoryFantastisches MonsterdesignKoop-KampagneNahkämpfe nun viel besserLive-Action-InventarAgent-Hunt- und Söldner-Modus
Stellenweise chaotisch und langweiligKeine Gänsehaupt-MomenteUnschöne TexturenLahmes Waffen-Upgrade-SystemKaum Gameplay-Innovationen
Fazit

Umfangreiches und bombastisch präsentiertes Horror-Spektakel, das voll auf Action setzt und die Gänsehaut-Komponente vernachlässigt.

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