Sleeping Dogs im Test: Der GTA 5-Konkurrent unter der Lupe - Jetzt im Handel

Test Katharina Pache

Lückenbüßer bis zu GTA 5 oder echte Konkurrenz für Yakuza und Co? Das Open World-Spiel Sleeping Dogs lädt zum Ausflug ins virtuelle Hongkong ein. Wir haben uns nicht zweimal bitten lassen - hier ist unser Test!

Wei Shen ist nicht nur der Protagonist in Sleeping Dogs, sondern auch gerade in seineHeimat Hongkong zurückgekehrt. Seine Aufgabe: Er soll seine alten Kontakte zur Triade nutzen, um die Verbrecherorganisation auszuheben. Doch bevor die ehemaligen Freunde dem Undercover-Cop wieder Vertrauen schenken, gilt es, sich den Respekt der chinesischen Mafia zu verdienen. Macht das so viel Spaß wie der Aufstieg des Nico Bellic in GTA 5? Unsere Pro-Contra-Checkliste verrät es euch!

Das hat uns an Sleeping Dogs gefallen:

Sightseeing
Hongkong als Open World-Umgebung ist nicht nur erfrischend unverbraucht, sondern auch atmosphärisch umgesetzt. Nachts glühen die Neonreklamen, in kleinen Nudelküchen könnt ihr euch während eures Abenteuers stärken, die Gehwege sind von vielen geschäftigen Passanten bevölkert. Zwar ist Hongkong nicht ganz so detailliert wie Tokyo in Yakuza, dafür ist die Karte aber bedeutend größer als in der Konkurrenz aus dem Hause Sega.

Die Charaktere in Sleeping Dogs sind überzeugend und gut vertont. Quelle: Square Enix Die Charaktere in Sleeping Dogs sind überzeugend und gut vertont. Wie im Kino
Eine der größten Stärken von Sleeping Dogs ist die packende Handlung, die an Hollywoodfilme wie The Departed erinnert. Auch Protagonist Wei Shen überzeugt: Hin- und hergerissen zwischen der Triade und dem Job als Undercover-Cop erweist er sich als vielschichtiger als der Durchschnitts-Videospielheld. Zwar nur auf englisch, dafür aber von höchster Qualität sind die Sprecher in Sleeping Dogs und sorgen so zusammen mit den gut inszenierten Zwischensequenzen für eine gelungene Story, die bis zum Ende spannend bleibt.

Konter, Baby
Das Nahkampfsystem in Sleeping Dogs erinnert stark an das von Batman: Arkham City und basiert auf dem effektiven Kontern gegnerischer Angriffe. Attackierende Feinde sind auffällig rot markiert, was die Kämpfe recht einfach macht. Dennoch bereitet das Verprügeln der Gauner jede Menge Spaß und fühlt sich gut an. Nach und nach schaltet ihr neue Kombos frei und die Widersacher werden im Verlauf des Abenteuers immer stärker.

Das hat uns an Sleeping Dogs nicht gefallen:

Eher öde gestalten sich die Schießereien, in die ihr verwickelt werdet. Quelle: Square Enix Eher öde gestalten sich die Schießereien, in die ihr verwickelt werdet. Peng! Peng! Gähn!
Im Gegensatz zu den kurzweiligen Prügeleinlagen sind die Schießereien belanglose Standardkost. Die dümmlichen Gegner in Kombination mit den großzügig verteilten Deckungsmöglichkeiten sorgen für Langeweile statt beschleunigter Atmung. Wenigstens nehmen die Prügeleinlagen deutlich mehr Spielzeit ein als das Geballer.

Und was jetzt?
Aller Anfang ist schwer, sagt man. Und bei Sleeping Dogs trifft das zu, denn der Einstieg ins Abenteuer fällt recht mühsam aus. Bevor alle Unterhaltungsmöglichkeiten in der Stadt freigeschaltet sind vergehen gut und gerne sechs Stunden. Und auch wenn euch alle Nebenbeschäftigungen offen stehen, gibt es in Hongkong nicht allzu viel neben der Hauptstory zu tun. Zudem fallen die meisten Nebenmissionen arg simpel aus.

Du darfst das nicht entscheiden!
Zwar ist die Story wirklich gut inszeniert, doch der Spieler hat keinerlei Einfluss auf den Verlauf der Geschichte. Anstatt durch ein Moralsystem bestimmen zu können, welcher Seite sich Wei Shen zuwendet, läuft alles automatisch ab. Der Wiederspielwert ist somit sehr gering.

Wertung zu Sleeping Dogs (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Erfrischendes SettingGute AtmosphärePackende StoryUnterhaltsame PrügeleienRiesige SpielweltSimples Erfahrungspunkte-SystemUnterschiedliche VehikelGute englische Synchronisation
Öde SchießereienZäher EinstiegKein Einfluss auf den Verlauf der StorySimple NebenmissionenOptik nur MittelmaßKeinerlei Innovation
Fazit

Wer die ersten fünf bis sechs Stunden durchhält, der wird von einer spannenden Story und einer einzigartigen, atmosphärischen Spielwelt belohnt. Hongkong könnte aber noch mehr Möglichkeiten zur Nebenbeschäftigung bieten. Schmerzlich vermisst wird die Möglichkeit, durch eigene Entscheidungen den Verlauf der Story zu beeinflussen, Innovationen sucht man zudem vergebens. Die Wartezeit bis zu GTA 5 überbrückt das Fernost-Mafia-Spektakel aber gut.

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