Tod, Krieg und Verzweiflung: Wir haben die Fantasy-Welt von Darksiders 2 durchkämmt und zahlreiche Abenteuer erlebt. Ist Darksiders 2 ein würdiger Nachfolger des bei Kritikern und Zockern hochgelobten Darksiders? Unser Test verrät es euch!
Die Apokalypse hat die Menschheit hinweggerafft, und die Schuld trägt der apokalyptische Reiter Krieg - zumindest behauptet das der feurige Rat, der zuständig ist für das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle. Krieg will die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen und zieht los, um die Wahrheit herauszufinden. Darksiders 2 greift die Handlung auf, versetzt euch aber in eine andere Spielfigur - in Tod, Kriegs Bruder. Tod ist deutlich flinker als Krieg und kämpft mit Sensen. Alle anderen Unterschiede zu Darksiders, wieviel Spaß Darksiders 2 macht und wie lange das Fantasy-Abenteuer unterhält, lest ihr in unserem ausführlichen Pro-Contra-Check!
Das hat uns an Darksiders 2 gefallen:
Quelle: THQ
Zunächst sind die Kämpfe relativ einfach, später steigt der Schwierigkeitsgrad deutlich an.
Ein bisschen von allem
Darksiders 2 unterhält durch seinen Facettenreichtum. Die Kampf-Abschnitte sind flott und actionreich, durch verschiedene Waffen legt ihr unterschiedliche Moves auf Parkett, außerdem könnt ihr bei vielen in der Spielwelt verteilten Trainern neue Attacken lernen. Dazu kommen Kletterabschnitte, die an Prince of Persia erinnern und bei denen ihr euer Geschick unter Beweis stellen müsst. Abgerundet wird das Spielprinzip durch gelungene Rätsel, die klar zu den Highlights des Fantasy-Abenteuers gehören. Zusätzliche Tiefe verleihen die Rollenspiel-Anleihen. So könnt ihr Tod aufleveln, indem ihr Erfahrung sammelt und Punkte in verschiedene Fähigkeiten investieren. Zudem findet ihr ständig neue, bessere Ausrüstung, die die Werte eures Helden aufbessert.
Kombiniere, kombiniere
Die Kopfnüsse in Darksiders 2 sind sehr durchdacht aufgebaut. In jedem Abschnitt wird eine andere Rätselmechanik genutzt. Ich Reich der Toten beispielsweise knobelt ihr mit Hilfe von drei Geistern, die euch helfend zur Seite stehen. Und in der ersten Spielumgebung kontrolliert ihr antike Golems, auf denen ihr durch die Gegend fahrt. Durch die Wechsel der Rätselmechaniken kommt nie Langeweile auf, und auch wenn einige Kopfnüsse eure grauen Zellen fordern, sind die Lösungen nie absurd oder unlogisch.
Hier gibt's viel zu tun
Auch wenn ihr nur den Pfaden der Hauptstory folgt (und das ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit, wartet doch an jeder Ecke eine Schatztruhe oder eine Nebenquest auf euch), dann seid ihr beim ersten Durchgang zwischen 18 und 22 Stunden unterwegs. Wer alle Fertigkeiten im Talentbaum freischalten will, der muss ohnehin noch ein zweites Mal ran und dann nach Geheimnissen suchen, die ihm beim ersten Versuch eventuell entgangen sind.
Quelle: THQ
Verzweiflung ist nicht gerade ein Rennpferd und bewegt sich recht gemächlich.
Ohren auf!
Die musikalische Untermalung von Darksiders 2 ist ein echtes Highlight. Die verträumten Klänge versetzen euch sofort in die malerische Welt von Tod und seinen Freunden und Feinden. Großes Lob verdient zudem die komplett deutsche Vertonung des Abenteuers. Bis auf Tod höchstpersönlich und eine weibliche Rolle liefern die Sprecher einen gutes bis sehr guten Job ab. Wer über ordentliche Englischkentnisse verfügt, der kann aber auch den englischen Stimmen lauschen, die noch ein bisschen besser klingen als die deutschen.
Das hat uns an Darksiders 2 nicht gefallen:
Auf der Streckbank
Die angekündigte "Open-World-Umgebung" in Darksiders 2 ist eigentlich eher eine Aneinanderreihung recht breiter, langer Levelschläuche. Wer sich unterschiedliche Wettereffekte oder wechselndeTageszeiten wünscht, ist hier an der falschen Adresse. Die Umgebung in Darksiders 2 ist nicht dynamisch, lediglich einige Monster bewegen sich in den recht einsamen Umgebungen von A nach B und warten darauf, dass ihr vorbeireitet. Die langen Wege strecken die Spielzeit, Schnellreisen ist zwar dankenswerterweise möglich, aber erst, wenn ihr den Ort bereits entdeckt habt. Auch ist Tods Pferd Verzweiflung recht langsam. Auch der Talentbaum wurde aufgeplustert und sieht nach mehr aus, als er ist. Im Grunde verbessert ihr auf jeder der zwei Seiten etwa eine Handvoll Fähigkeiten.
Quelle: THQ
Der markante Stil des Comiczeichners Joe Madureira passt gut zum fantastischen Abenteuer.
Um was geht es gleich?
Wer den ersten Teil nicht gespielt hat, dürfte zunächst etwas ratlos ob der Geschehnisse in Darksiders 2 sein. Auch nimmt die Geschichte um Tod und Krieg nur gemächlich Fahrt auf. Bevor der Held herausfindet, wer oder was hinter der Apokalypse steckt, muss er nämlich zahlreiche Gefälligkeitsaufgaben für die Bewohner der Fantasywelt erledigen, sodass ihr zwischendurch fast vergesst, dass ihr unterwegs seid, um euren Bruder zu retten. Das Ende ist zudem relativ unbefriedigend und findet zeitlich gar vor dem Finale des ersten Spiels statt. Hoffentlich bringt Teil 3 mehr Licht ins Dunkel.
Technisch nur Durchschnitt
Die meiste Zeit funktioniert die Steuerung gut, die Kletterabschnitte kommen jedoch nicht an die butterweiche Kontrolle eines Uncharted heran. An einigen Stellen weigert sich Tod beispielsweise, den Greifhaken zu zücken, um sich weiterzuhangeln und stürzt lieber in die Tiefe. Die Kamera macht euch zudem oft einen Strich durch die Rechnung. Vor allem bei Klettersequenzen erkennt ihr zunächst nicht, wohin ihr springen müsst und fallt herunter. Optisch setzt Darksiders immer noch auf den recht kantigen, markanten Comic-Stil des Vorgängers, den man liebt oder hasst. Die Gestaltung der Charaktere und Umgebung ist jedoch konsistent und an einigen Stellen wie zum Beispiel im Reich der Toten zaubert Darksiders 2 dank detaillierter Grafik und toller Gestaltung eine wahrhaftig fantastische Atmosphäre auf den Bildschirm. Solche Highlights werden jedoch getrübt vom häufig auftretenden Bildzerreißen. Die Ladezeiten sind zudem happig, manchmal wird sogar beim Öffnen von Türen nachgeladen, bevor es weitergeht.
