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  • Ryu Ga Gotoku

    Die Welt retten? Gähn. Prinzessinnen befreien? Schnarch. Terroristen aufhalten? Nicht schon wieder! Viele Spielehersteller sind nicht besonders kreativ, wenn es darum geht, sich Hintergrundgeschichten für neue Produkte auszudenken. Die Japaner von Sega gebieten diesem bedenklichen Trend nun endlich Einhalt und liefern mit "Ryu Ga Gotoku" ein filmreifes Gangsterdrama voller Irrungen, Wirrungen und Überraschungen. Liebe und Schmerz, Mord und Totschlag, Blut und Tränen -- der kompromisslose Yakuza-Thriller entführt euch für rund 40 Stunden in die gefährlichen Sümpfe der organisierten Kriminalität. Weiterlesen auf eigene Gefahr!

    Schwere Jungs

    Klotzen, nicht kleckern -- dieses Motto haben sich die Entwickler rund um den sympathischen Produzenten Toshihiro Nagoshi (u.a. "Super Monkey Ball", "Daytona") offenbar mit roter Signalfarbe auf die Fahnen geschrieben. Umgerechnet satte 20 Millionen Euro nahmen die Coder in die Hand, um ihre Vorstellung eines mitreißenden Konsolenkrimis für Erwachsene zu realisieren. Der japanische Buchautor Hase Seishu kümmerte sich um die Story, in Nippon äußerst populäre Schauspieler wie Tetsuya Watari liehen den Protagonisten des Spiels ihre Stimmen. Zudem kurbelte eine ebenso gigantische wie bizarre Marketing-Maschinerie die Verkaufszahlen des Unterweltepos an (siehe Kasten S. 41).

    Doch haben sich all die Mühen auch gelohnt? Ist "Ryu Ga Gotoku" (was übersetzt übrigens so viel wie "Wie ein Drache" heißt) wirklich der erhoffte Lichtblick für alle anspruchsvollen Zocker, die von knuddeligen Hüpfmaskottchen und pausbäckigen Comicbengeln die Nase voll haben? Wir haben den Nadelstreifenanzug aus dem Schrank geholt, die coole Sonnenbrille aufgesetzt und uns als kampferprobter Yakuza durch die japanische Verkaufsversion gekloppt!

    Schuld...

    Japan im Jahre 1995. In einem verlassenen Bürogebäude fallen mehrere Schüsse. Den herbeieilenden Polizisten bietet sich ein grausiges Bild: Auf dem Teppichboden liegt die blutüberströmte Leiche eines mächtigen Bandenchefs -- offenbar getötet von dem jungen Yakuza-Mitglied Kazuma Kiryu, der den rauchenden Revolver noch in der Hand hält. Für die Ordnungshüter ist der Fall klar: Der schwarzhaarige Schurke wird noch in derselben Nacht verhaftet und des Mordes angeklagt. Doch ist er wirklich der Täter? Und welche Bedeutung hat der am Tatort gefundene Goldring mit der Gravur "Yumi"...?

    Zehn Jahre später. Völlig überraschend wird der verurteilte Schwerverbrecher auf freien Fuß gesetzt. Die Freude über die neu gewonnene Freiheit währt jedoch nur kurz: Das virtuelle Japan hat sich im Laufe der Jahre völlig verändert. Zudem sinnen Kiryus ehemalige Bandenbrüder noch immer auf Rache für den Mord an ihrem Oberhaupt. Für den Protagonisten beginnt eine gefahrvolle Reise durch Japans Unterwelt. Er wird alte Freunde verlieren, neue Verbündete gewinnen und sich am Ende für eine Seite entscheiden.

    ...und Sühne

    In der Rolle des tätowierten Exknackis macht ihr fortan die neonhellen Straßen des fiktiven Amüsierviertels Kamurocho unsicher. Ob ihr nun eure sauer ergaunerten Yen in einer der zahllosen Spielhallen verjubelt, euch einen herzhaften Snack im Nudelimbiss gönnt oder im edlen Nachtclub eine scheue Schönheit anbaggert -- das japanische Nightlife bietet jede Menge Verlockungen. Wer sucht, der findet: Immer wieder verwickeln euch unscheinbare Passanten in Gespräche, geben euch wertvolle Tipps oder versorgen euch mit einträglichen Nebenmissionen.

    Die in den ersten Spielminuten suggerierte völlige Entscheidungsfreiheit im Stil eines "GTA San Andreas" ist in Wahrheit keine: Ihr könnt nur ausgewählte (und meist storyrelevante) Gebäude betreten. Außerdem zeigt euch ein kleiner Pfeil über den Köpfen der Spielfiguren an, ob ihr mit ihnen interagieren könnt. Alle unmarkierten NPCs kümmert es nicht, wenn ihr vor ihnen herumhampelt. Trotz dieser Einschränkungen gibt es in Kamurocho für Nachwuchshalunken jede Menge zu erledigen: Wenn ihr das blutige Finale erreicht, kennt ihr das virtuelle Viertel wie eure Westentasche!

    Faustrecht

    Einen großen Teil des Yakuza-Lebens machen die regelmäßigen Prügeleinlagen aus. Verwehrt euch ein arroganter Türsteher den Zutritt oder soll ein störrischer Restaurantbesitzer auf seine versäumte Schutzgeldzahlung "aufmerksam" gemacht werden, schaltet das Spiel automatisch in den Kampfbildschirm um. Im Gefecht stehen euch etliche Kombos und Nahkampfattacken zur Verfügung. Bei Bedarf schnappt sich euer Schützling gar eine Eisenstange oder einen Golfschläger und gestaltet damit die Gegnervisagen kreativ um. Zwar kann das Kampfsystem in puncto Anspruch und Tiefgang nicht mit echten Beat'em Ups wie "Virtua Fighter 4" mithalten, trotzdem präsentiert es sich überraschend umfangreich und gut durchdacht.

    Nach jedem gewonnen Fausttanz erhaltet ihr Erfahrungspunkte, mit denen ihr neue Manöver erlernt oder Kiryus Statuswerte verbessert. Und spätestens jetzt sollte klar sein, dass sich "Ryu Ga Gotoku" im Gameplay-Kern fundamental von "GTA" und Konsorten unterscheidet: Zufallskämpfe, Levelfortschritte und Item-Menüs machen aus Segas Brutalo-Ballade ein waschechtes Action-Rollenspiel vor einem ungewöhnlichen Gangster-Hintergrund. Messer wetzende Auftragsmörder statt Feuer spuckender Drachen, Magenschwinger statt Elementarzauber -- schön zu sehen, dass man sich dem Genre auch ohne die üblichen Fantasy-Klischees nähern kann.

    Wer? Wie? Was?

    Bei all den Stadtrundgängen und Kloppereien ist die komplexe Story das Salz in der Sushi-Suppe. Obwohl wir zu keiner Zeit verstanden haben, wer sich mit wem weswegen prügelt oder warum der nette Opa im grauen Anzug sterben musste, hat uns die filmreife Präsentation sofort in ihren Bann gezogen. Im schummrigen Strip-Club lieferten wir uns eine Schlägerei mit einem wehrhaften Transsexuellen, und in einer Zwischensequenz wurden wir sogar Zeuge, wie ein Yakuza-Boss das Versagen eines seiner Untergebenen bestraft (Stichwort: Rasiermesser).

    Leider spielt bei so viel Inhalt die Technik nicht immer mit: Oftmals hemmen mehr oder minder kurze Ladepausen den Spielfluss. Darüber hinaus erfreuen euch die Protagonisten nur in den Cutscenes mit lupenreiner Sprachausgabe, während des eigentlichen Spiels bleiben sie stumm. Diese Minimankos kratzen aber nur leicht an der ansonsten hervorragenden Atmosphäre der PS2-Räuberpistole.

    Nur in Nippon?

    Bislang existieren noch keine konkreten Pläne, das unmoralische Abenteuer auch in den USA oder gar hier zu Lande zu veröffentlichen, auch wenn die Scheibe mittlerweile ebenfalls unter dem (inoffiziellen) englischen Namen "Way of the Dragon" bekannt ist. Wie aber Produzent Toshihiro Nagoshi in einem Interview selbst zu bedenken gab, übt die Gangsterthematik eine universelle Faszination aus -- Machtspiele, Mord und Mädchen sprechen eben nicht nur Nippon-Zocker an!

    Wir können Sega nur den Ehrgeiz und vor allem die nötigen finanziellen Mittel wünschen, sich zumindest an eine englische Version von "Ryu Ga Gotoku" heranzuwagen. Es wäre wirklich jammerschade, wenn das mitreißende Unterweltdrama japanischen Spielern vorbehalten bleiben würde. Und außerdem würden wir echt gerne wissen, was dieser penetrante Transsexuelle im Strip-Club eigentlich von uns wollte...

  • Yakuza
    Yakuza
    Developer
    Sega
    Release
    14.09.2006

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Yakuza
Ryu Ga Gotoku
http://www.gamesaktuell.de/Yakuza-Spiel-43434/News/Ryu-Ga-Gotoku-720114/
01.03.2006
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