Im Osten was Neues: Prügelt euch als Skupelloser Edel-Gangster durch Tokios Unterwelt.
Unverhofft kommt bekanntlich oft: Nachdem wir für unsere DVD bereits einen ausführlichen Blick auf die Vorabversion der Schurken-Simulation "Yakuza" geworfen haben, schickte uns Hersteller Sega kurz vor Redaktionsschluss die endgültige Testfassung ins Haus. Frisch wie das Sushi vom Feinkostladen, hart wie die Handkante vom Karatemeister und gefährlich wie ein Fugu-Festmahl: Auf den folgenden Seiten tauchen wir tief ein in die japanische Unterwelt und riskieren ein paar Finger - weiterlesen auf eigene Gefahr!
Gauner-Geschichte(n)
Über die genauen Story-Hintergründe haben wir euch bereits in unserem Preview (play 03/2006) aufgeklärt. Um aufmerksame Stammleser nicht mit Altbekanntem zu langweilen (und euch zudem nicht die Spannung zu verderben), fassen wir an dieser Stelle nur kurz zusammen: Nachdem der smarte Gangster Kiryu Kazuma eine zehnjährige Haftstrafe für den Mord an einem hochrangigen Bandenboss abgesessen hat, findet er sich inmitten eines mörderischen Komplotts wieder. Entführte Mädchen, geraubte Millionen und abgeschnittene Finger: Der nicht ganz klischeefreie Mix aus knallhartem Krimi und zarter Lovestory entlockt jedem Fan reißerischer Räuberpistolen ein herzhaftes Jauchzen. Was Wunder, zeichnet für das Skript doch der bekannte japanische Romanautor Hase Sheishu verantwortlich.
Wer eine virtuelle Yakuza-Karriere anstrebt, sollte allerdings über ein verdammt gutes Personengedächtnis verfügen -- oder sich am besten einen Notizblock bereitlegen! Während eures Rachefeldzugs kreuzen nämlich so viele verschiedene Charaktere euren blutigen Weg, dass ihr im Gewirr der Namen und Beziehungen schnell die Übersicht verlieren könntet. "Wer hat jetzt wen betrogen und wer war noch mal der Typ mit der Augenklappe?" Der Sega-Klopper fordert euch einiges an Aufmerksamkeit ab, belohnt euch dafür aber mit einer spannenden und enorm komplexen Geschichte.
Prügel-Profi?
Die Yakuza haben ganz eigene Methoden, Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg zu räumen -- da wird nicht verbissen diskutiert, da gibt's auf die Fresse. Folgerichtig sind die zahlreichen Prügeleinlagen der eigentliche Dreh- und Angelpunkt des schurkischen Spektakels. Ob nun pöbelnder Penner im virtuellen Rotlichtbezirk, oder Messer wetzender Auftragskiller eines verfeindeten Mafia-Clans -- Antiheld Kiryu macht sie alle frisch.
Habt ihr eurem Gegner endgültig die Kasse nach hinten gehauen und das Duell somit für euch entschieden, verteilt ihr gewonnene Erfahrungswerte auf die drei Eigenschaftsbalken eures kriminellen Alter Egos. Auf diese Weise erhöht ihr eure physische Stärke oder lernt immer neue, noch mächtigere Angriffsmanöver.
Macht das Kampfsystem anfangs noch ordentlich Laune (nicht zuletzt dank herrlich fieser Kopf-gegen-Wand-Einlagen), treten mit fortschreitender Spieldauer leider eklatante Mängel zu Tage.
So hat unser geschniegelter Super-Gangsta ernsthafte Probleme, seine Widersacher dauerhaft im Blick zu behalten. Und wieso kein Sega-Programmierer auf die clevere Idee gekommen ist, ein Padkommando zum blitzschnellen Umdrehen einzubauen, können wohl nicht mal die Kartenleser vom NeunLive-Nachtprogramm beantworten. Unverständlich, warum die Coder hier nicht mehr Sorgfalt bewiesen haben. Nach einigen Übungskämpfen besiegt ihr zwar auch härtere Brocken relativ problemlos, trotzdem hätte das Kampfsystem noch viel Feinschliff vertragen können.
