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  • X-Men: Zukunft ist Vergangenheit in der Filmkritik: Schwächster Teil der Serie

    Mystique kämpft mit sich: Trask töten oder nicht? Quelle: © 2014 Twentieth Century Fox

    X-Men: Zukunft ist Vergangenheit versprach eine Symbiose der Prequel-Reihe "First Class" und der klassischen X-Men-Serie. Was Regisseur Bryan Singer abliefert, ist ein verwirrendes Geflecht von Einzelgeschichten, die nicht so recht in den X-Men Gesamtkanon reinpassen wollen.

    Es klang ja schon ziemlich cool: Der Prequel-Film "First Class" stellte die Helden aus X-Men zum ersten Mal in ihrer Jugend vor. Charles Xavier, Erik "Magneto" Lehnsherr und Raven/Mystique waren plötzlich nicht mehr die ernsten Mutanten, als die man sie kannte. Das brachte frischen Wind in die Serie und präsentierte für Comic-Unkundige wie mich, wie es zu der festgefahrenen Situation im Mutantenlager kam. Ich mochte den Cast: Michael Fassbender und James McAvoy waren perfekte Besetzungen für ihre Rollen. Als es hieß, man wolle die "First Class" mit den altgedienten X-Men zusammenbringen, war ich total aus dem Häuschen.

    Magneto (Ian McKellan) schwebt so rum. Magneto (Ian McKellan) schwebt so rum. Quelle: © 2014 Twentieth Century Fox 120 Minuten nachdem ich das Kino verließ, macht sich nun aber die Gewissheit breit: Das ist nicht der Film, den ich erwartet habe. Schon die Ausgangslage war verworren: Die Menschheit hat sich in einem jahrelangen Krieg entzweit. Mutanten und ihre menschlichen Unterstützer werden von den "Reinrassigen" in Lager gesperrt, zusammengepfercht, getötet. Es ist ein düsteres Bild, eine schlimme Zeit. Ganz so, wie zu Beginn von X-Men: First Class, als die Nazis Juden (und unter ihnen Mutanten) wegsperren. Die Idee: Wenn die X-Men in der Zeit zurückreisen und die Eskalation im Mutantenkrieg verhindern, dann könnten sie alle überleben – und die Geschichte "reparieren". Das Ziel ist einfach: Bolivar Trasks (Peter Dinklage) Ermordung soll in den 70ern dafür gesorgt haben, dass Präsident Nixon ein Killerroboterprogramm namens Sentinel grünes Licht gibt. Zusammen mit Ravens (Jennifer Lawrence) Blut, entwickeln sich die Sentinel-Drohnen zu perfekten Waffen für die Mutantenjagd: Sie adaptieren einfach die Fähigkeiten der Übernatürlichen. Einen Eis-Mutanten machen sie mit Feuer fertig, einen Feuer-Mutanten mit Eis.

    Professor Xaviers (Patrick Stewart) brillante Idee: Raven davon überzeugen, Trask nicht zu ermorden. Aber: Nicht alle können mit. Eigentlich kann sogar nur einer in der Zeit zurückreisen, jemand, der die weite Strecke über mehrere Jahre auch überleben kann… Logan alias Wolverine (Hugh Jackman). Damit konzentriert sich X-Men aber leider fast ausschließlich auf ihn und überlässt dem Rest der Truppe ein Leben in der Bedeutungslosigkeit.

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    X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - Zweiter deutscher Trailer

    Wirres Konzept, gute Handarbeit

    Der unbedeutende Nebencast von Zukunft ist Vergangenheit. Der unbedeutende Nebencast von Zukunft ist Vergangenheit. Quelle: © 2014 Twentieth Century Fox Schnell verliert man den Bezug zu den X-Men der Zukunft. Der Filmtitel und das Versprechen, das erste Trailer gaben, sind irgendwie hinfällig. Zukunft ist Vergangenheit verkommt zur wirren Aneinanderreihung von einzelnen coolen Szenen und Ideen. Derer bedienen sich die Macher zuhauf. Dass die Serie mit geschichtlichen Fakten verwoben wird, bringt Humor in den Film. Magneto soll zum Beispiel Präsident Kennedy getötet haben. Wie sonst soll die Kugel eine Kurvenbahn geflogen sein? Diese Faktenvermischung von Verschwörungstheorien kommt beim Publikum gut an – man versteht halt den popkulturellen Zusammenhang.

    Besonders im Gedächtnis bleibt einer der großen Kämpfe in Zukunft ist Vergangenheit. Er findet in beiden Epochen gleichzeitig statt, vom Ausgang des einen ist der andere sozusagen indirekt betroffen. Dieser sprunghafte Wechsel der Zeitalter ist meisterlich geschnitten – doch leider auch nur Eye-Candy. Inhaltlich mangelt es X-Men: Zukunft ist Vergangenheit einfach an Substanz und Kohärenz.

    Lustig ist Logans Reise in die Vergangenheit natürlich trotzdem. Weil er nun über Wissen verfügt, dass die anderen nicht haben, bleiben Klugscheißer-Sprüche nicht erspart. Als Kenner der Serie erkennt man die häufigen Anspielungen, inhaltlich verwirren sie aber manchmal. Sie machen den Charakter und den Auftrag unglaubwürdig, wenn man davon in einem Film über Mutanten sprechen darf. Viel Zeit vergeudet Regisseur Singer auch mit Roadmovie-Elementen. So muss Wolverine erst eine Mannschaft von Unterstützern um sich scharen und deren Probleme schultern. Die 120 Minuten Spielzeit sind überfrachtet mit Kleinkram, der zwar einzeln unterhält aber im Gesamtkanon irrelevant ist.

    Gutes Schauspiel

    Peter Dinklage als Bolivar Trask sticht heraus. Peter Dinklage als Bolivar Trask sticht heraus. Quelle: © 2014 Twentieth Century Fox Die X-Men Stammbesetzung liefert gewohnt gute Kost ab. Wolverine-Mime Hugh Jackman ist seinerzeit so in der Rolle aufgegangen, dass er zwei eigene Spin-Offs im Kino erhielt – einer davon sehr gut, der andere eher lahm. Patrick Stewart und Ian McKellan, das "alternde" X-Men-Team, funktioniert hervorragend miteinander, McAvoy und Fassbender (die jungen Versionen der beiden) spielen mehr eine Buddy-Komödie. Mal miteinander, mal gegeneinander, aber immer mit einem passenden Spruch auf den Lippen. Auch Halle Berry schlüpft wieder ins Lederkostüm und beeinflusst als Mutantin Storm das Wetter. Viel brauchen Fans aber nicht erwarten. Wie die meisten anderen Nebendarsteller (Ellen Page, Omar Sy, Evan Peters) hat sie lediglich eine Handvoll Dialogzeilen aufzusagen und besticht hauptsächlich dadurch, dass sie im Hintergrund rumsteht. Vergeudetes Potential!

    Einzig heraus sticht Peter Dinklage. Der aus Game of Thrones bekannte Kleinwüchsige spielt den Bösewicht-Industriellen Bolivar Trask, den Erfinder der Sentinel-Drohnen. Sein Unternehmen ist eine Art Superkonzern wie Stark Industries, jedoch mit dem Ziel, Mutanten zu vernichten um das Wohl der eigenen Spezies zu schützen. Viel Sprechzeit bekommt er jedoch nicht, Trasks Motivation wird deshalb nie ganz klar. Schnauzer und 70er-Outfit stehen dem Mann, den wir heute allgegenwärtig als saufenden und hurenden "Imp" im Kopf haben, aber gut.

  • Es gibt 5 Kommentare zum Artikel
    Von Cid-Z
    So, nachdem ich den Film jetzt auch gesehen habe, muss ich diesem Review wiedersprechen. Days of Future Past war…
    Von Cid-Z
    Sehr schade. Die Vorlage hatte Potential. Was das mit diesem ständigen Fokus auf Jackman soll, ist mir aber echt ein…
    Von LordVessex
    Also den besten Teil fand ich "Erste Entscheidung" und da wieder die neuen schauspieler dabei sind, kann es doch gar…
    • Es gibt 5 Kommentare zum Artikel

      • Von Cid-Z
        So, nachdem ich den Film jetzt auch gesehen habe, muss ich diesem Review wiedersprechen. Days of Future Past war (überraschend) gelungen. Der Einstieg war schwach, aber nach den ersten 15-20 Minuten war er auf einem ziemlich hohen Level was Spannung, Choreographie und Technik betrifft.
      • Von Cid-Z
        Sehr schade. Die Vorlage hatte Potential. Was das mit diesem ständigen Fokus auf Jackman soll, ist mir aber echt ein Rätsel. Die beiden Wolverine-Auskopplungen waren wirklich hundsmiserabel und der Tiefpunkt einer ohnehin leider nur mittelmäßigen Filmreihe.
      • Von LordVessex
        Also den besten Teil fand ich "Erste Entscheidung" und da wieder die neuen schauspieler dabei sind, kann es doch gar nicht so schlecht werden!

        Michael Fassbender ist ein genialer Schauspieler, genau wie James McAvoy

        ich guck mir den film auf jeden fall an, wie oft haben kritiken nicht meiner meinung entsprochen (bestes beispiel Need for Speed)
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X-Men: Zukunft ist Vergangenheit
Filmkritik: Schwächster Teil der Serie
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit versprach eine Symbiose der Prequel-Reihe "First Class" und der klassischen X-Men-Serie. Was Regisseur Bryan Singer abliefert, ist ein verwirrendes Geflecht von Einzelgeschichten, die nicht so recht in den X-Men Gesamtkanon reinpassen wollen.
http://www.gamesaktuell.de/X-Men-Zukunft-ist-Vergangenheit-Film-258612/Specials/Filmkritik-Schwaechster-Teil-der-Serie-1121942/
21.05.2014
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2014/05/X-Men_Zukunft_ist_Vergangenheit__10_-gamezone_b2teaser_169.jpg
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