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  • WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966

    2013 war ein gutes Jahr für den Rallye-Sport. Nach 29 Jahren gewann endlich wieder ein deutsches Auto die FIA Rallye-Weltmeisterschaft: der Volkswagen Polo R WRC. Dieser Bolide ziert nun auch das deutsche Cover des neuen offiziellen Spiels zum internationalen Rallyezirkus. WRC 4 von Bigben Interactive erschien vor wenigen Tagen. Ich habe es getestet.

    Herzstück Karriere

    Nach dem Start des Spiels landet man in einem schlichten, funktionalen und auch recht schick aussehenden Menü. Hier kann man ein Schnellrennen mit zufälligen Autos und Strecken starten. Im Rallye-Modus kann man die großen Meisterschaften fahren und unter Mehrspieler mit anderen Spielern zusammen fahren. Das Kernstück des Spiels besteht aber aus der Karriere, die man als Einzelspieler absolviert.Anders als im Vorgänger gibt es keinen Comic-Look und keine Fantasieaufkleber mehr. Es gibt auch keine Geschicklichkeitstests und Fahrprüfungen mehr. Man beginnt ganz einfach in der untersten Klasse und arbeitet sich dann als Neuling hoch bis zum gefeierten WRC-Profi. Man durchläuft dabei die neuen Klassen des FIA WRC-Reglements, die Junior-WRC, WRC 3, WRC 2 und WRC.

    Ab in die Pampa

    Man kann sich seinen Manager und einen Beifahrer aussuchen, unterschreibt einen Vertrag bei einem Team und dann geht es auch schon los. In loser Reihenfolge absolviert man eine Rallye nach der anderen. Eine von den 13 offiziellen Einzelrallyes besteht aus drei Renntagen mit jeweils zwei Events, also sechs Etappen insgesamt.
    Die Tageszeiten variieren und je nach Stand der Sonne ist es mal heller und mal dunkler. Nachtrennen gibt es nicht, allerdings fährt man einige Etappen im Regen oder bei Schneefall. Hat man die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, kann man in ein besseres Team wechseln. Hat man womöglich versagt, kann es vorkommen, dass man aus dem Team fliegt und weiterhin in einer niedrigen Klasse fahren muss.

    Jeder ist seines Glückes Schmied

    WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966. WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966. Quelle: pc games Die vorgegebenen Einstellungen des Spiels machen WRC 4 zu einem Spaziergang und lassen anfänglich die Erfolge nur so purzeln. Das Spiel ist auf diese Weise viel zu einfach. Stellt man von den zehn Gegner-Schwierigkeiten die mittlere ein, wird es schon knackiger. Für ein realistisches Erlebnis sollte man noch Bremshilfe, Stabilitätskontrolle und Antiblockiersystem abschalten. Soll das optische Schadensmodell auch realistische Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben, so kann man diese Option auf schwer stellen. Echte Profis fahren mit dem Lenkrad und aktivieren die manuelle Handschaltung.
    Richtig mies kann es dann werden, wenn man auch noch die Rückspulfunktion deaktiviert. Dann kann es bei einem Motorschaden das Aus bedeuten, wenn man mitten in der Rallye gegen einen Baum gekracht ist.
    Zu einer Hardcore-Simulation wird WRC 4 deswegen aber noch nicht. Das Spiel bleibt seiner gelungenen Linie als Mix aus Arcade-Racer und Simulation treu.

    Grafikbombe? Leider nicht

    Eines muss man dem italienischen Entwickler Milestone (MotoGP, SBK-Reihe) lassen: Er schafft es auch im vierten Jahr, sein jährliches WRC besser als den Vorgänger aussehen zu lassen, ohne ihm dabei sein Hässliches-Entlein-Image nehmen zu können.
    So ziemlich alles in WRC 4 ist lizenziert: Die Sponsoren, die originalen Autos (mit insgesamt 65 Fahrern aus 55 Teams und 15 verschiedenen Fahrzeugen ist WRC 4 das bislang umfassendste Spiel der gesamten Serie) und die 13 Länder in denen die Rallyes stattfinden. Man stellt sich wohl die Frage, warum nicht auch die insgesamt 78 Strecken originalgetreu sind.

    WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966 (3) WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966 (3) Quelle: pc games Die Umgebungen und Streckenverhältnisse wurden schon gut eingefangen, aber sie stammen aus dem bekannten Baukastenprinzip der Spike-Engine von 2012. Zwar sind die Strecken anspruchsvoll und nicht mehr so vorhersehbar wie im Vorgängerspiel, aber etwas mehr Abwechslung wäre nett gewesen. Es gibt nun Zeppeline oder Paraglider am Himmel zu sehen, aber ein über die Straße hoppelndes Känguru in Australien oder einen Elch in Finnland vermisst man nach wie vor.

    Es gibt verschiedene Tageszeiten, die durch den Stand einer statischen Sonne erzeugt werden. Meistens werden die Strecken einer Rallye einfach umgekehrt in einem anderen Sonnenlicht gefahren, was den Eindruck einer völlig neuen Etappe vermittelt. Tatsächlich variiert aber nur die Optik und die Streckenführung wurde leicht abgewandelt. Ein kleiner Trick, der schnell auffällt. Immerhin gibt es einen schönen Lens Flare-Effekt, aber die Grafik erreicht niemals das Niveau eines Dirt 3. Dazu sind die Umgebungen zu verwaschen und einige Texturen zu matschig.
    Die Statik der Spike-Engine Beleuchtung lässt auch keine angeschalteten Scheinwerfer zu, was in einigen Etappen bei Dämmerung wünschenswert gewesen wäre.

    Hässliches Entlein

    Man kann nicht sagen, dass WRC 4 eine Schönheit ist, aber hässlich war das erste WRC von Milestone aus dem Jahr 2010. Die Spike-Engine, die seit WRC 3 zum Einsatz kommt, macht schon einen guten Eindruck. Das macht sich hauptsächlich bei den drei komplett neu erstellten Strecken Australien, Schweden und Deutschland bemerkbar. Während die deutsche Rallye nun wieder durch die beschaulichen Weinberge der Mosel führt, fährt man in Schweden endlich durch wunderschöne klare Schneelandschaften mit viel Weitsicht. Australien ist auch hübsch, aber nicht unbedingt spektakulär.
    Spektakulär sind die Sprünge in Finnland. Persönlich hat mir die Wälder- und Seenlandschaft in WRC 3 aber besser gefallen. In WRC 4 hat man wohl etwas zu tief in die Farbtöpfe gegriffen. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht, die Streckenführung ist unübersichtlich und die Schotterpisten sind nur schwer zu erkennen.
    Die anderen Strecken hat man aus WRC 3 übernommen. Aber sie wurden auch neu überarbeitet. Sie sehen jetzt noch etwas realistischer aus. Es gibt mehr Zuschauer, Fahrzeuge und Bauten am Streckenrand, mehr Brücken, Sprungschanzen und Wasserpfützen auf der Strecke.

    Fahrverhalten und Schadensmodell

    WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966 (4) WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966 (4) Quelle: pc games Man fährt nicht mehr so sehr auf Schienen wie in den Vorgängern. Wäre die Rumblefunktion des Controllers stärker betont, würde man die Unebenheiten der Fahrbahn noch besser wahrnehmen.
    Die Sprünge machen Spaß, sie sind spektakulär und nicht leicht zu kontrollieren. Auch hier ist der Mix aus Arcade und Simulation sehr gut eingefangen worden. Durch viele Freiheiten im Feintuning des Service-Parks kann man sein Fahrzeug optimal auf die kommende Etappe einstellen. Diese Manipulationen machen sich dann auf der Strecke deutlich bemerkbar. Je nach Beschaffenheit des Belags und der Witterung kann man dadurch noch ein paar Sekunden mehr herauskitzeln.

    Das Schadensmodell ist als spektakulär zu bezeichnen und wirkt sich auch auf das Fahrverhalten aus, soweit man dieses in den Optionen zulässt. Motorhauben klappen nach oben, Außenspiegel und Spoiler brechen ab, Karosserie und Türen werden realistisch eingedrückt und herausgerissen, Reifen platzen. Es gibt keine Ausnahmen bei den unterschiedlichen Autotypen. Alle sind gleich gut zerstörbar bzw. zu beschädigen.

    Ohrenschmaus

    In Sachen Vertonung macht Milestone so einiges wieder an Boden gut. Die Motorensounds klingen alle wunderbar realistisch und aggressiv. Die sogen. Overruns (Flamme einer Fehlzündung vom Auspuff) sehen nicht nur gut aus, sie klingen auch schön dreckig. Fährt man vom Asphalt auf eine Schotterpiste, scheppern die Kieselsteine blechern am Unterboden des Fahrzeugs, dass es eine Freude ist! Zuschauer am Streckenrand jubeln und das durchfahren einer Wasserpfütze verursacht ein realistisches Spritzgeräusch. Von den quietschenden Reifen auf Asphalt kann man gar nicht genug bekommen. Bei der Rally Monte Carlo dröhnt es laut, wenn man durch die Tunnel braust. Sogar die Menümusik ist diesmal halbwegs gut gelungen. Die Elektrosounds und passen gut zum Thema. Schade, dass Milestone traditionell keine anderen Songs wie z.B. aus den Charts beisteuert.

    Lauter kleine Macken

    WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966 (5) WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966 (5) Quelle: pc games Typisch für ein Spiel der WRC-Reihe sind die vielen kleinen Ungereimtheiten, die einem erst nach einiger Zeit auffallen. Das soll nicht heißen, dass es sich um ein unfertiges Spiel handelt, aber man fragt sich, warum das so sein muss. Hier ein paar Beispiele:

    Leider gibt es nur eine einheitliche Stimme des Beifahrers, der das "Gebetbuch" (die Streckenführung) vorliest. Zweimal hat er mich in die falsche Richtung geschickt, so dass ich gegen eine Mauer oder einen Zaun gefahren bin. Immerhin kann man in fünf Stufen regeln, wann die Ansagen stattfinden sollen.

    Man kann zwar zwischen fünf hübschen verschiedenen Perspektiven wechseln und sogar die Außenansicht stufenlos des Fahrzeugs regulieren. Das ist komfortabel, aber warum kann man die fast nicht vorhandene Rumble-Funktion des Controllers nicht auch so elegant anpassen? Man kann sich zwar das Replay eines Rennens ansehen und es gibt auch einen rudimentären Fotomodus, aber eine Speicherfunktion oder die Möglichkeit zum sharen fehlt. Gelegentlich verschwindet im HUD die Kurvenanzeige. Das ist nicht weiter schlimm, aber man sollte erwarten können, dass nach einem Jahr Programmierung Fehler aus dem Vorgängerspiel erkannt und ausgemerzt worden sind.

    Fazit

    Nach rund 25 Stunden Spielzeit kann ich sagen, dass mir WRC 4 sehr viel Spaß gemacht hat. Der Spielumfang ist gut und man sich auch nach der Karriere noch etliche Stunden beschäftigen. Es gibt zwar immer noch keine befriedigende Siegerehrung und zu wenig Lebendigkeit, wie man es aus der Dirt-Reihe von Codemasters kennt. Aber zumindest optisch kann WRC jetzt mithalten, auch wenn es sich noch lange nicht um High End-Grafik handelt.

    Eine Schwäche ist der Multiplayer. Gegen 16 Geister zu fahren macht eigentlich nur mit Freunden um im Partychat Spaß. Andere Spielmodi würden in einem Rallyespiel aber auch keinen Sinn machen. Das Spiel reiht sich eher in die Tradition der Colin McRae-Spiele ein, das auf Einzelspieler ausgerichtet ist. Man wird ein wenig allein gelassen. Denn leider fehlen auch so moderne Features wie das aus Need for Speed bekannte Autolog oder RaceNet von Codemasters für Rivalenrennen oder zum vergleichen von Bestzeiten mit Freunden.

    Trotz all der Abstriche die man machen muss, bleibt unter dem Schnitt ein gutes Rallye-Spiel übrig, an dem ein echter Fan mangels Alternativen und Lizenz kaum herumkommen wird. Gelegenheitsspieler und Fans von Hardcore-Simulationen werden mit WRC wohl eher nicht glücklich. Wobei der großzügig regulierbare Schwierigkeitsgrad aber auch für Einsteiger in die Rallye-Szene dank des Sieges von Volkswagen ein Geheimtipp sein könnte.

    00:57
    WRC 4: Das Rennspiel im Launch-Trailer

    WRC 4

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: GenX66
    86 %
    Multiplayer
    75%
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    8/10
    Atmosphäre
    7/10
    Gamesaktuell
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • WRC 4
    WRC 4
    Publisher
    Bigben Interactive
    Developer
    Milestone
    Release
    4. Quartal 2013
    Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
    Von GenX66
    So gute Artikel habe ich mal geschrieben? Ich kann es kaum glauben! :pNa ja, am Ende habe ich zwei Tippfehler…

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    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von GenX66
        So gute Artikel habe ich mal geschrieben? Ich kann es kaum glauben! :p
        Na ja, am Ende habe ich zwei Tippfehler übersehen.

        Immerhin hat Milestone den Artikel auf Twitter jetzt in seine Top-10 Kommentare zu dem Spiel aufgenommen (Platz 1 in Deutschland). Ist ja auch mal was. 
    • Aktuelle WRC 4 Forum-Diskussionen

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WRC 4
WRC 4: Lizenzgurke oder Rallye-Referenz? - Leser-Test von GenX3601966
2013 war ein gutes Jahr für den Rallye-Sport. Nach 29 Jahren gewann endlich wieder ein deutsches Auto die FIA Rallye-Weltmeisterschaft: der Volkswagen Polo R WRC. Dieser Bolide ziert nun auch das deutsche Cover des neuen offiziellen Spiels zum internationalen Rallyezirkus. WRC 4 von Bigben Interactive erschien vor wenigen Tagen. Ich habe es getestet.
http://www.gamesaktuell.de/WRC-4-Spiel-15682/Lesertests/WRC-4-Lizenzgurke-oder-Rallye-Referenz-Leser-Test-von-GenX3601966-1095184/
04.11.2013
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2013/10/WRC_4_Screenshot_3-pc-games.jpg
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