Viewtiful Joe: Red Hot Rumble

Test

Vom Actionhelden zum Prügelknaben: In Red Hot Rumble entfesseln Viewtiful Joe und seine Kumpels ein heilloses Comic-Chaos.

V iewtiful Joe hat das Fach gewechselt: Zwar lässt der rote Recke auch in seinem neues-ten Auftritt die Fäuste fliegen, anders als die beiden Vorgänger ist "Red Hot Rumble" aber kein klassisches Actionspiel, sondern eine wilde Prügelorgie. Wir haben getestet, wie gut sich Joe auf ungewohntem Genre-Terrain schlägt.

STORY: Der frühere Actionheld Captain Blue will einen fetzigen Blockbuster drehen und sucht nach einem geeigneten Hauptdarsteller. Filmfan Joe wittert seine große Chance! Dummerweise ist er aber nicht der Einzige, der von einer Leinwand-Karriere träumt. Und so hauen sich Joe und andere Möchtegern-Stars wie Alastor, Silvia und Captain Blue Jr. die Knubbelnasen ein, um den ultimativen Superhelden zu ermitteln.

SPIEL: Der Comic-Clinch erinnert an Nintendos Cube-Klassiker "Super Smash Bros. Melee". In hübschen 2D-Arenen vertrimmen sich bis zu vier Streithähne gleichzeitig mit brachialen Attacken. Verschiedene Items bescheren Ihnen "Viewtiful Joe"-typische Spezialfähigkeiten: So können Sie Ihre Widersacher kurzzeitig auf Schneckentempo abbremsen, während Sie selber in gewohnter Geschwindigkeit austeilen. Oder Sie rennen vorübergehend so absurd schnell, dass Ihr Dress Feuer fängt und Sie die Konkurrenz einfach aus dem Weg rammen. Gelegentlich aktivieren Sie durch das Einsammeln bestimmter Kapseln eines von fünf Minispielen, in denen gute Reflexe mit Extrapunkten belohnt werden.

Lobenswerterweise bleibt die Grafik selbst in turbulenten Momenten stets ruckelfrei. Der sympathische Stil ist zwar aus den Vorgängern bekannt, wirkt aber auch im Jahre 2006 noch erfrischend unkonventionell. Die Musik und die witzigen Sprüche der einzelnen Figuren können ebenfalls überzeugen.

FAZIT: Der knallbunte Klamauk-Klopper bietet alles, was die "Viewtiful Joe"-Serie so beliebt gemacht hat: coole Charaktere, eine charmante Aufmachung und abgefahrene Moves im Überfluss.

Allerdings haben die Entwickler es diesmal übertrieben. Spätestens ab drei Duellanten auf dem Bildschirm verzweifeln selbst Prügelspiel-Experten. Es knallt und blitzt an jeder Ecke und die Schlägereien verkommen zur unübersichtlichen Knöpfchendrückerei. Kontrolliertes Kämpfen ist dann nahezu unmöglich. Im Solo-Modus hält sich dieses Problem zwar in Grenzen, aber ein Spiel wie "Red Hot Rumble" macht eben erst mit menschlichen Mitzockern richtig Laune. fk

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