USK am Ende?
Uwe Schünemann (CDU), Innenmininster von Niedersachsen
Uwe Schünemann ist nicht zufrieden mit der USK. "Es gibt inakzeptable Beispiele, dass die freiwillige Selbstkontrolle sogar brutalste Spiele zum Verkauf ab 16 Jahren freigegeben hat", sagte der Minister der Neuen Osnabrücker Zeitung. Schünemanns Pressesprecher nannte auf Nachfrage von Spiegel Online das Actiongame GTA San Andreas als zu beanstandendes Spiel: "Kettensägen, brutalste Tötungsszenen - aber freigegeben ab 16".
Wird die USK abgeschafft?
Schon im Juni 2006 hatte Schünemann ein Verbot gewalttätiger Computer- und Videospiele gefordert. Jetzt schlägt er vor, deren Freigabe komplett in staatliche Hand zu geben. "Es ist sinnvoll, dass man die Bundesprüfstelle für den Jugendschutz (BPjM) und die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) zusammenführt und eine rein staatliche Prüfstelle schafft."
Schünemann betonte in diesem Zusammenhang, dass nicht jeder, der Killerspiele auf dem Computer habe, zum Amokläufer werde. Allerdings sei die überwiegende Zahl der Amokläufer in den letzten Jahren mit solchen Spielen in Berührung gekommen. "Es gibt also Zusammenhänge", so Schünemann.
Der Innenminister plädierte außerdem erneut für ein Herstellungsverbot extrem brutaler Computerspiele und für mehr Aufklärung. Hier seien auch Eltern und Lehrer gefragt.