Unreal Anthology

Test Sascha Gliss

Die Shooter-Legende in der Rückschau: Das beste der Unreal-Serie von 1998 bis 2004.

Nicht, dass wir Midway Etikettenschwindel vorwerfen wollen, aber eine Sammlung mit gerade mal drei Titeln vollmundig als »Anthology« zu bezeichnen, ist schon ziemlich gewagt. In diesem speziellen Fall jedoch sehen wir darüber großzügig hinweg, denn mit Unreal, Unreal 2 und dem aktuellen UT 2004 liefert diese Kollektion einen durchaus umfassenden Rückblick auf die bahnbrechende Shooter-Serie.

Unreal

Pixelbrei: Rein optisch ist Unreal schwer in die Jahre gekommen. Die platt texturierten Gegner waren 1998 allerdings Stand der Technik. Pixelbrei: Rein optisch ist Unreal schwer in die Jahre gekommen. Die platt texturierten Gegner waren 1998 allerdings Stand der Technik. Der Stammvater revolutioniert 1998 das Shooter-Genre. Obwohl Unreal nicht der erste Ego-Shooter ist, der statt platter Bitmap-Gegner echte 3D-Kreaturen in echten 3D-Umgebungen darstellt -- diese Ehre gebührt Quake. Allerdings gab’s noch nie zuvor derart weitläufige Landschaften in einem Computerspiel zu entdecken. Als entflohener Sträfling ballern wir uns über den Planeten Na Pali, schlagen uns mit den clever agierenden Skaarj-Aliens herum und lösen kleinere Rätsel.

Unreal 2

Der heiß ersehnte Nachfolger erscheint im Jahr 2003 und spaltet die Unreal-Community. Einhellig wird die überragende Technik bejubelt, die selbst Highend-PCs an ihre Grenzen bringt. Auf spielerischer Seite allerdings enttäuscht Unreal 2: Die Missionen spielen zwar auf unterschiedlichen Planeten und vor traumhaften Kulissen, das Leveldesign allerdings ist linear und altbacken. Die deutsche Version krankt zudem an einer teils unglaublich schlechten, lustlosen Synchronisation, durch die Unreal 2 streckenweise unfreiwillig komisch wirkt.

UT 2004

Bitte lächeln! Der Look von UT 2004 gefällt auch heute noch. Ebenfalls spitze: der umfangreiche Story-Modus für Einzelspieler. Bitte lächeln! Der Look von UT 2004 gefällt auch heute noch. Ebenfalls spitze: der umfangreiche Story-Modus für Einzelspieler. Auch über zwei Jahre nach Erscheinen ist die 2004er-Variante noch die aktuelle Version des Online-Klassikers Unreal Tournament. Optisch kann UT 2004 auch heute noch mithalten, und auf spielerischer Seite ist das Teil über jeden Zweifel erhaben. Die Macher bei Epic haben dem Klassiker nämlich nicht nur eine neue Technik spendiert: Als direkte Antwort auf Battlefield 1942 und Co. gibt’s in UT 2004 erstmals Vehikel wie Jeeps oder Raumjäger. Außerdem neu: Der geniale Onslaught-Modus, der deutlich an die Conquest-Matches von Battlefield 1942 erinnert.

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