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  • Publisher-Check: Ubisoft auf dem Prüfstand

    Nein, das ist nicht die Ubi-Firmenzentrale, sondern ein noch viel wichtigeres Gebäude: das Montreal-Studio. Hier arbeiten über 3.000 Mann an den wichtigsten Ubisoft-Spielen. Quelle: PC Games

    Tolle Marken, weltweite Studios und ein extrem breites Spiele-Spektrum: So tickt der französische Publisher. In den letzten Wochen und Monaten erntete Ubisoft viel Kritik, in diesem Report gingen wir dem Publisher vor dieser schweren Zeit auf dem Grund. Stand des Artikels Januar 2014.

    Es ist noch keine dreißig Jahre her, vom März 1986 ist hier die Rede, da gründeten fünf Brüder eine Spielefirma in der französischen Bretagne. Als Namen wählten sie Ubisoft. Das Unternehmen, das irgendwann drittgrößter Spielehersteller der Welt sein würde, begann mit einem bescheidenen Geschäftsmodell: Die Guillemot-Brüder begnügten sich zunächst damit, Lernsoftware und recht bald auch Computerspiele anderer Hersteller in Frankreich zu verlegen und zu vertreiben. Sie schlossen rasch Verträge mit Unternehmen wie Electronic Arts, Sierra On-Line oder MicroProse und waren damit so erfolgreich, dass sie bereits Ende der 80er begannen, eigene Entwicklerstudios zu gründen.

    Mit dem Jump & Run Rayman gelang Ubisoft 1995 ein absoluter Klassiker, der dem französischen Publisher sein erstes Maskottchen bescherte. Auch die jüngsten Rayman-Spiele sind richtig gut! Mit dem Jump & Run Rayman gelang Ubisoft 1995 ein absoluter Klassiker, der dem französischen Publisher sein erstes Maskottchen bescherte. Auch die jüngsten Rayman-Spiele sind richtig gut! Quelle: PC Games Anfang der 90er begann Ubisoft damit, in weltweite Märkte zu expandieren – die USA, Großbritannien und Deutschland. Federführend dabei war der mittlere der fünf Brüder: Yves Guillemot. Der mittlerweile 53-Jährige entpuppte sich als Antriebskraft hinter der beispiellosen Expansion des Konzerns, der 1996 an die Börse ging und in Rekordzeit eine Vielzahl von eigenen Studios auf der ganzen Welt gründete, allen voran das riesige Montreal-Studio mit mittlerweile über 3.000 Angestellten. Auch beim Einkauf etablierter Studios und Lizenzen stellte sich Ubisoft geschickt an und konnte sich etwa die Siedler-Macher Blue Byte oder Cryteks Far Cry-Marke einverleiben. Für Yves Guillemont ging es während der Expansion Ubisofts immer nur steil bergauf.

    Mittlerweile ist er CEO und Präsident des Unternehmens, und sollte mal etwas schiefgehen, bleibt den Brüdern immer noch Gameloft. Der weltgrößte Publisher für Handyspiele wurde nämlich ebenfalls von den Guillemots gegründet. Ist also alles im grünen Bereich bei Ubisoft? Nicht ganz – denn ähnlich wie bei vielen Branchen-Konkurrenten verzeichnet der Software-Riese dicke Verluste. Im ersten Geschäftshalbjahr 2013/2014 büßte Ubisoft 62,1 Millionen Euro ein – 24 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Da spielten sicherlich die Verschiebungen der Next-Gen-Titel The Crew sowie Watch Dogs hinein. Immerhin verzeichnet Ubisoft etwa fünf Prozent Umsatzwachstum und mit Anlagegütern in Höhe von 1,25 Milliarden Euro (Stand 31. März) dürfte den Publisher so schnell nichts ins Wanken bringen.

    Einzigartiger First-Party-Fokus

    Doch abgesehen von der französischen Herkunft – worin unterscheidet sich Ubisoft von den anderen großen Spiele-Publishern wie EA oder Activision? Ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal ist die einzigartige internationale Struktur des Unternehmens. Wie kein zweiter Spielehersteller auf der Welt setzt Ubisoft auf hauseigene Studios. 29 davon sind auf der ganzen Welt verstreut – vom riesigen Bienenstock in Montreal, wo an mehreren Blockbuster-Titeln gleichzeitig gearbeitet wird, bis hin zu kleinen Dependancen in der Ukraine oder Indien, die lediglich anderen Ubi-Projekten zuarbeiten.

    Mit Assassin's Creed 2 gelang Ubisoft ein wahrer Open-World-Klassiker. Mit der Spielereihe rückte die französische Spieleschmiede in die Entwickler-Oberliga auf - besonders für Konsolen-Zocker. Mit Assassin's Creed 2 gelang Ubisoft ein wahrer Open-World-Klassiker. Mit der Spielereihe rückte die französische Spieleschmiede in die Entwickler-Oberliga auf - besonders für Konsolen-Zocker. Quelle: PC Games Ubisoft betreibt Studios in 19 Ländern und die arbeiten oftmals gemeinsam an wichtigen Megaprojekten. Das jüngste Assassin's Creed 4: Black Flag entstand etwa in Montreal, die Ozean-Technologie und viele Open-World-Nebenaufgaben wurden aber von Ubisofts Singapur-Studio geschaffen. Das Team nutzte den Zeitunterschied von zwölf Stunden, um dann am Code des Spiels zu schrauben, wenn in Montreal Nachtruhe herrschte. Gleichzeitig bekam das Schanghai-Studio wiederum Unterstützung vom Ubi-Team im chinesischen Chengdu. Weitere Helfer bei Black Flag: Ubisoft Sofia (Render-Trailer) und Ubisoft Annecy (Mehrspielermodus).

    Wir stellen also fest: Ubisoft macht am liebsten alles selbst und scheut nicht davor zurück, Studios zu gründen, deren einzige Aufgabe das Beisteuern von Features, Modi und speziellen Spielbestandteilen ist. Obendrein gibt es noch zahlreiche Ubi-Tochterfirmen, die sich abseits von Spielen mit Special Effects, Render-Grafiken oder Musik und Audio-Technologie beschäftigen. Wir sind gespannt, wie sich diese Struktur langfristig entwickelt. Bleiben die kleineren Ubi-Studios ihrer Rolle treu oder werden sie mit der Zeit erwachsen und machen irgendwann ihre eigenen Spiele?

    Viel Mut für Experimente

    Ubisofts 2010er E3-Pressekonferenz belächeln wir heute noch. Wieso hielt man es für eine gute Idee, im Rahmen einer Videospiel-Messe das Lasertag-Spielzeug 'Battle Tag' vorzustellen? Ubisofts 2010er E3-Pressekonferenz belächeln wir heute noch. Wieso hielt man es für eine gute Idee, im Rahmen einer Videospiel-Messe das Lasertag-Spielzeug "Battle Tag" vorzustellen? Quelle: PC Games Auch abseits seiner einzigartigen Struktur ist der Ubisoft-Konzern ein recht eigenwilliges Unternehmen, das sehr experimentierfreudig und teils auch wunderlich wirkt. Nehmen wir etwa die Auftritte auf der Spielemesse E3. Seit 2007 nimmt Ubisoft an der großen PR-Schlacht der E3-Pressekonferenzen teil, bei denen sich die Gaming-Platzhirsche Sony, Nintendo, Microsoft und EA darin überbieten, Neuankündigungen so mitreißend wie möglich zu inszenieren.

    Was für Ubisoft als recht nüchterne Spiele-Präsentation begann, machte eine recht wilde Entwicklung durch. Immer wieder belächelten wir Ubis E3-Pressekonferenzen. Mal aufgrund der holprigen Moderation durch den Schauspieler Joel McHale, dessen Gags für betretenes Schweigen sorgten, mal wegen Moderator Aaron "Mr. Koffein" Priceman, dessen aufgedrehte Art ebenfalls für betretenes Schweigen sorgte. Auch die Idee, ein Lasertag-Spielzeug vorzustellen und live im Publikum zu präsentieren, erwies sich als absoluter Fehlgriff.

    Weitere Gurken: Übertrieben lange Tanzeinlagen, unnötige Popstar-Auftritte oder der angebliche Youtube-Star Tobuscus als Co-Moderator. Immerhin: Ubisoft wurde von Jahr zu Jahr besser und landete mit der Schauspielerin Aisha Tyler einen echten Moderationsglücksgriff. Nach einem etwas unsicheren Start 2012 begeisterte sie uns in vergangenen Juni mit ihrem trockenen Humor sowie einer durchweg unterhaltsamen Show. Hätte man uns das einige Jahre zuvor prophezeit, wir hätten es nicht geglaubt!

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http://www.gamesaktuell.de/Ubisoft-Firma-15823/Specials/Publisher-Check-Ubisoft-auf-dem-Pruefstand-1145264/
06.01.2015
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