Hat das Zuxxez-Rollenspiel das Zeug zum Oblivion-Killer? Unser Erfahrungsbericht aus den weiten Landschaften von Antaloor gibt die Antwort.
ECKIG: Die Figuren bewegen sich reichlich unrund durch die Landschaft.
Über die Story des epischen Rollenspiels wurde bereits genug geschrieben, darum widmen wir uns gleich den nackten Fakten. Sofort fällt auf, dass sich der Protagonist recht grobmotorisch durch die überaus ansehnliche Welt bewegt. Schade, dass man den wunderschönen Hintergründen keine ebenso hübschen Figuren spendiert hat.
Die Scharmützel sind simpel gestrickt: Einfach tüchtig den Left-Button-Finger trainieren, dann schwingt Ihr Recke tapfer sein Schwert. Bei übernatürlichem Gesindel ist kalter Stahl allerdings weniger wirkungsvoll -- dann gilt es, mit magischen Fertigkeiten zu protzen. Hier hatten die Entwickler eine tolle Idee: Die Magie orientiert sich an beliebten Sammelkartenspielen wie "Magic: The Gathering". Manche Karten agieren also beispielsweise als Booster, die die Eigenschaften anderer Karten -- und damit Zauber -- verändern.
HOCHSTAPLER
SPANNEND: Im Kampf kommt echtes Schlachten-Feeling auf. Die Klopp-Animationen sind besser als die anderen Animationsphasen.
Sind Sie im Kampf erfolgreich, dürfen Sie sich über erbeutete Gegenstände freuen. Die können Sie entweder in klingende Münze umwandeln oder selbst verwenden. Eine wirklich gute Idee ist das Stapeln: Identische Objekte ziehen Sie einfach übereinander, um einen besseren Gegenstand zu erhalten. Genial -- so wird auch das Inventar nicht zu schnell voll.
Für erledigte Quests und besiegte Gegner bekommen Sie natürlich auch Erfahrungspunkte, die Sie in die Fähigkeiten und Attribute Ihres Recken investieren um ihm so zu größerer Macht zu verhelfen. Zum Glück gibt es bei "Two Worlds" (anders als beim Genreprimus "Oblivion") kein automatisches Mit-Leveln der Feinde.
Die Quests in "Two Worlds" sind sehr abwechslungsreich und unterhaltsam. Einzig die Haupt-Quest wird Sie etwas ratlos zurück lassen: Eilen Sie nur durch den Haupthandlungsstrang und bauen Sie das Artefakt zusammen, endet die Geschichte leider ein bisschen vorschnell.
Auch der Mehrspieler-Modus wirkt etwas unfertig: Bei mehr als zwei Spielern wird das schon im Einzelspieler-Modus auftretende Geruckel auf dem Bildschirm nämlich unerträglich. Unterm Strich ist "Two Worlds" daher ein RPG mit vielen guten Ideen, das aber leider an der durchwachsenen Umsetzung krankt. So kann's nicht mit einem "Oblivion" mithalten, auch wenn es das rettungslos verbuggte "Gothic 3" locker hinter sich lässt.
