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True Crime 2 (PS2)

Release:
4. Quartal 2005
Genre:
Action
Publisher:
k.A.

True Crime: New York City

01.01.2006 00:00 Uhr
|
Neu
|
Es ist ein schmaler Grat zwischen Gut und Böse. Wollt ihr das Gesetz verteidigen oder wollt ihr es brechen? Es liegt ganz bei euch!

Auch wenn die Luxoflux-Entwickler die ständigen Vergleiche mit "GTA San Andreas" (Test in play 13/04) mittlerweile wohl nicht mehr hören können: Die amerikanischen Tastenkünstler haben sich Rockstars grandioses Gangster-Epos offenbar sehr genau angesehen. Und diese "Inspiration" hat sich duchaus bezahlt gemacht: Der zweite "True Crime"-Krimi überflügelt seinen eher durchwachsenen Vorgänger um Längen und ist zugleich der einzig ernst zu nehmende Konkurrent des übermächtigen Hip-Hop-Actionkrachers. Ob "GTA San Andreas" seine Hood nun endgültig räumen muss, lest ihr auf den folgenden vier Test-Seiten.

Brachialer Bulle


Während die "GTA"-Gaunereien seit jeher einen comicartigen Look aufweisen und damit eine gewisse ironische Distanz zum brutalen Geschehen wahren, wirkt Activisions düsteres Verbrecherdrama ungleich dreckiger, härter und realistischer. Dass der rote "Keine Jugendfreigabe"-Sticker nicht umsonst auf der Spielepackung prangt, macht schon allein der (spielbare) Prolog deutlich: Als übel zugerichteter Nachwuchsgangster Markus Reed übt ihr blutige Vergeltung an einem verräterischen Bandenmitglied und macht dessen schäbigen Unterschlupf dem Erdboden gleich. Einen Story-Zeitsprung später steht ihr auf der anderen Seite des Gesetzes und sollt in der blauen Uniform der New Yorker Polizei für Recht und Ordnung im Big Apple sorgen. Nun ja -- zumindest ist es das, was man von euch erwartet...

Gewissensfrage


Auf der Suche nach den Mördern eures väterlichen Mentors Terrence Higgins ist euch jedes Mittel recht -- egal ob legal oder illegal. So könnt ihr Passanten auf Diebesgut hin untersuchen oder Fahrzeuge inspizieren. Was ihr mit Beweisstücken anfangt, ist euch überlassen: Gesetzestreue Gutmenschen liefern die heiße Ware umgehend beim örtlichen Polizeirevier ab und erhalten im Gegenzug ein paar Karrierepunkte, die sie einer Beförderung und somit einem höheren Dienstgrad ein Stück näher bringen. Listige Spitzbuben hingegen verticken die Objekte auf dem Schwarzmarkt. Das fördert natürlich nicht das Ansehen innerhalb der Polizei, bringt aber jede Menge schmutziger Dollar. Das Leben in Manhattan ist eben teuer.

Ob ihr nun Autos klaut, Ladenbesitzer erpresst, unbescholtenen Bürgern Drogen unterjubelt (und sie danach verhaftet) oder gar ein Blutbad anrichtet: Immer ist genug Spielraum da, seiner kriminellen Natur zu frönen. Ein jederzeit einsehbarer Punktemesser zeigt euch, ob ihr noch auf der Seite des Gesetzes steht oder schon längst als unberechenbarer Bildschirm-Psychopath gefürchtet werdet.

Action an jeder Ecke


Genau wie sein reales Vorbild, schläft auch das virtuelle New York nie. Alle paar Spielminuten empfangt ihr Funksprüche über neue Verbrechen. Mal müsst ihr prügelnde Vegetarier im Steakrestaurant zur Räson bringen, dann wieder eine Bombe in einem Bürogebäude entschärfen oder einen entführten Bus aufhalten. Diese eingestreuten Nebenmissionen sind aber nicht verpflichtend, genauso gut könnt ihr sie ignorieren und stattdessen euer eigentliches Ziel verfolgen. Welche Auswirkungen das jedoch haben kann, verraten wir euch im nebenstehenden Kasten.

Während in den "GTA"-Ablegern die fummeligen Dresch- und Ballereinlagen noch immer berechtigten Anlass zur Kritik liefern, freut sich Undercover-Cop Reed über ein ebenso umfangreiches wie vielfältiges Kampfsystem. In Dojos kauft ihr euch neue Prügelmanöver, durchschlagende Schießprügel findet ihr hingegen auf der Wache oder in Fachgeschäften. Kommt es zu einem Pistolenduell, spielt sich der Großstadt-Krimi fast wie ein echter Actionreißer: Auf Knopfdruck schaltet ihr in eine Über-Schulter-Ansicht, verteilt beidhändig blaue Bohnen oder setzt zum "Max Payne"-Hechtsprung an.

Schade, dass die Steuerung oftmals die nötige Präzision vermissen lässt. Selbst in der Zeitlupe gerät punktgenaues Zielen zur Geduldsprobe, zudem werden viele Aktionen nur dann ausgelöst, wenn euer schwarzhäutiger Schutzmann an einem bestimmten Ort steht. So müsst ihr euch übertrieben präzise hinter ein parkendes Auto stellen, um dessen Kofferraum zu öffnen -- steht ihr auch nur eine Winzigkeit daneben, rennt Marcus nach Druck auf die L2-Taste schnurstracks auf den Fahrersitz zu.

Immer eine Reise wert


USA-Touristen können ein Lied davon singen: In New York kann man seine sauer verdiente Kohle auf nahezu unendlich viele Arten loswerden. Auch diese Konsumvielfalt hat ihren Weg auf den PS2-Silberling gefunden. Beim Frisör lasst ihr euch einen schicken Haarschnitt verpassen, ihr sucht euch im Klamottenladen ein lässiges Outfit aus oder erwerbt neue Tracks für eure persönliche Songliste). Kleinere Wehwehchen heilt ihr mit dem Biss in einen knackigen Hotdog, die erfrischende Dose Bier hält dagegen der Liquor Store für euch bereit -- die benötigte Penunze vorausgesetzt.

Die Qual der Wahl geht aber leider zulasten der Grafik. Dass sich allenthalben verdächtig gleichförmige Charaktermodelle rumtreiben, kann man noch verschmerzen. Unschöne Clippingfehler und vereinzelte Pop-ups aber trüben die sonst so lebensechte Großstadtatmosphäre nachhaltig. Viel schlimmer noch: Bei unserer Test-Session schmierte die Mörderhatz gelegentlich ab. Fatal, wenn man sich soeben minutenlang durch ein von Halunken besetztes Opernhaus geballert hat!

True GTA?


Doch wie schlägt sich nun Activisions Mördersuche im Vergleich zum amtierenden Gangsta-Großmeister "GTA San Andreas"? Mit einem Wort: Hervorragend - auch wenn die Genialität des Vorbilds nicht ganz erreicht wird. Rockstars Megaseller bietet nämlich noch mehr Abwechslung und Umfang. Die filmreif präsentierte Story, das intelligente Kampfsystem und nicht zuletzt die originalgetreue Umsetzung der amerikanischen Ostküsten-Metropole verleihen "True Crime: New York City" jedoch ein ganz eigenes, angenehm erwachsenes Profil. Somit bleibt "GTA San Andreas" vorerst der Ghetto-König -- packen die Luxoflux-Entwickler in den (ganz sicher kommenden) dritten Teil noch ein paar mehr Features und originelle Gimmicks, könnte der nächste Serienableger jedoch zum Genreprimus aufsteigen!

GamesAktuell.de-
Spielspaß-Wertung:
9 /10
Leserwertung
(79 Votes):
74 %
Fazit
tonnenweise Nebenmissionen
unschöne Grafikfehler
originalgetreue Abbildung NYs
teilweise hakelige Bedienung
umfangreiches Kampfsystem
Spielfigur bewegt sich zu träge
   
Redaktion Cynamite
Obwohl mir die selbstironische Aufmachung der "GTA"-Spiele etwas besser gefällt als das bemüht realistische "True Crime:New York City", hat mich Activisions Straßenkrimi beeindruckt. Dass ich im virtuellen New York nicht so viel Blödsinn anstellen kann wie in Los Santos, stört mich kaum -- so behalte ich wenigstens jederzeit den Überblick und verzettele mich nicht in Dutzenden irrelevanter Nebenmissionen. Warum Protagonist Marcus Reed allerdings derart träge über den Screen schlurft, ist mir ein Rätsel. Ach ja: Und die äußerst plump eingestreute Werbung für gewisse Turnschuh -- und Handyfabrikate fällt sogar einem abgebrühten TV-Junkie wie mir unangenehm auf!
   
Gast

01.01.2006 00:00 Uhr
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