Tony Hawk's American Wasteland

Test

Tony Hawk lässt den Rebellen raushängen: Im siebten Teil der coolen Skateboard-Action mischt ihr als Punk die Stadt der Engel auf!

A usgeflipptes Styling, unbändiger Freiheitsdrang und ein Hang zur kreativen Selbstzerstörung: Punks und Skater haben mehr gemeinsam, als Außenstehende auf den ersten Blick vermuten würden. Kein Wunder also, dass Activisions neuestes Trendsport-Spektakel mit einer gehörigen Portion Punker-Attitüde daherkommt. Sowohl der Look als auch die Story lassen das Herz eines jeden Rollbrett-Rebellen höher schlagen.

Die Lichter der Grossstadt

Ihr schlüpft diesmal in die Haut eines typischen U.S.-Teenagers vom Lande. Gelangweilt von Freundin, Schule und Eltern, macht ihr euch aus dem Staub - auf nach Los Angeles. Vom Leben in der Millionen-Metropole erhofft ihr euch Freiheit und Abenteuer. Und siehe da: Tatsächlich stoßt ihr gleich nach eurer Ankunft auf eine Truppe umtriebiger Punks, die von ihrem eigenen Skatepark träumen. Ein heruntergekommenes Grundstück ist schon vorhanden, es fehlen nur noch die Rampen. Also zieht ihr mit der Truppe los, um in der Stadt möglichst alles mitgehen zu lassen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Am Spielprinzip hat sich im Vergleich zu den Vorgängern nicht viel geändert: In knapp 100 anspruchsvollen Hauptmissionen müsst ihr euer Können auf dem Deck beweisen. Mal gilt es, vorgegebene Grinds an einem bestimmten Rail auszuführen, dann fordert euch ein Profi zum Flatland-Trick-Duell oder ihr droppt aus luftiger Höhe in eine Halfpipe, um anschließend eine wilde Kombo in die Luft zu schrauben.

Fast alle Aufgabenstellungen gab's in ähnlicher Form bereits in den Prequels. Einiges getan hat sich hingegen in Sachen Präsentation. Die offensichtlichste Änderung betrifft den Levelaufbau. Denn in "THAW" gibt es keine einzelnen Stages mehr. Das komplette Game spielt sich im riesigen L.A. ab, das in neun Bereiche aufgeteilt ist. Zwar müssen die einzelnen Bezirke wie East L.A., Downtown oder Santa Monica erst freigespielt werden, danach könnt ihr aber nahtlos von einem Areal ins nächste skaten -- ohne störende Ladezeiten!

Wer jetzt an "GTA" denkt, liegt gar nicht so verkehrt. In der Tat erinnert hier einiges an die Gangster-Perle. So ändert ihr euer Outfit nun nicht mehr im Optionsmenü, sondern geht in einem der zahlreichen Klamotten-, Skate-, Accessories- oder Tattoo-Shops einkaufen. Dabei helfen ein Radar am oberen Bildschirmrand sowie eine aufrufbare Stadtkarte bei der Orientierung. Darauf findet ihr außerdem alle verfügbaren Missionen.

Neben den Hauptaufgaben werden euch zahlreiche Sidequests angeboten: Um eure Statuswerte aufzubessern, solltet ihr von den Skateshops ausgeschriebene Sponsor-Challenges annehmen. Kohle für neue Skate-Ausrüstung verdient ihr, indem ihr herumlungernden Bettlern Kunststücke vorführt, euch als kreative Graffiti-Künstler austobt, oder aber ihr legt mit herumliegenden BMX-Bikes halsbrecherische Stunts hin.

Letztere steuert ihr übrigens -- anders als die Skateboards -- mit den beiden Analog-Sticks. Die Umstellung fällt nicht ganz leicht. Zum Glück sind die Zweirad-Einlagen nicht verpflichtend. Wer keine Lust darauf hat, lässt die Drahtesel einfach am Straßenrand stehen.

Ein Lob haben sich die Entwickler für die hervorragende Verpackung verdient: Wirklich jede Hauptmission ist irgendwie in die irrsinnige Geschichte um eure Chaos-Truppe eingebunden und immer wieder sorgen die Zwischensequenzen mit derbem White-Trash-Humor für Lacher.

GUT SCHAUT'S AUS

Auch die Optik ist rundum gelungen: Im Vergleich zum Vorgänger fällt die Umgebung nochmals detaillierter aus und sowohl bei Tag als auch bei Nacht schaffen tolle Lichteffekte atmosphärisches Großstadt-Flair. Bei der pfeilschnellen Grafikpracht verzeiht man auch gerne die seltenen Clippingfehler und das teilweise auftretende Tearing. Der Soundtrack ist sowieso über jeden Zweifel erhaben: Stattliche 63 Songs untermalen das Trick-Feuerwerk mit heißen Beats aus den Bereichen Rock, Electro, Hip Hop und natürlich Punk. Wie immer ist der Story-Modus nicht alles.

So gibt es auch diesmal wieder einen Klassik-Modus sowie 13 Multiplayer- und Online-Games, bei denen ihr euch mit anderen Sofa-Skatern messen könnt. Wem das immer noch nicht reicht, der tobt sich im erneut erweiterten Editor-Bereich aus und erstellt wie gehabt eigene Skater, Tricks, Logos oder ganze Parks. ?MR

Wertung zu Tony Hawk's American Wasteland (PS2)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Spaßige Mehrspieler-Optionen gepaart mit witziger StoryEine riesige StadtFetter SoundtrackToller Klassik-ModusPark- und Trickeditor
Teils langweilige Missionen und nutzlose neue TricksHakelige Laufeinlagen
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