TOMB RAIDER
M it "Tomb Raider" hat vor zehn Jahren eine beispiellose PlayStation-Erfolgsgeschichte begonnen: Eine vollbusige Archäologin erforscht gigantisch große, abwechslungsreiche Szenerien auf der Suche nach antiken Artefakten.
Das war 1996 nicht einfach nur neu. "Tomb Raier" war durch die aufwändig gestalteten 3D-Welten, die konkurrenzlose gute Technik und die cleveren Rätsel auch spielerisch allererste Sahne.
Zusammen mit Lara-Croft-Erfinder Toby Gard legt Crystal Dynamics diesen Meilenstein der PlayStation-Geschichte jetzt, ein Jahrzehnt später, neu auf. Grund genug für uns, in den Jet nach London zu steigen und uns im dortigen Science Museum eine erste Version von "Tomb Raider: Anniversary" anzuschauen.
Frische Fähigkeiten
Die Präsentation war ziemlich kurz, aber sehr beeindruckend. Technisch setzt man auf die erstklassige "Legend"-Engine, die natürlich für "Anniversary" überarbeitet und verbessert wurde. Da sich das neue Game eigentlich als Best of von "Tomb Raider" und "Tomb Raider: Legend" versteht, machen sich die Entwickler nicht nur die bereits vorhandene PS2-Technik zu Nutze, sondern bauen auch das ein oder andere nützliche Feature des siebten Teils ein. So schwingt sich das Digi-Busenwunder wieder mit dem guten alten Magnethaken über Abgründe und Hindernisse hinweg.
Crystal Dynamics hätte nicht so einen guten Ruf, wenn die kalifornischen Tastenkünstler sich nicht immer neue Elemente ausdenken würden. So haben sie der Forscherin frische Moves auf den sexy Leib programmiert. Einen davon konnten wir in der Demo schon begutachten: Lara hangelte sich an einer Felswand entlang und hüpfte schließlich mit einem Riesensatz auf einen Baumstamm. Mit einem Bein stand sie auf dem Stumpf, ruderte mit den Armen, um das Gleichgewicht zu finden, und sprang auf Knopfdruck zum nächsten Baum.
Lust am Entdecken
Auch beim Missionsdesign hält man sich nicht strikt ans Original, allein die Schauplätze (peruanischer Dschungel, der Palast von König Midas, Atlantis) und die Höhepunkte, wie beispielsweise das Rendezvous mit dem T-Rex oder der Bosskampf in der Pyramide, sind wieder mit dabei. Ansonsten bietet "Anniversary" in diesem Bereich eine Menge Neuerungen. Die Levels bestehen zwar erneut aus riesigen Räumen, und es führt auch diesmal nur ein Weg ans Ziel. Doch gibt es weit mehr zu entdecken als noch vor zehn Jahren. Die Areale sind voll von geheimen Pfaden und Höhlen, in denen Schätze auf einen Entdecker warten. Schließlich sollen auch alte "Tomb Raider"-Hasen wieder auf ihre Kosten kommen und hier nicht einfach nur den ersten Teil in PS2-Optik nachspielen.
Im Remake werden Sie mehr gefordert als noch im Erstling. In einigen Situationen muss sich Lara ihren Weg nämlich selbst bahnen. So muss sie an einer Stelle einen dicken Baumstamm umtreten, um sich eine Brücke zur anderen Seite einer Schlucht zu schaffen. Im nächsten Abschnitt ballert sie auf die maroden Seile einer löchrigen Hängebrücke und legt dadurch einen eisernen Karabiner frei, an dem sie ihren Magnethaken einhängen kann.
Know your Roots
Keinerlei Neuzugänge vermeldet der Feindeskader -- und das ist gut so! Wild ballernde Grabräuber und schwer bewaffnete Spezialeinheiten bleiben Ihnen also zumeist erspart. Bissige Vampir-Fledermäuse, Wölfe, Bären sowie längst tot geglaubte Urzeitmonster haben es auf Sie abgesehen. Und die lassen sich diesmal nicht so leicht abschütteln wie noch ihre pixeligen Kollegen aus Teil eins. as n