Review: Splinter Cell: Double Agent

Test Thorsten Küchler

Hans Kampf in allen Gassen: Ubisofts Heimlichtuer erobert endlich auch die PlayStation3 -- Debüt nach Maß oder Fehlstart? Wir liefern die Fakten!

Die PS3-Fassung von "Splinter Cell: Double Agent" orientiert sich inhaltlich an der Xbox360-Version. Sie schleichen sich in die Terroristenorganisation JBA ein und versuchen, deren perfide Pläne zu durchkreuzen. Das Neue daran: Sam Fisher ist nicht mehr nur für die Guten tätig, sondern (zum Schein) auch für seine eigentlichen Feinde.

Spannend wird's also, wenn Sie in Situationen kommen, in denen Sie sich für eine der beiden Seiten entscheiden müssen. Schalten Sie einen enttarnten Kameraden mit einem Kopfschuss aus, um selbst nicht aufzufliegen, oder ballern Sie lieber vorbei und lassen ihn am Leben? Ihre Entscheidungen in Moralfragen wirken sich nicht nur auf den aktuellen Level, sondern auch auf die nachfolgenden sowie den Ausgang der kompletten Geschichte aus -- klasse!

Allgegenwärtige Helligkeit

Neu auf der PS3: Durch Kippen des Sixaxis-Controllers bedienen Sie Sams Dietrich. Diese Funktion lässt sich aber auch abschalten. Neu auf der PS3: Durch Kippen des Sixaxis-Controllers bedienen Sie Sams Dietrich. Diese Funktion lässt sich aber auch abschalten. Das Leveldesign der Next-Gen-Schleicherei unterscheidet sich deutlich von dem der PS2-, Cube-, Xbox und Wii-Fassungen. Nur einer der insgesamt zehn Abschnitte spielt bei Nacht. Die restlichen gehen tagsüber oder in hell erleuchteten Gebäuden über die Bühne -- eine komplett neue Herausforderung für Schleich-Meister. Es ist aber nicht nur das Licht, das Ihnen das Bildschirmleben als Leisetreter erschwert, die Entwickler haben zudem Ihre Grundausrüstung eingedampft. Nützliche Helferlein wie das Geräuschmeter und die detaillierte Tarnanzeige wurden nämlich rigoros gestrichen.

Ebenfalls neu auf der PS3: Bei Taucheinlagen steuern Sie Sam mittels Bewegungserkennung -- mehr als ein netter Gag ist das aber nicht. ( Ebenfalls neu auf der PS3: Bei Taucheinlagen steuern Sie Sam mittels Bewegungserkennung -- mehr als ein netter Gag ist das aber nicht. ( Wie gut beziehungsweise schlecht Sie zu sehen sind, zeigt ein kleines Lämpchen auf Fishers Schulter. Ist es grün, ist Sam unsichtbar. Leuchtet die Lampe gelb, ist er sichtbar. Fängt die Birne an, abwechselnd gelb und grün zu blinken, wurde Sam entdeckt, vom Feindeskader aber noch nicht als Bedrohung eingestuft. Rot bedeutet Großalarm und damit bleihaltige, tödliche Luft.

Ein weiterer Pluspunkt der Next-Gen-Episode sind die Abschnitte im JBA-Hauptquartier. Diese sind immer gleich aufgebaut: Steht ein Besuch im Terroristenunterschlupf an, stellt Ihnen Oberbösewicht Emile Dufraine eine Aufgabe, die Sie unter Zeitdruck bewältigen müssen, falls Sie nicht in der Gunst der JBA sinken wollen. Da das Limit aber immer reichlich großzügig bemessen ist, haben Sie anschließend noch genügend Luft, um die Missionsziele der NSA zu erreichen -- die Third Echelon will ja schließlich auch befriedigt werden.

Gekürztes drumherum

Vor allem in den Außenlevels ruckelt das Spiel so stark, dass Sie kaum noch präzise zielen können. Dieses Problem trat bereits auf der Xbox360 auf, war aber längst nicht so nervig -- da habt ihr geschlampt, liebe Ubisoft-Programmierer! Vor allem in den Außenlevels ruckelt das Spiel so stark, dass Sie kaum noch präzise zielen können. Dieses Problem trat bereits auf der Xbox360 auf, war aber längst nicht so nervig -- da habt ihr geschlampt, liebe Ubisoft-Programmierer! Komischerweise sind die Hauptquartier-Missionen auf der PlayStation3 im Vergleich zur ansonsten identischen Xbox360-Version beschnitten: Auf der Sony-Konsole gibt es keine Außenbereiche. Mussten Sie in der ursprünglichen Variante noch aufs Dach, um dort an einer Antenne einen Sender anzubringen, schickt Sie Ubisoft in der PS3-Version in den obersten Stock, wo Sie den Sender in einem dunklen Gang platzieren.

Schon auf der Xbox360 lief "Double Agent" nicht immer flüssig. Auf der PS3 ist dies zu keinem Zeitpunkt der Fall. Hinzu kommt, dass die Kollisionsabfrage fehlerhaft ist. Nicht selten bleiben Sie an unsichtbaren Kanten hängen und verlieren unnötig Zeit, während Sie von einem Unterschlupf zum nächsten hetzen. So etwas wollen wir auf einer Next-Gen-Konsole nicht mehr haben.

PS3-Besitzer haben aber auch Grund zur Freude. So wird die Bewegungserkennung des Sixaxis- Controllers unterstützt. Wer möchte, darf Sams Schwimmeinlagen beziehungsweise das Knacken von Türen mittels Pad-Kipperei bewältigen -- nett, aber nicht weltbewegend. Neuigkeiten hat auch der PS3-Mehrspieler-Modus zu bieten: zwei frische Levelkarten sowie eine weibliche Spionin, die als Spielcharakter zur Wahl steht. Allerdings ist dieser vermeintliche Bonus kein Kaufgrund, denn für die Xbox360 werden diese Extras in Kürze als kostenloser Download erhältlich sein.

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