Rainbow Six Lockdown
Skandal! Da hat doch schon wieder eine bitterböse Terroristenclique den ultimativen Killervirus in ihre schmierigen Hände bekommen. Bevor es mit der freien Welt endgültig den Bach heruntergeht, werden die Anti-Terror-Checker von Rainbow Six auf den Plan gerufen. Nur sie haben nämlich eine Chance, die Terroristen zu verfolgen und zu stellen, bevor die ihre Drohungen wahr machen können, und ... so weiter und so weiter.
Zum Gähnen
Den Kredit, den Lockdown mit abgegriffener Story und stereotypen Gegnern verspielt, wird der jüngste Teil der Rainbow Six-Saga aber ganz sicher auf spielerischer und technischer Seite wieder hereinholen. Richtig? Falsch! Die Kampagne besteht aus ziemlich lieblos aneinander geklatschten Einzelmissionen, in denen wir stets einem eng vorgegebenen Pfad folgen und alles niedermähen, was sich uns in den Weg stellt. Unsere taktische Freiheit ist dabei gleich Null. Alternative Routen sind praktisch nicht vorhanden, und auch auf das Dreimann-Team, das uns stets begleitet, können gestanden Actionspieler locker verzichten. Unsere Mitstreiter benehmen sich nämlich einerseits oft ähnlich dumm wie die Gegner, und andererseits gibt es keine speziellen Aufgaben (Tür aufbrechen, Laptops anzapfen), die wir nicht selbst erledigen könnten. Theoretisch ist es also möglich, das eigene Team zu Beginn einer Mission um die Ecke zu bringen und dann den Auftrag im Alleingang abzuschließen.
Forrest Gump: ein Terrorist?
Wirklich hanebüchen wird die Terroristenjagd, sobald wir unseren ersten Feindkontakt haben. Die Gefechte folgen stets zwei unterschiedlichen Mustern. Variante eins: Wir betreten einen neuen Raum, in dem eine Gruppe von Bösewichtern auf uns wartet. Variante zwei: An bestimmten Stellen -- etwa hinter Ecken -- stehen Gegner herum und laufen geskriptet auf uns los, sobald wir einen bestimmten Punkt passieren. In beiden Fällen entwickeln sich die Kämpfe oft unfreiwillig komisch, da sowohl unsere Mannen als auch die Aggressoren eine künstliche Intelligenz nutzen, die diese Bezeichnung nicht verdient. In unserem Test konnten wir uns mehrfach direkt hinter einen Terroristen stellen, ohne dass dieser uns bemerkt hätte. Schlimmer noch: Selbst wenn der sich dann umdrehte und uns direkt ins Gesicht schaute, dauerte es oft lächerlich lange, bis der Schurke daran dachte, das Feuer zu eröffnen.
Andererseits schießen weit entfernt stehende Gegner oft mit tödlicher Präzision, bevor wir sie überhaupt wahrnehmen. Gleiches gilt übrigens auch für unsere Teamkameraden: Wenn es gut läuft, schalten die mit einigen genauen Schüssen sämtliche Feinde in Sichtweite aus. Dann wieder sind sie schlicht zu blöd, einen Gegner, der gut sichtbar hinter einem Auto steht, durch die Seitenscheiben des Wagens hindurch zu erschießen.
Lieber im Alleingang
Die unausgegorene KI und das linear-dröge Leveldesign machen viele der Spezialfähigkeiten schlicht überflüssig. So können wir natürlich unser Team wie in SWAT 4 einen Raum mit Blendgranaten stürmen lassen. Da aber die Gegner in einem Zimmer oft nicht reagieren, wenn wir die Tür einfach öffnen, brauchen wir die Dienste unserer Mitstreiter nicht. Stattdessen stürmen wir oft einfach aus allen Rohren feuernd durch die schlauchförmigen Level.
Kein Wunder also, dass uns die Entwickler die taktische Planung der Vorgänger vorenthalten: Sie wäre in Lockdown überflüssig. Stattdessen dürfen wir uns aber wenigstens bei der Teamausrüstung austoben und uns aussuchen, mit welchen Vernichtungswerkzeugen wir losziehen wollen. Wirklich sinnvoll sind hier aber auch nur wenige Optionen, wie das russische Scharfschützengewehr mit eingebautem Schalldämpfer. Die Gegner reagieren nämlich auf einen Schussknall, bekommen aber oft nicht mit, wenn ihre Freunde direkt neben ihnen von einer Kugel getroffen werden.
Sascha Gliss
Die Singleplayerkampagne kann man eigentlich komplett vergessen. Die Missionen sind fast immer gleich, die KI ist saudumm und das Game macht einfach kein Spaß. Nur ballern,ballern,ballern, mehr nicht, keine große Abwechslung^.
Das einzige richtig gute an dem Spiel ist der Multiplayerpart. Auf…