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  • Ghost Recon 3

    Nach der Konsolenpause des Vorgängers spuken die Anti-Terror-Geister in Advanced Warfighter wieder auf dem PC. Doch hält der Spielspaß, was die grandiose Optik verspricht?

    Es gibt sie noch, die Momente im Leben eines Spieleredakteurs, in denen sich der Mund in den Maulsperre-Modus begibt und sich im Kopf in leuchtenden gelben Buchstaben das Wort »Wow!« formt. Die Rede ist nicht etwa von World of WarCraft. Sondern von Ghost Recon 3 (Untertitel: Advanced Warfighter), dem neuen Taktik-Shooter von Ubisoft. Exakt so einen Moment erleben wir, als wir uns mit unserem Team in der ersten Mission aus dem Flugzeug stürzen und der digitalen Version von Mexiko-Stadt entgegen rasen.

    Die detailliert modellierte Metropole scheint sich unendlich in alle vier Himmelrichtungen zu erstrecken. Unfassbar, wie gut diese erste Spielszene wohlklingende Schlagworte wie »spielerische Freiheit«, »grandiose Grafik«, »umwerfende Präsentation« visualisiert. Und während wir langsam auf den Boden (der Tatsachen) gleiten, denken wir insgeheim, dass es da doch bestimmt einen Haken geben muss. Wir sollen Recht behalten. Aber der Reihe nach ...

    Die Geister, die ich rief

    Nachdem Ubisofts andere Tom-Clancy-Reihe Rainbow Six mit ihrem Bekenntnis zu mehr Action und bedauerlicherweise dusseliger KI unter den Fans nicht gerade einen Freudentaumel ausgelöst hat, ruhen die Hoffnungen gewiefter Taktiker nun auf Ghost Recon 3. Bereits beim ersten Einsatz stellen wir fest, dass unüberlegtes Drauflosstürmen uns nicht den gewünschten Erfolg, sondern ein bleihaltiges und vor allem sehr tödliches Andenken einbringt.

    Die Gegner verhalten sich nämlich vorsichtig: Sie verschanzen sich auf Häuserdächern, hinter Autowracks und Mauern. Oder bewegen sich in Fahrzeugen, die an bis an die Zähne bewaffnete Papamobile erinnern. Oder rattern gleich in ausgewachsenen Panzern durch die staubigen Straßen. Da Advanced Warfighter trotz seiner im Jahr 2013 angesiedelten Hintergrundgeschichte stark auf Realismus setzt, beißen sich Nachwuchs-Rambos an dieser Gegenwehr geschwind die Zähne aus.

    Taktik ist alles

    Überlegtes Vorgehen ist Trumpf, sonst ist's aus mit dem tapferen Ghost-Team. Das besteht aus bis zu drei Kollegen, denen wir jederzeit und unabhängig voneinander via Hotkeys Befehle geben können. Die sind selbsterklärend und lauten im einzelnen »Bewegen«, »Angreifen«, »Decken«, »Anhalten und »Formieren«. Den Zielpunkt geben wir mit unserer Blickrichtung vor. Alternativ trommeln wir die ganze Gruppe zusammen und dirigieren sie in die gewünschte Richtung. Für schnelle Order während eines Scharmützels wunderbar geeignet, aber höchst unpraktisch bei der Planung.

    Echtzeit-General

    Ein wichtiges Taktik-Tool ist daher die jederzeit einblendbare Übersichtskarte (siehe Extrakasten auf der nächsten Seite). Die zeigt nicht nur unsere Position, unser Sichtfeld und unsere nähere Umgebung samt aufgedeckten Feindpositionen an. Sondern ist auch Dreh- und Angelpunkt beim Festlegen der Angriffsroute. Ganz wie in einem Strategiespiel geben wir jedem Teammitglied mehrere Befehle, erstellen einen Pfad aus Wegpunkten und schicken die Jungs anschließend los. Die Zeit läuft allerdings währenddessen unerbittlich weiter. Daher sollten wir die Planung unbedingt im Vorfeld eines Gefechts angehen.

    Hilfe aus der Luft

    Über die Strategiekarte erhalten wir außerdem Zugriff auf Unterstützungseinheiten, die uns in manchen Missionen zur Seite stehen. Als wir beispielsweise den mexikanischen Präsidenten evakuieren sollen, geraten wir plötzlich unter Beschuss von Kampfpanzern. Den Stahlmonstern hat unsere leicht bewaffnete Spezialeinheit wenig entgegenzusetzen. Zum Glück operiert eine Staffel Apache-Helikopter in der Nähe, die nur zu gern bereit ist, die Tanks zu Altmetall zu verarbeiten. Da sie die Panzer im Straßengewirr allerdings nur schwer erfassen können, müssen wir diese auf der Übersichtskarte markieren. Sekunden später dröhnen die Hubschrauber über unsere Köpfe hinweg und feuern Raketen mitten in die gegnerischen Stellungen -- Auftrag erledigt.

    In anderen Einsätzen können wir auf eine ferngesteuerte Drohne zurückgreifen. Der praktische kleine Brummer überfliegt das Gebiet und ortet automatisch Feindpositionen, ist allerdings unbewaffnet. Auch unsere Teamkameraden erweitern unseren Horizont, denn deren Helmkameras übertragen permanent, was rundum passiert. So können wir per Tastendruck sehen, was die Kollegen gerade ins Visier nehmen.

    Auf Umwegen ins Ziel

    Da wir uns in der Stadt fast völlig frei bewegen können (falls wir uns zu weit entfernen, kassieren wir allerdings per Funk einen Rüffel), ist Aufklärung die halbe Miete. Denn der direkte Pfad zum Einsatzziel ist meistens auch der am schwersten verteidigte. Auf Umwegen können wir nicht selten die größten Hindernisse umgehen.

    Beispielsweise müssen wir einmal zwei Bunker in die Luft jagen, die eine Straßenkreuzung überwachen. Ein Frontalangriff kommt Selbstmord gleich. Wenn wir allerdings Schalldämpfer auf unsere Gewehre schrauben, gelangen wir unbemerkt durch eine Hüttensiedlung direkt in den Rücken der Festungen. Unsere Waffen und die der anderen Ghosts dürfen wir frei wählen und durch diverse Zusätze aufrüsten. So lassen sich Sturmgewehre mit Granatwerfern und Zielfernrohren erweitern.

    In einigen Missionen behindern allerdings Skriptereignisse selbst gewählte Angriffsrouten -- ein Schritt zu weit, und wir finden uns mitten im Kreuzfeuer wieder. Das ist insbesondere deshalb schade, weil wir in solchen Situationen unweigerlich ins Gras beißen und oft den halben Auftrag erneut angehen müssen. Frei den Spielstand sichern dürfen wir nämlich nicht, sondern müssen uns von Speicherpunkt zu Speicherpunkt vorarbeiten.

    Siesta Mexicana

    Auf der anderen Seite steigern die zahlreichen filmähnlichen Sequenzen ganz enorm die Spannung und das Mittendringefühl. Wir haben selten so intensive Feuergefechte erlebt wie bei Ghost Recon 3. Da stürmt unvermittelt eine halbe Rebellenarmee auf unsere Landezone zu, und wir entkommen nur dank Luftunterstützung um Haaresbreite dem sicheren Tod. Dann wieder spähen wir um eine Ecke direkt ins Kanonenrohr eines Schützenpanzers -- dessen Besatzung glücklicherweise gerade Siesta hält.

    Dass uns die Atmosphäre trotzdem nicht ganz packen will, liegt zum einen an der schwachen Story (der US-Präsident wird entführt -- gähn!), zum anderen an der fehlenden Charakterisierung des Teams, das uns einfach nicht so richtig ans Herz wachsen will. Wir wünschen uns Persönlichkeiten statt anonymen Bots. Die Stadt ist zwar grafisch toll umgesetzt. Genauso staubig, schmutzig, hoffnungslos stellen wir uns die Slums von Mexiko Stadt vor. Aber die Schauplätze ähneln sich sehr stark und sind bis auf die Gegner vollkommen ausgestorben. Technische Brillanz und flüssiger Spielablauf bedeuten eben noch lange keine tolle Atmosphäre.

    Echtes Teamwork

    Punkten kann Advanced Warfighter dafür wieder in Sachen Multiplayer. Neben den üblichen Deathmatch-Modi stehen nämlich auch Kooperativ-Missionen zur Auswahl. So dürfen wir auf der nächsten LAN-Party die Solo-Kampagne zusammen mit bis zu drei Freunden bestreiten. Und die liegen uns im Gegensatz zu den Computer-Kameraden schließlich wirklich am Herzen.

    Simon Fistrich/Rüdiger Steidle

  • Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter
    Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter
    Publisher
    Ubisoft
    Release
    03.05.2006

    Aktuelles zu Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter

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Tom Clancy's Ghost Recon: Advanced Warfighter
Ghost Recon 3
Nach der Konsolenpause des Vorgängers spuken die Anti-Terror-Geister in Advanced Warfighter wieder auf dem PC. Doch hält der Spielspaß, was die grandiose Optik verspricht?
http://www.gamesaktuell.de/Tom-Clancys-Ghost-Recon-Advanced-Warfighter-Spiel-39190/News/Ghost-Recon-3-717314/
01.05.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/v_ghostrecon_02_05eps.jpg
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