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  • Tokyo Mirage Sessions #FE im Test: Rollenspiel-Exot mit grandiosem Kampfsystem

    Was wäre ein JRPG über die japanische Pop-Idol-Industrie ohne stylishe Musikvideos
im Anime-Stil? Einen gewissen Grad an Kitsch muss man aber abkönnen. Quelle: PC Games

    Rollenspiel Junge Pop-Sternchen, die gleichzeitig Musikalben produzieren und mithilfe von Fire Emblem-Kämpfern die Welt vor bösen Mächten retten - passt das zusammen? Tokyo Mirage Sessions #FE vermischt gekonnt zwei anfangs widersprüchliche Themen miteinander.

    Mit Xenoblade Chronicles X segneten Monolith Soft und Nintendo die Wii U erst im Dezember mit einem echt starken Hybriden aus westlichem Open-World-Rollenspiel und JRPG, der über Monate hinweg zu begeistern weiß. Nun gesellt sich mit Tokyo Mirage Sessions #FE ein weiteres Nippon-Rollenspiel in das Repertoire der Nintendo-Heimkonsole, hier erwartet euch allerdings ein durch und durch klassisches JRPG, wie man sie von Entwickler Atlus kennt und liebt. Stellt euch also auf ausgiebige Erkundungstouren durch toll designte Dungeons, ein forderndes Rundenkampfsystem, zahlreiche, sich mit der Zeit entfaltende Spielsysteme und Charaktere mit klar gezeichneten Archetypen ein.

    Cameos der besonderen Art

    Ganz und gar nicht klassisch ist hingegen die Handlung in Tokyo Mirage Sessions #FE, denn die dreht sich um die moderne Pop-Idol-Industrie Japans und garniert das mit einem ordentlichen Schuss Fantasy. In der Rolle des 18-jährigen Itsuki Aoi landet ihr bei der Talent-Agentur Fortuna Entertainment, deren Präsidentin Maiko Shimazaki es sich zum Ziel gesetzt hat, junge Talente ganz groß rauszubringen.

    Mit einem recht simplen Crafting-System stellt ihr neue Waffen für eure Helden her, die ihnen wiederum frische Skills spendieren. Mit einem recht simplen Crafting-System stellt ihr neue Waffen für eure Helden her, die ihnen wiederum frische Skills spendieren. Quelle: PC Games Itsuki selbst kann mit dem Showbiz eigentlich nicht so viel anfangen, doch nachdem seine Kindheitsfreundin Tsubasa Oribe als taufrisches Pop-Idol von Fortuna verpflichtet wird, schließt er sich ebenfalls dem Unternehmen an. Das soll sich schnell als völlig richtige Entscheidung entpuppen, denn in Wahrheit dient Fortuna Entertainment nicht nur als Schmiede für angehende Idole, sondern auch als Trainingsstätte für sogenannte Mirage Master. Als solche haben Itsuki und seine Freunde die Gabe, mithilfe von schmenenhaften Kriegern (den guten Mirages) wie Crom oder Virion gegen schemenhafte Erscheinungen (die bösen Mirages) zu kämpfen. Letztere überfallen Tokio und rauben den Menschen ihre Lebenskraft oder verschleppen die Leute gänzlich in ihre Welt. Das lässt sich die Heldengruppe um Itsuki natürlich nicht gefallen und geht der Sache nach.

    Stilsicher

    Der Spielablauf ist dabei ziemlich schnörkellos. In jedem Spielkapitel wird ein frischer Dungeon in der Idolasphere - der Welt der Mirages - zugänglich, den ihr so lange durchkämmt, bis der jeweilige Bosskampf ansteht. Die Dungeons sind thematisch stets einem Die Dungeons sind kreativ gestaltet und thematisch stets an das entsprechende
Handlungskapitel geknüpft, in dem ihr sie erstmals erkundet. Die Dungeons sind kreativ gestaltet und thematisch stets an das entsprechende Handlungskapitel geknüpft, in dem ihr sie erstmals erkundet. Quelle: PC Games Aspekt des Showbiz nachempfunden und kombinieren cooles Artdesign mit gelegentlichen Umgebungsrätseln, die exklusiv für den jeweiligen Dungeon sind. So durchstreift ihr etwa eine abgefahrene Version eines Fotografenateliers, wo ihr Kameras ausweichen müsst, oder ihr erkundet eine düstere Version eines TV-Serien-Sets, das wie ein Labyrinth aufgebaut ist. Wenn ihr eine Pause braucht, geht's jederzeit einfach zurück ins reale Tokio, wo ihr in verschiedenen Stadtteilen wie Shibuya zur Heilung der Gruppe etwas futtern geht, euch mit nützlichen Items im Supermarkt eindeckt oder kleinere Aufgaben von NPCs annehmt.

    Die Handlung selbst reißt keine Bäume aus und wird einerseits genretypisch mit Dialogen und Zwischensequenzen auf dem Monitor und andererseits per Topic-Nachrichten auf dem Bildschirm des Wii-U-Gamepads präsentiert. Topic könnt ihr euch wie Whatsapp vorstellen, die verschiedenen Charaktere schicken euch also immer wieder mal Textnachrichten und Emoticons zu, während ihr mit Jeder eurer Helden hat eine andere Klasse mit dazu passenden Stärken und
Schwächen im Kampf. Ellie hier verdingt sich etwa als Bogenschützin. Jeder eurer Helden hat eine andere Klasse mit dazu passenden Stärken und Schwächen im Kampf. Ellie hier verdingt sich etwa als Bogenschützin. Quelle: PC Games dem Finger auf den Bildschirm tippt, um die nächste Sprechblase anzeigen zu lassen. Was anfangs wie eine witzige Idee wirkt, entpuppt sich fix als nerviger Störfaktor, der den Spielfluss unnötig behindert. Nicht jedermanns Sache dürfte sicherlich auch sein, dass lediglich die japanische Originalvertonung mit englischen Texten zur Verfügung steht. Das an sich mag bei einem doch recht nischigen Rollenspiel wie Tokyo Mirage Sessions #FE noch vertretbar sein, irritierend empfanden wir hingegen, dass die situativen Gespräche zwischen Charakteren in den Kämpfen ausschließlich im Japanischen vorliegen, ohne Untertitel.Mag ja sein, dass diese Unterhaltungen nicht für die Story wichtig sind, dennoch ist es der Atmosphäre nicht gerade zuträglich, wenn man die eigene Heldentruppe nicht immer versteht.

    Freizeit gut genutzt


    Zumindest sind sämtliche handlungsrelevanten Texte übersetzt, so auch die Side Stories, die ihr in Intermission-Segmenten zwischen den Kapiteln angehen könnt. Diese Nebengeschichten drehen sich um die zahlreichen Gruppenmitglieder, die sich Fortuna Entertainment im Spielverlauf anschließen, und helfen dabei, den Figuren Tiefe zu verleihen. Dabei erlebt ihr sowohl emotionale als auch lockeralberne Momente und bekommt mit, wie Itsukis Freunde besser in ihrem Metier werden und wie die Gruppe zusammenwächst.
    Die Kämpfe sind ganz klassisch rundenbasiert. Wenn einer eurer Charaktere dran ist, wählt ihr Skills aus einer Aktionsliste. Die Kämpfe sind ganz klassisch rundenbasiert. Wenn einer eurer Charaktere dran ist, wählt ihr Skills aus einer Aktionsliste. Quelle: PC Games
    Das ist nicht nur eine nette Abwechslung zu den ernsten, düsteren Hauptmissionen, durch das Abschließen der Side Stories erhalten die Helden auch nützliche Spezialfähigkeiten, an die ihr sonst nicht rankommt. Einzig blöd ist, dass man stets nur eine dieser Nebengeschichten gleichzeitig angehen kann, was zu sehr viel Rumgerenne führt, zumal euch einige dieser Missionen in die Dungeons führen.

    Gemeinsam stark

    Immerhin macht ein Besuch der Idolasphere praktisch immer Laune, denn wenn es um die exzellenten Rundenkämpfe in den Dungeons geht, erlaubt sich Atlus absolut keine Schwächen. Wenn ihr die Mirages zum Kampf herausfordert, wechselt das Geschehen in einen separaten Bildschirm, in dem drei eurer Helden aktiv am Kampfgeschehen teilnehmen und der Rest der Party bei Bedarf eingewechselt werden kann. Das ist deshalb auch ständig nötig, da jeder Kämpfer ähnlich wie in den Fire Emblem-Spielen einer Klasse mit Stärken und Schwächen zugeordnet ist. Als Lord setzt Itsuki zum Beispiel auf Schwertattacken und Blitzzauber, ist jedoch empfindlich gegen Treffer mit Lanzen und Feuermagie.

    Die Stadtteile Tokios sind richtig gut getroffen im Spiel. Cooles Detail: Die Werbetafeln greifen Ereignisse im Spiel auf. Die Stadtteile Tokios sind richtig gut getroffen im Spiel. Cooles Detail: Die Werbetafeln greifen Ereignisse im Spiel auf. Quelle: PC Games Die Magierin Kiria gebietet dagegen über mächtige Elementarmagie, reagiert dafür aber selbst allergisch auf Schwerthiebe. Und jetzt kommt der Knackpunkt, der das Kampfsystem in Tokyo Mirage Sessions #FE erst so genial macht: Wenn ihr eine der Schwächen eines Gegners mit der dazugehörigen Angriffsart trefft, startet ihr eine Session, die es euren übrigen Partymitgliedern erlaubt, völlig kostenlos ebenfalls einen Angriff zum Besten zu geben!

    Später im Spiel ist es sogar möglich, dass auch die Reservemitglieder an Sessions teilnehmen können und ihr diese Angriffsfolgen mit sogenannten Duo Arts gar noch weiter ausdehnen könnt. Wer seine Karten richtig ausspielt, kann im letzten Spieldrittel gut und gerne Sessions mit 20 oder mehr Treffern aufbauen - und das mit nur einer einzigen Angriffsaktion! Zudem könnt ihr euch mit Sessions unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Items und Geld verdienen. Doch bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten, folglich können auch eure Widersacher auf Sessions zurückgreifen und visieren nur zu gerne die Schwachpunkte eurer Heldenparty an.
    Die verschiedenen Schauplätze in Tokio wählt ihr in einer Übersichtskarte aus.
Gerade für die Side Stories müsst ihr oft ziwschen den Gebieten wechseln. Die verschiedenen Schauplätze in Tokio wählt ihr in einer Übersichtskarte aus. Gerade für die Side Stories müsst ihr oft ziwschen den Gebieten wechseln. Quelle: PC Games
    Gewürzt wird das Ganze dann noch mit Stärkungs- und Schwächungszaubern, Statuseffekten (Gift oder Betörung etwa), einer Vielzahl an aktiven und passiven Skills sowie besonders mächtigen Heldenfähigkeiten. Das resultiert in packenden Kämpfen, in denen man stets abwägen muss, mit welcher Aktion man die bestmögliche Angriffsfolge aus der Situation rausholen kann und wann man doch lieber verteidigt, um nicht selbst in die Session-Falle zu rennen.

    Systematisch gut

    Ziemlich vielschichtig ist auch die Charakterentwicklung in Tokyo Mirage Sessions #FE. Für gewonnene Kämpfe gibt es Erfahrungspunkte, mit denen eure Charaktere in der Stufe auf steigen und bessere Attribute erhalten. So weit kennt man das ja aus beinahe jedem Rollenspiel. Fähigkeiten lernen eure Figuren allerdings von ihrem Mirage-Partner. Diese verwandeln sich in den Scharmützeln in mystische Waffen, sogenannte Immer wieder mal müsst ihr bei der Erkundung der Idolasphere Umgebungsrästel
lösen, um voranzukommen. Hier geht's drum, die Felder mit Knöpfen anzuordnen. Immer wieder mal müsst ihr bei der Erkundung der Idolasphere Umgebungsrästel lösen, um voranzukommen. Hier geht's drum, die Felder mit Knöpfen anzuordnen. Quelle: PC Games Carnages. Jedes Carnage erlaubt es seinem Nutzer, einige Fähigkeiten wie etwa neue Attacken oder bessere Zauber zu adaptieren.

    Sind die Skills verinnerlicht, könnt ihr mittels Crafting-System frisches Kampfgerät erstellen, wodurch eure Spielfiguren wieder an neue Fertigkeiten gelangen. Außerdem lassen sich die Waffen ab einem gewissen Punkt im Spiel zusätzlich in der Stufe steigern, was ihren Angriffswert erhöht und einen zusätzlichen, meist besonders guten Skill offenbart.

    Damit nicht genug, erlernen eure Helden über ein ähnliches System mit der Zeit sehr nützliche Passiv-Fähigkeiten und können mittels Meistersiegeln (Fire Emblem lässt erneut grüßen) ihre Klasse zu je einer von zwei möglichen Meisterklassen ändern. Und diese wiederum ermöglichen die Herstellung von speziellen Carnages, die exklusiv für diese Meisterklasse sind und extrastarke Fertigkeiten innehaben. All diese Systeme greifen super ineinander und erzeugen einen motivierenden Kreislauf, der über die vorhersehbare Handlung locker hinwegtröstet.


    Tokyo Mirage Sessions #FE (WiiU)

    Spielspaß
    8,1 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Grandioses Kampfsystem
    Spielmechaniken greifen super ineinander
    Gut designte Dungeons
    Vielschichtige Charakterentwicklung
    Japanische Idol-Industrie als Setting gut umgesetzt
    Handlung recht vorhersehbar
    Topic-Chat-Feature behindert den Spielfluss
    Nicht vollständig übersetzt
    Fazit
    Feines Rollenspiel mit ungewöhnlichem Setting und starken Spielmechaniken.

  • Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
    Von Sil3ntJul86
    Hatte es in der Hand aber konnte leider nichts damit anfangen. Nun ist es eine Überlegung wert. Gerade die "Exoten"…
    Von rageakadeingott
    Ein Pflichttitel für mich. SMT ist keine absolute Lieblingsspielereihe und deswegen werden auch alle Ableger gekauft.…
    Von StHubi
    Auf den Titel war ich schon sehr gespannt, da mir gerade die Optik EXTREM gut gefällt. Dass es spielerisch jetzt…
    • Es gibt 3 Kommentare zum Artikel

      • Von Sil3ntJul86
        Hatte es in der Hand aber konnte leider nichts damit anfangen. Nun ist es eine Überlegung wert. Gerade die "Exoten" sind auf der Wii U reine Perlen die bisher immer gefallen haben!
      • Von rageakadeingott
        Ein Pflichttitel für mich. SMT ist keine absolute Lieblingsspielereihe und deswegen werden auch alle Ableger gekauft. Dieses Jahr kommt auch noch SMTP Chaos und P5...Wie Weihnachten....xD
      • Von StHubi Moderator
        Auf den Titel war ich schon sehr gespannt, da mir gerade die Optik EXTREM gut gefällt. Dass es spielerisch jetzt anscheinend auch noch ordentlich geworden ist, freut mich um so mehr... Jetzt erst mal Twilight Princess HD durchspielen und dann wird gleich dieser Titel gekauft 
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Tokyo Mirage Sessions #FE
Tokyo Mirage Sessions #FE im Test: Rollenspiel-Exot mit grandiosem Kampfsystem
Rollenspiel Junge Pop-Sternchen, die gleichzeitig Musikalben produzieren und mithilfe von Fire Emblem-Kämpfern die Welt vor bösen Mächten retten - passt das zusammen? Tokyo Mirage Sessions #FE vermischt gekonnt zwei anfangs widersprüchliche Themen miteinander.
http://www.gamesaktuell.de/Tokyo-Mirage-Sessions-FE-Spiel-57391/Tests/review-wii-u-1199223/
22.06.2016
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