Eindrücke aus der Beta von The Witcher!
Timing ist das A und O in den Kämpfen des Hexers.
Action-Rollenspiel ist nicht gleich Action-Rollenspiel. Während wir nach einer Session mit den Diablos, Legends und Lokis dieser Welt unseren Zeigefinger theoretisch in medizinische Behandlung schicken könnten, gehen wir unsere Kämpfe im Rollenspiel The Witcher anders an. Denn schnelles Kloppen bringt nichts, vielmehr müssen wir unsere Schläge timen, um kräftige Kampfsequenzen nicht abzubrechen. Nebenbei schleudern wir noch einen Feuerball auf den Gegner, der ihn ein wenig röstet - und damit er schneller umfällt. Dank der 15 Talente Geralts können wir unsere Schwertangriffe erweitern: um einen Stoß, einen Bluten-Effekt, um mehr Angriffskraft. Es gibt sogar Talente, die erst greifen, wenn Geralt sich einen ordentlichen Schluck aus der Rum-Buddel gegönnt hat. Zwar sieht er dann alles doppelt, ist aber immer noch der kraftvolle Recke, der er auch im nüchternen Zustand ist.
Das Rollenspiel kommt glücklicherweise nicht zu kurz, sondern sorgt dank vieler (keineswegs mit nutzlosem Kram angefüllten) Zwischensequenzen für eine dichte Atmosphäre im mittelalterlichen Polen. Besonders gut gefällt uns die Interaktion mit nicht spielbaren Charakteren auf der Straße. Die sind für Quests zwar selten interessant, dennoch können wir ihren mitunter interessanten Geschichten lauschen. Stehen sie im Weg, schiebt Geralt sie rüde zur Seite. Regnet es wie aus Kübeln, suchen die NSCs zwar keinen Schutz, reagieren aber sehr wohl auf den Wetterumschwung.
Questrelevante Charaktere stellen uns in wohldosierten Mengen vor Entscheidungen: Gehen wir mit den anderen Hexern und verteidigen die Burg Kaer Morhen gegen ein riesiges Insekt? Oder gehen wir mit der Zauberin und versuchen die Inhalte des Alchimisten-Labors zu retten? Unsere Entscheidungen wirken sich auf die Geschichte aus, die wir erleben. Stunden, nachdem wir eine Gruppe halsabschneiderischer Elfen ziehen lassen, bringen sie einen Questgeber von uns um. Nun müssen wir uns einen anderen Weg suchen, um unsere Mission zu vollenden. Dazu passt, dass es drei verschiedene Enden für The Witcher geben soll. So gibt's neben toller Atmosphäre und eingängigem Kampfsystem einen weiteren Grund für's Wiederspielen.
Ganz dem düsteren Mittelalter-Szenario entsprechend finden viele Kämpfe übrigens im Dunkeln statt, aber bei weitem nicht alle. Für eine Quest sollen wir zum Beispiel Ertrunkene erschlagen. Gesagt, getan, denken wir uns. Allerdings sieht's damit am hellichten Tag eher schlecht aus, Ertrunkene kommen erst nachts aus ihrem feuchten Grab - eine tolle Einbindung der Zeit!