The Elder Scrolls: Blades: Was hat die Early-Access-Version drauf?

Special Jan Dangschat
The Elder Scrolls: Blades: Was hat die Early-Access-Version drauf?
Quelle: PC Games

Nach dem großen Erfolg von Fallout: Shelter wagt sich Bethesda an eine weitere mobile Umsetzung einer bekannten Serie. Mit The Elder Scrolls: Blades erwartet Spieler ein waschechtes 3D-Rollenspiel. Kann der Titel überzeugen oder erwartet uns hier eine große Pay2Win-Ausbeutung? Wir haben für euch einen Blick in die Early-Access-Phase geworfen.

Um die große Frage, die im Raum steht direkt zu beantworten: Nein, The Elder Scrolls - Blades ist kein Skyrim für die Hosentasche. Das Hauptaugenmerk der bekannten Rollenspiel-Serie fehlt nämlich: Es gibt keine offene Welt, stattdessen kann man den mobilen Ableger eher als ein Dungeon Crawler beschreiben. Aber fangen wir doch erstmal von vorne an.

Der Einstieg

Hauptsächlich wird in Blades gekämpft. Das Kampfssystem ist dabei unterhaltsam. Quelle: PC Games Hauptsächlich wird in Blades gekämpft. Das Kampfssystem ist dabei unterhaltsam. Zu Beginn dürfen wir Elder-Scrolls-typisch einen eigenen Charakter erstellen. Dabei stehen die bekannten Rassen zur Verfügung und auch optisch dürfen wir unsere Spielfigur anpassen. Danach begeben wir uns in unserer Heimatstadt, doch finden wir diese komplett zerstört vor und bis auf Ruinen ist nichts übrig geblieben. Unsere Aufgabe ist es nun, herauszufinden, was hier geschehen ist und gleichzeitig die Stadt wieder aufzubauen. Dafür absolvieren wir Quest und sammeln jede Menge Ressourcen, damit nicht nur die Stadt in neuen Glanz erscheint, sondern unser Charakter auch stärker wird.

Looten und Leveln

Nach jedem Aufstieg kann die Ausdauer oder das Magicka gesteigert werden. Quelle: PC Games Nach jedem Aufstieg kann die Ausdauer oder das Magicka gesteigert werden. Durch die Quest besuchen wir uns die unterschiedlichsten Orte, der Großteil des Abenteuers spielt sich aber in Ruinen und Höhlen ab. Hier treffen wir auf bekannte Gegner der Serie und hauen alles weg, was sich uns in dem Weg stellt. Das Kampfsystem ist nicht besonders komplex, kann aber durchaus unterhalten. Gegnerische Angriffe müssen im richtigen Zeitpunkt geblockt werden und eigene Angriffe im richtigen Rhythmus verursachen Bonus-Schaden. Neben Schwertern, Äxten, Schilden und Co. stehen auch einige Zauber und Spezialangriffe zur Verfügung. Diese benötigen Magicka und Ausdauer, sind aber auch sehr effektiv. Neue Fertigkeiten können wir in nach einen Level-Up in einem Talent-Baum erwerben. Die passiven und aktiven Fertigkeiten wirken sich direkt auf das Kampfgeschehen aus, wodurch jeder Level-Aufstieg sich belohnend anfühlt.
Da es sich bei The Elder Scrolls: Blades um ein echtes 3D-Rollenspiel in der Ego-Perspektive handelt, hat Bethesda zwei Arten der Fortbewegung implementiert, um ein angenehmes Spielgefühl zu erzeugen. Im Hochformat tippt ihr einfach nur auf die gewünschte Stelle und euer Charakter bewegt sich von alleine dorthin. Lediglich die Kamera müsst ihr noch selbst ausrichten. Wer mehr Kontrolle haben will sollte im Querformat spielen, hier habt ihr zwei simulierte Analog-Sticks und könnt die Bewegungen selbst steuern.

Grafikpracht für Unterwegs

Die Ruinen lassen sich durch aus sehen. Quelle: PC Games Die Ruinen lassen sich durch aus sehen. Sehr positiv fällt die Optik auf: Blades ist wohl eins der bestaussehenden mobilen Spiele aktuell. Charaktermodelle sind zum Großteil detailliert und vor allem die Beleuchtung kann beeindrucken. Selbst vor Skyrim muss sich der Titel nicht verstecken. Natürlich gibt es hier aber zwei Seiten der Medaille: Diese Grafikleistung benötigt einiges an Power und vor allem ältere Smartphones werden Probleme haben oder gar nicht erst unterstützt. Auch wird der Akku schnell entleert und selbst auf einem Huawei Mate 20 Pro kam es immer mal wieder zu Rucklern. Da es sich hier aber noch um ein Early-Access handelt, kann dies durchaus noch von Bethesda optimiert werden. Generell gibt es nicht viele Bugs und der Titel fühlt sich bereits sehr rund an.

Pay2Win?

Neben Materialien und Gold wird auch eure Geduld beim Bauen von Gebäuden gefragt Quelle: PC Games Neben Materialien und Gold wird auch eure Geduld beim Bauen von Gebäuden gefragt Wer einfach nur die Hauptstory folgen möchte, wird schnell in die Schranken gewiesen. Der Schwierigkeitsgrad steigt rasch an und unser Held muss dringend Erfahrungspunkte und neue Ausrüstung sammeln. Dafür gibt es sogenannte Aufträge, die sich schnell nach Fleißarbeit anfühlen. Während es in der Hauptquest zu mindestens noch Dialoge innerhalb des Levels gibt, erwartet uns in den Aufträgen nur Standardkost: Erledige fünf Räuber, Sammelt zehn Feuersalze usw. Wem das zu repetitiv wird, kann sich noch in den Abgrund wagen. Hier schlagen wir uns durch möglichst viele Ebenen eines Dungeons und erledigen etliche Gegner, um an Erfahrungspunkte und Baumaterialen zu kommen.
Das The Elder Scrolls: Blades ein kostenloses Spiel, merkt man den Titel leider an allen Ecken und Kanten an. Wirklich ALLES benötigt hier Zeit. Eine Waffe schmieden? 30 Minuten warten. Ein Gebäude bauen? Komm in drei Stunden noch mal wieder. Eine Goldtruhe öffnen? Erst nach sechs Stunden. Dabei baut Blades einen schönen Teufelskreislauf auf: Wenn ihr eine Waffe schmieden wollt, braucht ihr erst die Schmiede. Für die Schmiede benötigt ihr aber Materialien, die es nur in Truhen gibt und davon kann nur eine zur gleichen Zeit geöffnet werden. Wer so lange nicht warten will, kann natürlich Echtgeld in Edelsteine investieren, womit sich die meisten Wartezeiten verkürzen lassen. Eine Goldtruhe zu öffnen, kostet 72 Edelsteine, für 2,19 Euro bekommt ihr 160 Edelsteine. Umgerechnet zahlt ihr also für zwölf Stunden knappe zwei Euro.

Wie viel Elder Scrolls steckt in den Titel?

Hier ensteht gerade eine neue Schmiede. Zu Beginn sind die Wartezeiten noch kurz Quelle: PC Games Hier ensteht gerade eine neue Schmiede. Zu Beginn sind die Wartezeiten noch kurz Zwar gibt es in Blades dieselben Gegner, Rassen und Gegenstände wie in den großen Vorbildern, doch es fühlt sich deutlich anders an. Das Hauptaugenmerk der Elder Scrolls-Reihe war immer eine offene und große Spielwelt, mit vielen Möglichkeiten und Freiheiten. Genau dies fehlt dem mobilen Ableger und hinterlässt daher zu Beginn einen faden Beigeschmack. Dies wird wohl auch das größte Problem von Blades sein: Es wird durch den Namen mit der Hauptserie in Verbindung gebracht. Abseits vom Universum haben die Titel jedoch nicht sonderbar viel gemeinsam. Wer sich The Elder Scrolls: Blades runterlädt, sollte dies im Hinterkopf haben.

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