Ja, es ist fertig! Ja, es sieht grandios aus! Und JAAAA, es macht süchtig! Vorhang auf für das beste Solo-RPG der Moderne, Vorhang auf für Oblivion!
P ilze sammeln, Attentate ausführen, Einbrüche planen, Immobilien kaufen, Unschuldige retten, Monster plätten, Rehe jagen, Handel treiben, Bücher lesen und und und... Wer versucht, "The Elder Scrolls IV: Oblivion" in seiner Gesamtheit zu erfassen, muss zwangsweise scheitern: Was Ihnen die gigantisch große (und mit "gigantisch große" meinen wir GIGANTISCH GROSSE) Spielwelt an Unterhaltungsmöglichkeiten bietet, davon können andere Spiele nur träumen. Einzig und allein "GTA San Andreas" befindet sich auf Abwechslungs-Augenhöhe mit dem Fantasy-Schwergewicht.
spass ohne ballaststoffe
Wer jetzt gleich "Oh Gott, so ein sperriger Genre-Klumpen kommt mir nicht ins DVD-Laufwerk" schreit, sollte sich schnell wieder beruhigen: "Oblivion" mag zwar abschrecken, gibt sich jedoch alle Mühe, auch Einsteiger zu faszinieren. Komplex, aber nicht kompliziert. Groß, aber nicht verwirrend. Langwierig, aber nicht langweilig. Dieses Software-Sahnestück erreicht Rollenspiel-Veteranen ebenso wie unbedarfte Neulinge.
Weil eine Erklärung aller Elemente von "Oblivion" Bücher im Bibelformat füllen würde, beschränken wir uns auf die wesentlichen Dinge: Mit dem Editor erschaffen Sie sich zu Beginn des Abenteuers einen Digi-Helden: Ob Männlein oder Weiblein, ob Magier oder Barbar, ob Blondschopf oder Glatzkopf -- jedes Detail lässt sich individuell festlegen. In der Haut dieses Eigenbau-Erlösers ziehen Sie sodann los, die Welt Tamriel vor bösen Mächten zu schützen -- zumindest dann, wenn Sie der linearen Hauptstory folgen.
Der wahre Reiz liegt aber darin, einfach mal vogelwild durch die Pampa zu latschen (faule Abenteurer können auch auf Pferden losreiten) und dabei nach versteckten Quests zu suchen. Besonders imposant: Wo Sie auch hinkommen, es streunen unzählige KI-Charaktere umher, die wiederum alle (!) ein eigenständiges Leben führen. So warten Waffenhändler beispielweise nicht starr darauf, dass Sie endlich zum Shoppen kommen, sondern schließen ihren Laden abends ab und gehen zum Biertrinken in die nächste Kneipe.
Erst hauen, dann fragen
Trotz dieser friedlichen Feinheiten liegt der Schwerpunkt des Spielerlebnisses auf kernigen Keilereien. Wahlweise aus Ego- oder Verfolgeransicht klopfen Sie Monster zu Pixelbrei: Ein Knopf zum Zuhauen, einer zum Blocken -- an der Oberfläche ist das Kampfsystem nicht gerade tief schürfend.
Unter der Action-Kruste verbirgt sich aber ein Füllhorn taktischer Optionen. Eigentlich entscheiden Sie über den Ausgang der Gefechte schon vor deren Beginn -- bei der Wahl Ihrer Ausrüstung! Während Muskelberge dicke Rüstungen und Klingen nutzen, horten Zauberer magische Schriftrollen. Und dank Alchemie können Sie sogar in Heimwerkermanier selbst Gegenstände basteln: Den Feuerrubin aufs Schwert montieren, schon spuckt das Eisen tödliche Flammen.
Wo wir gerade beim Sammeln sind: Take 2 stellt eine "Collector's Edition" samt Reiseführer, Making-of-DVD und Metallmünze in den Handel -- für Fans eine tolle Sache!tk n
