The Darkness (deutsche Version)
Ins kalte Wasser geworfen...
...wird man nicht wirklich. Nach dem bombastischen Intro erfolgt ein gut erklärtes Tutorial, wie man unseren Looserhelden steuert und wie man fiese Moves ausführt, die - um es vorweg zu nehmen - aus der deutschen Version entfernt wurden. Nach einiger Zeit kommt dann die überragende Story mächtig in die Gänge:
Das Böse erwacht
"Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken. Der Polizeichef von New York hat gerade meine Freundin erschossen und ich mußte alles mitansehen. Was bin ich? EIne Mutation? Hat das Böse über mich Besitz ergriffen? Ich schaue in den Spiegel, sehe meine Tentakeln, die mir aus dem Rücken gewachsen sind und mir bleibt nur die eine einzige Wahl: Ich ziehe meinen Revolver, halte ihn unter mein Kinn und drücke ab..."
Der Looser als Held
Dramatischer können nur wenige Cutscenes in Computerspielen auf den Spieler einwirken. Man leidet förmich mit, wird von der düsteren Atmosphäre schier aufgesogen. Spieler mit schwachen Nerven sollten diesen Titel deshalb meiden. Auch wenn er für zartbeseitete Gemüter hierzulande arg geschnitten wurde - die Thematik bleibt rüde.
Ich, Jackie Estacado, bin ein 21jähriger New Yorker Gangster im Matrix-Mantel, der zu seinem Geburtstag vom Bösen heimgesucht wurde. Ausgestattet mit zwei schicken Wummen und dermaßen langen schwarzen Haaren, daß meine Freundin bei seinem Anblick nur so dahingeschmolz, begebe ich mich zu meinem nächsten Auftrag...
Es ist wie im Film
Im Spiel widerfährt mir einiges an Zumutungen. Ein ständiges Interagieren mit Objekten und Charakteren bringt Stimmung, Mystik und Spannung aber auch Verwirrung. Die NPC's im Spiel lassen sich meistens ansprechen und verteilen Nebenmissionen.
Zeitweise spielt sich 'The Darkness' wie ein GTA aus der Ego-Perspektive. Wenn man durch die U-Bahn von New York schlendert, ist wahlloses Herumballern nicht angesagt, sondern detektivischer Spürsinn gefragt.
Wer 'The Chronicles of Riddick' kennt, weiß wovon ich spreche, denn das stammt vom selben Entwicklerteam aus Schweden und es spielt sich auch so ähnlich. Deshalb dürfen nervenaufreibende Gefechte mit Polizei und Gangstern nicht fehlen und die gibt es auch haufenweise! Sehr angenehm ist aber das Balancing zwischen knallharten Schießereien und den Erkundungspassagen ausgefallen. Das Wort "filmreif" paßt zu diesem Spiel endlich mal. Bei den Schießereien verhalten sich die Gegner sehr klug, suchen Deckung, verstecken sich und lauern einem auf oder ziehen sich zurück, je nach Situation und Schwierigkeitsgrad.
Kieg und Spiele
Es gibt Abschnitte in denen Antiheld Jackie in ein Szenario des ersten Weltkrieges geworfen wird. Dieses, bislang als Tabu-Thema bei Ego-Shootern angesehene Setting wurde auf elegante Art mit viel Fingerspitzengefühl gebrochen und analysiert den Horror dieses Krieges quasi "post mortem"! Eine Meisterleistung, die mit der Comicvorlage gleichzieht. Besser geht's nicht, ein so sensibles Thema in ein Spiel zu integrieren, daß es wie ein Kunstwerk erscheint.
Wenigstens einer, der sich mal was dazu gesagt hat! :hoch: