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  • Sucker Punch - Leser-Kritik und Erklärung des Films von Lynchman

    Sucker Punch, dieser Begriff kommt ursprünglich aus dem Boxsport und bezeichnet einen Schlag aus dem Unerwarteten und es hätte keinen passenderen Titel für dieses Meisterwerk von Zack Snyder geben können.

    Als ich das erste Mal den Kinosaal verließ war ich wie die meisten anderen auch verwirrt, aber nicht etwa weil ich nichts verstanden habe, sondern weil ich nicht genau wusste was ich von dem halten sollte was ich da in den letzten 110 Minuten meines Lebens gesehen hatte. Später wurde mir klar dass mein großer Fehler war mit einer falschen Erwartung in den Film gegangen zu sein. Durch die Trailer hatte ich den Eindruck vermittelt bekommen, dass es sich bei Sucker Punch um einen Actionhit ohne großen Tiefgang handelt, einen Film in dem es mehr um Explosionen und weniger um Sinn geht. Ich denke genau das wollte man erreichen. Man wollte den Film als Nonstop-Actionorgie präsentieren um ein größeres Publikum anzusprechen, doch genau das ist der Film nicht und genau darum ist er auch eine Enttäuschung für viele gewesen. Man wurde mit falschen Tatsachen ins Kino gelockt. Jetzt kann ich sagen, ich bin froh dass ich mich habe locken lassen, ich bin froh darüber nicht wie andere aus dem Saal geschritten zu sein und ohne bedacht den Film als schlecht abgetan zu haben.

    Review

    Sucker Punch eine brillante Reise durch die Gedanken, in der nicht alles gleich klar ist. Snyder versteht es auf meisterhafte Weise dem Zuschauer die Geschichte durch Musik und Bilder anstatt durch lange Dialoge nahezubringen, wobei Musik eine besonders große Rolle spielt! Der Soundtrack ist nicht nur Beiwerk, er trägt zum Film bei, er passt sogar so perfekt zudem was gezeigt wird das er den einen oder anderen Dialog mehr als nur ersetzt! Die Schauspielerischen Leistungen reichen von sehr gut bis okay. Ich empfand jeden Charakter als glaubhaft gespielt. Emily Browning wirkt etwas zurückhaltenden und steif, aber ich halte das im Angesicht dessen was ihre Figur Babydoll erlebt hat in Ordnung. Natürlich gibt es in Sucker Punch auch die Actionszenen die man erwartet hat, diese jedoch, fallen teilweise kürzer aus als man es gedacht hätte (was sicher auch an den Schnitten liegt die für eine ab 16 Fassung gemacht wurden) und sind eigentlich nur Mittel zum Zweck. Damit meine ich aber nicht das sie nicht besonders gut sind, großer Gott nein! Es sind in der Tat die besten, absolut perfekt und übertrieben cool inszeniertesten Actionszenen die ich seit langer Zeit gesehen habe. Solche Szenen kennt man normalerweise nur aus Videospielen und nicht aus Filmen. Aber trotz diesen wahren Actionorgasmen ist der Film definitiv kein lustiges Baller-Fest, er ist vielmehr ein Drama das sich mit unseren Gedanken und den Welten auseinandersetzt in die wir uns flüchten, wenn uns die Realität zu viel wird. Babydolls Abenteuer ist an sich kein typischer Mainstream-Hollywood-Film indem der Zuschauer nicht gefordert wird, aber als genau das wird er von der Werbung verkauft.

    Wer gern mal etwas Neues im Kino sehen möchte und keinen reinen Actionfilm erwartet sollte Sucker Punch eine Chance geben. Der Film wartet mit einer großartigen Optik und einem perfekten Soundtrack auf. Es ist aber auch ein trauriger und verstörender Film mit einer harten Thematik. Mich zumindest hat Sucker Punch bewegt und das auch nach meinem zweiten Kinobesuch. Ich denke sogar darüber nach noch ein drittes Mal ins Kino zu gehen, der Film hat einfach etwas Besonderes an sich. Eine Freundin wiederrum möchte den Film nie wieder sehen, aber nicht weil sie ihn schlecht fand, sondern weil er zu viel für sie war.
    Man sieht: Sucker Punch ist nicht für jeden!

    Story

    Die Hauptprotagonistin "Babydoll" verliert in der Eröffnungsszene ihre Mutter und muss sich und ihre kleine Schwester gegen ihren sadistischen Stiefvater der mit dem Testament seiner verstorbenen Frau nicht zufrieden ist verteidigen, wobei die namenlose kleine Schwester getötet wird. Babydoll wird dafür verantwortlich gemacht und in die Lennox- Psychiatrie eingewiesen wo sie lobotomiert werden soll. Da Babydoll aber nicht für die Behandlung in Frage kommt wird gegen Bezahlung nachgeholfen, alles mit dem Ziel das sie vergisst und nicht mehr im Besitz ihren vollen geistigen Kräfte ist, damit ihr Stiefvater doch noch das Erbe seiner Frau zugeschrieben bekommt. In der Psychiatrie freundet sich Babydoll mit 4 anderen weiblichen Insassen an und schnell wird ein Plan gefasst um vor der Lobotomie aus der Anstalt zu fliehen. Klingt alles ganz simpel oder? So einfach ist es aber nicht...

    Achtung, ab hier Spoiler! Wer den Film nicht gesehen hat konnte meine Meinung wie er ist lesen, das folgende sind meine Gedanken wie der Film zu verstehen ist. Wer den ihn nicht gesehen hat aber das noch nachholen will, hier Stopp!


    Kommen wir nun also zur "Entschlüsselung". Da Sucker Punch kein Film ist der seine Geschichte einfach ohne Umwege geradeaus erzählt, wurden die meisten Zuschauer sehr verwirrt was zur Folge hatte das Snyders neuestes Machwerk (besonders von Kritikern) gern als sehr unlogisch bezeichnet wird. Ich möchte mit meinen Erläuterungen das Gegenteil beweisen!

    Explanation

    Um aus der Anstalt zu fliehen müssen 4 Gegenstände gefunden werden. Aber bereits nach dem Intro wechselt der Film in eine ganz andere und (zumindest) optisch weitaus freundlichere Sicht…

    Warum? Es handelt sich dabei um eine metaphorische Ansicht der Dinge. Man versinnbildlicht einfach nur alles. Die Anstalt wird zu einem Bordell/Gogo-Bar weil die Insassinnen der Anstalt dem männlichen Personal nahezu wehrlos ausgeliefert sind, weil sie eben als Sexobjekte angesehen werden und ständig mit Misshandlungen rechnen müssen. Diese Art der Versinnbildlichung wendet man auch bei Charakteren an. So wird "Blue" etwa als Zuhälter dargestellt denn er ist es der Mann der wohl für die unmenschliche Behandlung der Mädchen am meisten verantwortlich ist, er ist eben sozusagen der Clubbesitzer. Er stiftet einige der Wärter zu den schlimmen Taten an. Babydolls Stiefvater wird wiederum als Pfarrer in dieser metaphorischen Weltansicht gezeigt denn er will ja nur "das Beste für seine arme kleine aber leider verrückte Stieftochter", er jedoch ist ein heiliger und hat nichts Böses getan. Also ist diese gezeigt Welt im Grunde die reale, nur etwas verzerrt dargestellt.

    Bereits beim Intro ist aber schon etwas nicht so wie man es im ersten Moment vielleicht denken mag. Das Intro –was als Realität gezeigt wird- ist Babydolls Vorgeschichte die aber tatsächlich nur ein Bühnenspiels in der Psychiatrie ist das durchgespielt wird. Hier beginnt der Film also erst richtig.

    … die eine große Metapher ist. Um die 4 Gegenstände zu erhalten müssen die Charterinnen die jeweiligen Besitzer dieser Dinge dazu bringen Babydoll tanzen zusehen, denn jedes Mal wenn sie das tut verfallen diese und alle Zuschauer in eine Art Trance was es leicht macht die benötigten Dinge zu stehlen. Ab dem Zeitpunkt ab dem die Musik einsetzt befinden sich die Mädchen in einer alternativen Welt die nur in ihrer Vorstellung existiert…

    Sucker Punch Wallpaper Sucker Punch Wallpaper Quelle: 1.bp.blogspot.com Warum? In dieser Gedankenwelt können die Mädchen alles schaffen. Sie sind nicht so schwach und wehrlos wie sie es in der Realität sind, sondern sie sind stark und haben alle Waffen die sie brauchen, abgesehen davon sind sie nahezu unverwundbar. Sie töten alles und jeden was von einer verständlichen Wut herrührt. Sie rächen sich in ihren Gedanken und nichts kann sie stoppen.

    Wer gut aufpasst wird auch entdecken dass diese Gedankenwelt von der Realität beeinflusst ist. So ist Ambers Mech -in der Weltkriegsvorstellung- mit einem rosa Hasenkopf verziert. Genau diesen rosa Hasen kann man im Intro als Plüschtier im Bett von Babydoll's Schwester entdecken. Auch die Waffen die Babydoll nutzt um sich zu wehren sind nicht zufällig gewählt. Der Colt 1911A1 mit dem sie ihren Feinden den gar aus macht ist derselbe wie der, mit dem sie auf ihren verhassten Stiefvater geschossen hat, nur in hübscherer Ausführung. Dass Katana ist im Intro als kleiner Brieföffner zusehen, womit der Stiefvater den Umschlag des Testaments aufschneidet.

    Was die Wahl der Kostüme angeht die in dieser Gedankenwelt von Babydoll, Amber, Rocket, Sweetpea und Blondie getragen werden, habe ich die Vermutung das es ein wenig die Persönlichkeit der jeweiligen Figur ausdrückt. Babydoll mit ihrer Schuluniform ist die scheinbar jüngste und naivste, sie hat noch viel zu lernen um in der Welt zu bestehen. Rocket's Piratenoutfit passt daher daa sie die Rebellin ist, die nicht auf ihre Schwester Sweetpea hört. Sie tut was sie will und das hat schon zu Schwierigkeiten geführt. Amber trägt eine Militär-Uniform, ich würde meinen da sie diszipliniert scheint, aber ihr gesagt werden muss was sie zu tun hat. Blondie's Outfit ist wild und verspielt und diesen Eindruck machte sie auch im Film auf mich. Es sieht mit den Fransen etwas Western-mäßig aus, wie ein Cowgirl. Bei Sweetpea's Aufzug wird es schwer, sie trägt ein mittelalterliches Gewand mit einem Breitschwert, einer Kapuze und ein Stück Metallischer Rüstung. Ich denke das breite Schwert ist ein Zeichen dafür das sie die Stärkste und älteste der Mädchen ist und die Rüstungsteile könnten bedeuten das sie niemanden so schnell an sich ranlässt und niemandem so leicht vertraut, zumindest würde das mit ihrem Verhalten das sie zeigt zusammenpassen. Vielleicht interpretierter ich auch nur zu viel in so etwas herein. Vielleicht sind die Kostüme ja wirklich nur zum geil aussehen, aber ich finde meine Überlegungen ganz sinnvoll. Aber auch gerade das ist toll an dem Film, er lässt einem Raum für eigene Gedanken.

    … aber sobald die Musik stoppt und Babydoll aufhört zu tanzen ist die Vorstellung vorbei und es wird wieder in die (metaphorische) Realität gewechselt…

    Hinter der Wahl der Welten kann ich persönlich kein wirkliches Muster erkennen. Man wird sich einfach überlegt haben wo die verschiedenen Dinge am besten und sinnvollsten untergebracht wären.

    … in der nun die benötigten Dinge zusammen gesammelt wurden. Die beiden verbleibenden Mädchen Babydoll und Sweatpea legen ein Feuer mit dem gestohlenen Feuerzeug um für Ablenkung zu sorgen, öffnen Türen mit dem Schlüssel -der vorher durch das Messer vom Koch besorgt wurde- und finden mit der Karte einen Ausgang. Am letzten Tor wird die fünfte Sache klar die benötigt wird um zu fliehen. Eine weitere Ablenkung um dem Mädchen zur Flucht zu verhelfen um das sich die Geschichte eigentlich gedreht hat: Sweetpea. Die Ablenkung und das traurige Opfer ist Babydoll. Während sie zurückbleibt un dienen Schlag ins Gesicht einstecken muss gelingt Sweetpea die Flucht. In diesem Moment setzt die wahre Realität wieder ein. Der Schlag war die Lobotomie. Babydoll ist nun nicht mehr wirklich da. Sie wird von Blue in einen Raum geführt um von ihm misshandelt zu werden, doch er merkt das Babydoll nur noch eine leere Hülle ist die nicht mehr fühlt. Die Polizei platzt herein und nimmt Blue fest, doch Babydoll ist nicht mehr zu helfen…

    Warum? Babydoll wollte diese Lobotomie, auch wenn sie eigentlich nicht sein sollte und nur durch schmutzige Machenschaften zustande kam. Sie wollte nicht mehr in dieser schlimmen Welt kämpfen, sie hat alle verloren und hatte keine Hoffnung mehr.

    Blue hatte sich letztlich in Babydoll verliebt, er wollte sie unbedingt aber sie wollte ihn nicht. Er nahm an nach der Lobotomie sähe das anders aus, aber er hat seine Liebe "getötet", das wird ihm unter Tränen bewusst. Babydoll sagte zu ihm in einer Szene "Du wirst mich nie kriegen" und so war es auch.

    Was die gesamte Geschichte anging, so handelte sie nie von Babydoll, sie mag zwar die Hauptfigur gewesen sein, aber es ging letztlich doch alles um Sweetpea's Weg in die Freiheit und um ihr Verhältnis zu ihrer Schwester Rocket.

    … denn die Schäden die eine Lobotomie anrichtet sind nicht zu korrigieren. Eine Nadel zertrennt dabei einige Nervenbahnen im Stirnhirn. Sweetpea konnte mit einem Bus in ein neues Leben fliehen, weg von der Anstalt. Ihre letzte Hürde in Form von 2 Polizisten die sie suchen überwindet sie mithilfe des alten Mannes der auch schon in der Vorstellung der Mädchen der einzige Verbündete war.

    Aftertought

    Ich hoffe meine kleine Erklärung hat dem ein oder anderen geholfen. Ich kann natürlich auch etwas falsch interpretiert haben aber ich denke nicht. Ich glaube mein Gedankengang wird der richtige gewesen sein. Sucker Punch ist für mich einer der besten Filme überhaupt. Der Film mag die ein oder andere Schwäche haben und es gab auch Kleinigkeiten die ich gern anders gehabt hätte, aber dann wäre der Film nicht das Meisterwerk das er ist.

    Dieser Song beschreibt nahezu perfekt meine Gedanken und meinen Gemütszustand nach Sucker Punch.

    Wer sich den Film anschauen will dem sei gesagt…

    Es trifft dich Unerwartet!

  • Sucker Punch
    Sucker Punch
    Kinostart
    31.03.2011
    Film-Wertung:
     
    Es gibt 6 Kommentare zum Artikel
    Von SamFlynn
    ich sag nur eins dazu : RRRRRRRRRRR BABYDOLL  :hoch::kiss:
    Von big ron
    Joa mag sein, aber zumindest erstmal nicht nach Aussage der Trailer. Da sieht man ja nunmal nur hübsche Mädels mit…
    Von Lynchman
    Da ist einiges schiefgegangen bei der Bearbeitung wie ich sehe. :(Zweimal der selbe Trailer untereinander und am Ende…
    • Es gibt 6 Kommentare zum Artikel

      • Von SamFlynn Gelöscht
        ich sag nur eins dazu : RRRRRRRRRRR BABYDOLL  :hoch::kiss:
      • Von big ron
        Zitat von Mont4n4
        In dem Film geht es nicht wirklich darum, dass hübsche Frauen auch austeilen können, da steckt einiges mehr dahinter.
        Joa mag sein, aber zumindest erstmal nicht nach Aussage der Trailer. Da sieht man ja nunmal nur hübsche Mädels mit "auf die Schn****"-Menthalität.

        Auch wenn…
      • Von Lynchman
        Da ist einiges schiefgegangen bei der Bearbeitung wie ich sehe. :(
        Zweimal der selbe Trailer untereinander und am Ende hätte noch ein Musikvideo sein müssen, was ist da schiefgelaufen?

        Edit: Das macht mich wahnsinnig mit den Videos... und Fehler habe ich auch gefunden, es ist zum Haare ausreißen, sowas…
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Sucker Punch
Sucker Punch - Leser-Kritik und Erklärung des Films von Lynchman
Sucker Punch, dieser Begriff kommt ursprünglich aus dem Boxsport und bezeichnet einen Schlag aus dem Unerwarteten und es hätte keinen passenderen Titel für dieses Meisterwerk von Zack Snyder geben können.
http://www.gamesaktuell.de/Sucker-Punch-Film-169422/Lesertests/Sucker-Punch-Leser-Kritik-und-Erklaerung-des-Films-von-Lynchman-819785/
11.04.2011
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