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  • Warum die Steam Machines scheitern werden - Leser-Kolumne von RoninXM

    Ich muss zugeben, dass ich mich ein bisschen von Valves Euphorie habe anstecken lassen. Es klang ja auch zu schön, was sie uns am Anfang unter dem Namen Steam-Box versprachen! Ein System, welches den etablierten Konsolen Paroli bieten kann. Ein Konsolen-PC-Hybrid, welcher Steam als Plattform mit all ihren Vorteilen als wohnzimmertaugliches Gamingsystem bietet.

    Es hätte so schön werden können. Aber mit jeder News, die über die Steam Machines veröffentlicht wird, steigt die Ernüchterung – oder um es etwas emotionaler auszudrücken: desto heftiger könnte ich mir mit der flachen Hand ins Gesicht schlagen! Man merkt ganz deutlich: Valve hat keine blasse Ahnung, worauf es bei wohnzimmertauglicher Hard- und Software ankommt. Und ihr Konzept wird immer undurchsichtiger.
    Was möchte ein Konsolengamer eigentlich? Er legt die CD ein (oder lädt das Game herunter) und nach einer etwaigen Installation startet das Spiel. Man muss sich keine Gedanken um Grafikeinstellungen machen. Das Einzige, worum sich der Spieler kümmern muss, ist der Nachschub von Chips und Bier.

    Was macht Valve also falsch?

    Das fängt schon damit an, dass mittlerweile ganze 14 Steam Machines angekündigt wurden. Die Preise und damit verbunden die verbaute Hardware schwanken extrem. Nach derzeitigem Stand bietet iBuyPower mit 500€ das günstigste Modell an, während auch spekulative Preise von 6000€ genannt wurden (unter Anderem mit 2 verbauten Titan als GPUs). Und sind wir mal ehrlich: für 500€ kann man wohl kaum erwarten, dass ein Battlefield 4 mit hohen Details läuft.
    Wenn Valve doch wenigstens auf eine einheitliche Hardwarespezifikation gesetzt hätte. Zu einem Preis, der wenigstens ansatzweise an aktuelle Konsolen heran reicht. Nun müssen sie sich zumindest darum bemühen, eine Software zu entwickeln, die die Games beim ersten Starten an die jeweilige Hardware anpasst. Ansonsten dreht man wieder selbst an den Grafikrädchen. Das kann so nicht gewollt sein!
    Der Vorteil einer in sich geschlossen Konsole ist doch gerade, dass man die Software selbst optimal auf die Hardware abstimmen kann. Dies ist die größte Stärke der Konsolen. Nur deshalb hält eine Generation im Schnitt 7 Jahre. Da nützt auch das Argument nichts, dass die Steam Machines potentiell aufrüstbar sind. Eher kommen da ganz andere Probleme auf die Anwender zu. Stichwort Lüftung, Netzteil und begrenzter Platz.

    SteamOS als Linux-basiertes Betriebssystem ist an sich keine schlechte Idee. Die Grundidee ist Steam im Big-Picture-Mode laufen zu lassen. Dies würde die Navigation mittels Controller sehr erleichtern und macht Maus und Tastatur überflüssig. Außerdem würde das OS ohne den Ballast von Hintergrundaufgaben, wie bei ordinären PCs, laufen. Zudem ist der größte Vorteil wohl der Preis der Spiele – gerade in den Sales.
    Allerdings ist "Linux" hier schon ein Pferdefuß. Denn nur ein Bruchteil der Steamgames (Gerüchten zufolge etwa 300) ist kompatibel. Dazu kommt, dass selbst von diesen Spielen längst nicht alle auf Controller-only-Benutzung ausgelegt sind. Da gibt es definitiv Handlungsbedarf. Zwar wurden schon Videoportale angekündigt und es werden alle gängigen Video- und Musikformate unterstützt, dies konnten PS3 und 360 allerdings auch schon.

    Wer kann nun also die Zielgruppe für so eine PC-Konsole sein?
    Konsoleros wohl eher nicht. Die haben längst eine One, PS4 oder WiiU, bzw. sind mit der alten Generation noch zufrieden. Zumal auch viele lieber auf Reatilversionen zurück greifen, als jedes Game herunter zu laden
    Casualgamer, die sich einen PC kaufen wollen? Auch nicht, denn für ähnliches Geld bekommt man auch einen Standard-PC, den man zusätzlich auch für Arbeitsaufgaben und bequemes Surfen nutzen kann.
    Bleiben noch die PC-Gamer. Doch auch da werden sich die wenigsten eine der leistungsfähigeren Steam Machines ins Wohnzimmer stellen, wenn sie für das gleiche Geld auch einen Gaming-PC kaufen, bzw. vorhandene Hardware aufrüsten können. Zudem lässt sich heutzutage jeder Rechner bequem per HDMI-Kabel an den Flatscreen anstöpseln und per kabellosen XBox-Controller bedienen. Zugegeben, mit einem Laptop wäre diese Auf- und Abbauerei wohl meist leichter, außer man hat seinen Tower direkt neben der Wohnwand stehen. Trotzdem wäre wohl für PC-Core-Gamer eine Streamingbox, mit der man über WLAN die Bildausgabe des Rechners auf den TV streamt wesentlich sinnvoller – und billiger.
    Multimedia-Anwender? Auch wenn, die Machines sämtliche Dateiformate dieser Erde unterstützen, würde ein entscheidender Punkt die Kisten als Multimediagerät disqualifizieren: Das fehlende optische Laufwerk.

    Noch ist nicht aller Tage Abend und auch ich würde mich gerne vom Gegenteil überzeugen lassen. Aber derzeit sieht es wohl so aus, als würde Valve ein Konzept verfolgen, für welches es keine wirklich Zielgruppe gibt. Was sind die Steam Machines denn nun eigentlich? Wohl nichts weiter als PC-Komponenten in kleinem Gehäuse mit SteamOS als Betriebssystem.
    Zwar kämen alleine schon die vorhandenen 65Mio. Steammitglieder als Kunden infrage, nur wird wohl nur ein Bruchteil wirklich über die Anschaffung eines "Zweit-PCs" in Konsolenform nachdenken.
    Derzeit muss man befürchten, dass Valves Konsolen wohl nur ein Nischendasein fristen werden. Und da sind sie mit Ouya und Co. in bester Gesellschaft…

    Warum die Steam Machines scheitern werden - Leser-Kolumne von RoninXM Quelle: Valve

  • Steam Machine
    Steam Machine
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    Valve Software
    Es gibt 8 Kommentare zum Artikel
    Von Astorek
    Unabhängig der vielen "Gefällt mir"-Klicks in deinem Beitrag muss ich bei dieser Aussage heftigst protestieren;…
    Von RoninXM
    Natürlich die Steam Maschine nur ein weiterer PC mit kompakten Design. Aber das ist ja gerade das Problem. Warum…
    Von Cressnfot
    Der Vorteil dieses Konzepts liegt darin, dass es nicht notwendig ist, einen großen Markt abzudecken. Niemand muss die…
    • Es gibt 8 Kommentare zum Artikel

      • Von Astorek
        Unabhängig der vielen "Gefällt mir"-Klicks in deinem Beitrag muss ich bei dieser Aussage heftigst protestieren; andernfalls wäre Steam (also die Vertriebsplattform, nicht das OS) nicht so erfolgreich, dass andere Publisher versuchen würden, Steam nachzubauen (EA mit Origin bspw.). Überhaupt: Womit ist Valve…
      • Von RoninXM
        Natürlich die Steam Maschine nur ein weiterer PC mit kompakten Design. Aber das ist ja gerade das Problem. Warum sollte ich mir einen "beschnittenen" PC kaufen, wenn ich mir vom selben Geld auch einen normalen PC kaufen kann, auf dem ich auch tägliche Arbeiten verrichten und bequem im Netz stöbern kann.

        Wie gesagt: das derzeitige Konzept hat einfach keine Zielgruppe. Oder wie würdest du das sehen?
      • Von Cressnfot
        Der Vorteil dieses Konzepts liegt darin, dass es nicht notwendig ist, einen großen Markt abzudecken. Niemand muss die Hardware großartig redesignen und abstimmen wie bei einer normalen Konsole. Es müssen keine Spiele speziell für das System entwickelt werden.
        Würde z.B. Sony nur 5 Konsolen verkaufen, wären…
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Steam Machine
Warum die Steam Machines scheitern werden - Leser-Kolumne von RoninXM
Ich muss zugeben, dass ich mich ein bisschen von Valves Euphorie habe anstecken lassen. Es klang ja auch zu schön, was sie uns am Anfang unter dem Namen Steam-Box versprachen! Ein System, welches den etablierten Konsolen Paroli bieten kann. Ein Konsolen-PC-Hybrid, welcher Steam als Plattform mit all ihren Vorteilen als wohnzimmertaugliches Gamingsystem bietet.
http://www.gamesaktuell.de/Steam-Machine-Hardware-256919/Specials/Warum-die-Steam-Machines-scheitern-werden-Leser-Kolumne-von-RoninXM-1105902/
21.01.2014
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2014/01/steam1.jpg
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