Knights of the Old Republic 2

Test

Endlich eine Jedi-Ausbildung, die sich jeder von uns leisten kann! Der zweite Teil des Star-Wars-Psychotests steht ab sofort zum Budgetpreis in den Läden. Entscheiden Sie sich für die helle oder die dunkle Seite der Macht?

Im täglichen Leben sind wir immer wieder Entscheidungen ausgesetzt, bei denen uns Vernunft und gute Erziehung beeinflussen. Natürlich würde jeder einer gebrechlichen Oma sofort über die Straße helfen. Doch in einer weit, weit entfernten Galaxis ticken die Leute anderes. Dort schnappt sich einer vielleicht den Geldbeutel der alten Dame und befördert sie mit einem Tritt auf die Straße, um im entstehenden Chaos zu entkommen. Das klingt Ihnen zu krass? Dann ist die dunkle Seite der Macht wohl nichts für Sie.

Das Rollenspiel Knights of the Old Republic 2 benutzt das bewährte Spielprinzip des Vorgängers, bei dem sich Spieler entscheiden müssen, ob Sie den Weg eines Jedi gehen oder sich der dunklen Seite verschreiben. Und das nicht nur zu Beginn des Spiels, denn während des Abenteuers müssen Sie stets neue Entscheidungen treffen, die dann die Gesinnung Ihres Schützlings verändern und sich sogar auf Aussehen und Fähigkeiten auswirken.

Schlapper Antritt

Der Einstieg in die Geschichte ist ebenfalls schamlos beim ersten Kotor abgekupfert: Der Held startet in der Krankenstation und hat sein Gedächtnis sowie seine Ausrüstung verloren. Schließlich gelingt ihm die Flucht in einem Raumschiff, in dem er die Galaxis bereist, um mehr über seine Vergangenheit herauszufinden.

Unterwegs begegnen Sie immer wieder neuen Charakteren, die sich Ihrer Gruppe anschließen. An Bord des Raumschiffs ist genug Platz für alle, doch auf der Planetenoberfläche dürfen Sie nur zwei Begleiter mitnehmen. Die Gefährten haben alle einen eigenen Willen und lassen sich nicht alles gefallen. Wer zum Beispiel ein Vorzeige-Jedi werden will und Bettlern Credits zusteckt, macht sich bei der Sith-Lady Visas nicht gerade beliebt. Umgekehrt billigt die geheimnisvolle Bastilla sinnloses Töten nicht, und wieder andere Begleiter lassen sich sogar von Ihnen auf die helle oder dunkle Seite ziehen. Damit Sie immer wissen, wo die Begleiter gerade stehen, sprechen diese oft mit Ihnen oder geben in manchen Situationen ungefragt ihren Senf dazu. Die meisten Dialoge sind sehr gut gesprochen, was auch nötig ist, denn immerhin verbringen Sie etwa zwei Drittel des Spiels in Gesprächen.

Überschaubares Getümmel

Neben den vielen Dialogen erzeugen die Kämpfe die meiste Spannung in Kotor 2. Auf Basis der D&D-Regeln agieren alle Spielfiguren in den Gefechten rundenweise. Um Befehle zu geben oder sich einen besseren Überblick zu verschaffen, können Sie das Spiel jederzeit pausieren. So passen Sie die Taktik der Situation an und wechseln zum Beispiel zwischen Nah- und Fernkampf, hauen sich ein Medi-Kit rein oder brutzeln den nächsten Feind mit einem Machtblitz.

Grafik und Sound haben die Entwickler für den zweiten Teil leicht aufgebohrt: Texturen sind höher aufgelöst, und der 5.1-Surround-Sound rundet die Atmosphäre ab. Wer allerdings nicht mit vollen Details spielt, stellt auf den ersten Blick keine Unterschiede zum Vorgänger fest.

Patrick Hartmann

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