Zum letzten Mal kreuzen sich schimmernde Klingen: Erlebt das Finale des Sternenkrieges hautnah.
A lle Ernüchterung ob der dramaturgischen Schwächen von Episode I und II scheint vergessen: Der Hype um den finalen Akt der "Star Wars"-Saga ist gewaltig. In Scharen pilgern die Jedi-Jünger momentan in die Kinos, um der Verwandlung Anakin Skywalkers in den kosmischen Kinderschreck Darth Vader beizuwohnen.
Das Ende der Freundschaft
In Activisions PS2-Umsetzung von "Episode III" beamt ihr euch vom heimischen Wohnzimmer aus mitten hinein in die dramatischen Ereignisse des Streifens. Die Hintergrundgeschichte bleibt dicht am Film, konzentriert sich aber auf den zentralen Konflikt zwischen den Hauptfiguren Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker. Andere Akteure wie Königin Amidala tauchen in der Versoftung hingegen nicht mal am Rande auf.
Der Plot beginnt mit der Rettung von Kanzler Palpatine aus den Klauen des hinterhältigen Hybridwesens General Grievous. Kämpfen Jedi-Schüler Anakin und sein Lehrmeister Obi-Wan hier noch Seite an Seite, entgleitet Anakin infolge böser Intrigen Palpatines später dem Einfluss seines Mentors. Er verfällt der dunklen Seite der Macht und vergisst seine ehrenhaften Jedi-Wurzeln.
En Garde im Jedi-Stil
Die Hauptattraktion des Spiel ist der Story-Modus, der euch in 16 Levels durch die Geschichte des Films führt. Je nach Mission seid ihr entweder als Obi-Wan oder als Anakin unterwegs. Beide beherrschen eindrucksvolle Machtfähigkeiten und tragen ein elegantes Laserschwert unter der Robe. Für den scharfen Strahlemann solltet ihr euch unbedingt ein paar Ersatzbatterien mitnehmen -- ihr werdet sie brauchen. Unentwegt stürmen euch ganze Armeen unerschrockener Droiden, unliebsamer Separatisten und anderer feindseliger Weltraumbewohner vor die Klinge.
Nur gut, dass ihr viele verschiedene Kombo-Attacken im Repertoire habt, mit denen ihr euch zur Wehr setzen könnt. Bei den Laserkämpfen macht sich die Zusammenarbeit der Entwickler mit dem Stunt-Koordinator des Films positiv bemerkbar: Anakin und Obi-Wan wirbeln flüssig animiert über den Bildschirm und ihre Schwertstreiche sehen richtig cool aus.
Bringt euch eure Waffe mal nicht zum Erfolg, hilft die viel zitierte Macht: Seid ihr mit Anakin unterwegs, schleudert ihr Elektroblitze, als Obi-Wan vernebelt ihr euren Widersachern kurzerhand das Hirn.
Üble Ober-Schergen
Ab und an stellen sich euch starke Endgegner in den Weg: Mace Windu oder Count Dooku sind wahre Meister im Umgang mit dem Lichtsäbel. Ähnlich wie die Standard-Gegner leiden sie aber an akuter Dummheit: Da ihr sie mit fairen Mitteln kaum besiegen könnt, flüchtet ihr euch regelmäßig in eine ruhige Ecke und heilt euch mit der Macht. Eure Gegenspieler stören sich oft überhaupt nicht an eurem Weglaufen oder bleiben bei der Verfolgung an einem Hindernis hängen -- solche KI-Macken sind nervig.
Und während sich die Sith an den Jedi rächen, rächt sich der monotone Spielablauf am Dauerspaß: So gut inszeniert die Kämpfe auch sein mögen, auf Dauer fehlt die Abwechslung. Ein Machtsprung hier, eine kurze Geschützeinlage dort -- das war's.
Abseits des Story-Modus versucht ihr euch an einigen Bonus-Einsätzen, darunter vier Zweispieler-Missionen, die aber nicht sehr spannend sind. Das ist umso enttäuschender, als ihr den Story-Modus nur alleine angehen könnt. Für Versöhnung sorgt der spaßige Duell-Modus, in dem ihr euch wie in einem Prügelspiel auf die Mütze haut.
Fans freuen sich über die filmnahe Präsentation: Begleitet von John Williams' Bombast-Sound schnetzelt ihr euch durch die ansehnlich umgesetzten Originalschauplätze. Zwischen den Levels flimmern insgesamt mehr als zehn Minuten Filmmaterial über die Mattscheibe.
? fabian käufer
