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  • Spun

    Regisseur Jonas Akerlunds Drogentrip stellt die Zuschauer auf eine harte Probe. Können völlig durchgeknallte Loser auch nur ansatzweise symphatisch sein? Sie sagen nein? Dann sollten Sie sich "Spun" ansehen!

    Spun Spoof, Speedies, Crystal, Spank, Ice, Crap, Shabu und wie auch immer man synthetische Drogen noch nennt -- eine Hand voll Drogenfreaks aus dem Norden von Los Angeles kennt und konsumiert sie alle -- und zwar permanent. Ständig auf der Suche nach dem nächsten Schuss, hängen die Junkies verplant und ohne jegliche Lebensperspektive in versifften Wohnungen und abgeranzten Ghetto-Häusern ab und ziehen sich eine Ladung Speed nach der nächsten rein.

    Dreh- und Angelpunkt dieser (eigentlich unbedeutenden und nebensächlichen) Geschichte ist Ross (Jason Schwartzman), der seiner Sucht wegen vom College geschmissen und von seiner Freundin verlassen wurde. Als er bei dem paranoiden Dealer Spider Mike (John Leguizamo) und dessen verdummter Freundin Cookie (Mena Suvari) neuen Stoff besorgen will, lernt er nicht nur den realitätsentzogenen Drogen- und Videospieljunkie Frisbee (Patrick Fugit, "Almost Famous"), sondern auch die heruntergekommene Stripperin Nikki (Brittany Murphy) kennen.

    Letztere wiederum macht Ross mit ihrem Lover ?The Cook? (Mickey Rourke) bekannt, der in einem winzigen Motelzimmer rund um die Uhr Ecstasy für Spider Mike und Co. zusammenbraut. Um Kohle zu verdienen und seinen privaten Drogennachschub zu sichern, heuert Ross mit seinem abgewrackten Volvo als Chauffeur für den schwer beschäftigten Koch an.

    "Spun" bedeutet frei übersetzt soviel wie "drauf sein" -- und das passt auf alle Charaktere des Films wie die Faust aufs Auge. Ross? Hirn beispielsweise ist dermaßen weichgeschnieft, dass er eine Stripperin nach dem Sex nackt ans Bett gefesselt zurücklässt und dort glatt tagelang vergisst, während er Nikki, ihren vergifteten Hund oder den Koch durch die Gegend schippert.

    "Beruhend auf Wahrheit ... und Lügen" heißt es, bevor die ersten bewegten Bilder von "Spun" über den Bildschirm flimmern. Der schwedische Videoclip-Regisseur Jonas Akerlund orientierte sich für sein Spielfilmdebüt an den Geschehnissen, die der Methamphetamin-Süchtige Will De Los Santos binnen dreier Tage im absoluten Vollrausch selbst erlebt hat.

    Dabei treffen Komik, Tragik und Hysterie schonungslos aufeinander. Mit sprunghaften Hochgeschwindigkeits-Schnitten, surrealen Zeichentrick-Rauschsequenzen, penetranten, teils fast schon ekelhaften Nahaufnahmen und dem drückenden Musik-Score von Ex-Smashing Pumpkins-Frontmann Billy Corgan setzte Akerlund die harte Thematik entsprechend derb, aber neutral in Szene. Drogenkonsum wird hier keinesfalls verherrlicht, gleichzeitig wird allerdings auch der moralische Zeigefinger nicht erhoben.

    Hinzu kommt eine fabelhafte Besetzungsliste, aus der Mickey Rourke mit seiner selbstironischen Verkörperung eines Drogenbarons besonders hervorsticht. "American Beauty" Mena Suvari ist als verwahrloste Cookie nicht wiederzuerkennen, und Jason Schwartzman hat sich meilenwert von dem aus "Rushmore" bekannten Streberimage entfernt. Brittany Murphy setzt als liebenswerte Schlampe ihrer Rolle aus "8 Mile" noch eins drauf, Cameo-Auftritte von Billy Corgan und Rob Halford runden den exquisiten Cast ab.

    Wer sich über diesen Bilderrausch hinaus noch mit Extras zudröhnen möchte, findet mit der DVD nicht allzu viel Stoff zur Suchtbefriedigung. Die beiden Audiokommentare sind teils interessant und auch informativ, allerdings ohne deutsche Untertitel. Die fünf gelöschten Szenen fielen zu Recht der Schere zum Opfer und das Musikvideo von Paola (nein, nicht die von Kurt Felix) mit dem Titel "Above the Candystore" ist keine wirkliche Ergänzung zum Film. Ein 4-minütiger Zusammenschnitt von verschiedenen Teasern in der Rohfassung ohne Ton, sowie der deutsche und der englische Kino-Trailer beschließen das dürftige Angebot.TO

    Fazit
    Film-Check: Ein total abgedrehter Trip mit Kultfaktor -- irgendwo zwischen "Trainspotting", "Requiem for a Dream" und "Fear & Loathing in Las Vegas". Gleichsam verstörend wie faszinierend aufgrund dreckiger Dialoge, viel nackter Haut, obszöner Animations- sequenzen und Mickey Rourke mit einem überzeugenden Comeback. Audiovisuell eine extreme Erfahrung für Hartgesottene.
    DVD-Fazit: Diesen Stoff darf man sich getrost reinziehen. "Spun" ist trotz aller Schonungslosigkeit und fehlender Lebensfreude unterhaltsam und innovativ in Szene gesetzt. Das Highlight der DVD ist der Sound, das Bild hingegen könnte besser und die Extras dürften umfangreicher sein. Nach dem "Genuss" dieses Films bleibt nur eine einzige Erkenntnis: Hände weg von Drogen aller Art!
  • Spun
    Spun
    Vertrieb
    Universum Film AG
    Regie
    Jonas Akerlund
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Spun
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Regisseur Jonas Akerlunds Drogentrip stellt die Zuschauer auf eine harte Probe. Können völlig durchgeknallte Loser auch nur ansatzweise symphatisch sein? Sie sagen nein? Dann sollten Sie sich "Spun" ansehen!
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01.07.2004
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