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  • Ich spiele mit Gebrauchtem - LeserNews von el Rodriguez über den Gebrauchtspielemarkt

    Die neue Konsolengeneration steht in den Startlöchern und viele Gamer befürchten, dass es das dann in Zukunft war mit der "Ich kaufe das Spiel zwei Monate nach Release gebraucht, denn da zahle ich nur die Hälfte des Vollpreises!" -Mentalität.

    "Es wäre fantastisch, wenn Playstation 4 und Xbox 720 den Gebrauchthandel unterbinden würden!" - Rasmus Hojengaard (Crytek-Entwicklungsleiter, vor dem Shitstorm)

    "Das Statement war nicht ernst gemeint und ist nicht repräsentativ für die Meinung von Crytek." - Rasmus Hojengaard (Crytek-Entwicklungsleiter, nach dem Shitstorm)


    Wäre es wirklich so verdammt schlimm für uns? Ich selber gehöre zu den Freizeitschotten, die gerne mal in Online-Shops nach Schnäppchen stöbern oder auch mal im örtlichen Gebrauchtspieleladen meines Vertrauens den ein oder anderen Blockbuster der vergangenen Monate für einen Bruchteil des Neupreises mitnehme. Ein schlechtes Gewissen habe ich dabei nicht. Dass die Entwickler, die Publisher und die gesamte Distributionskette nichts mehr daran verdient interessiert mich nur am Rande.

    Wird der Gebrauchtspielemarkt aussterben? Wird der Gebrauchtspielemarkt aussterben? Quelle: www.gamestop.com Wichtig ist mir: Ich habe ein Schnäppchen gemacht. Und wenn man ein Schnäppchen macht, fühlt man sich gut. Ich würde mich definitiv wie ein verdammt schrecklicher Aasgeier und grundsätzlich schlechter Mensch fühlen, wenn ich auf der Rückseite der Verpackung die Gesichter der Frauen und Kinder der Entwickler sehen würde, die wegen meiner Schnäppchenjagden nur noch trocken Brot und Bratheringe essen müssen. Träne wegwischen - Spiel zum Neupreis kaufen... oder das Gebrauchtspiel in eine andere Hülle legen.

    Die Menschen hinter dem Spiel unterstützen und es neu kaufen, das ist die ultimative Lösung! Wir kaufen alles neu. Dann geht niemand mehr pleite.
    Doch. Viele Schüler, Studenten, Kinder und auch Leute wie ich: Schwaben und Freizeitschotten.

    In vielen Hochrechnungen liest man immer wieder:

    "Durch den Gebrauchtspielemarkt sind uns x-Millionen an Umsatz entgangen. Hätten die Leute das Spiel neu gekauft, blabla. Das finden wir nicht gut." - Beliebiger Sprecher eines beliebigen Publishers

    Was in diesen Hochrechnungen nicht berücksichtigt wird ist die Tatsache, dass viele für ein So-Lala-Spiel niemals den Vollpreis bezahlen würden. Viele auch nicht für einen Tripple-A-Titel mit geringer Spielzeit. Ein durschnittlich gutes Spiel vom Schlag eines Alan Wake, ein Metroid - Other M oder ein Burnout Paradise (ich bin bei dieser Auswahl sehr subjektiv) ist für viele einfach keine 60 Tacken wert. Sehe ich beispielsweise ein mittelmäßiges Rennspiel zum Vollpreis im Regal, dann greife ich sicherlich nicht zu. Für nen Fünfer, weniger als ein Menü bei BurgerMcKingDonalds, greife ich dann doch zu. Meine hart ersparten Moneten sehen die fleißigen Entwicklermenschen ohnehin nicht. Nicht mal einen Teil davon. Ich denke, dass man solche Hochrechnungen nicht ernst nehmen sollte.

    Gibt es eine Maßnahme mit denen die Entwickler dennoch an meine Knete kommen? Eine allumfassende Lösung gibt es wahrscheinlich nicht. Was aber definitiv hilft, sind Lösungen wie Onlinedistribution, Collections, Sparpakete, DLCs und Onlinepässe... wenn es richtig gemacht wird. Wir Konsumenten beschweren uns selbstverständlich immer und schreiben die Worte unsere Entrüstung über die allherrschende Geldgeilheit in großen Lettern an die Wände des Internets. Oder echauffieren uns im hauseigenen Podcast darüber.

    All diese Maßnahmen sind wohl noch nicht genug. Ich bin der Meinung, dass viele der Maßnahmen einfach nur komplett falsch eingesetzt werden oder die Message durch mieses oder teils gewissenloses Marketing schlecht an uns vermittelt werden. Deshalb werden sie auch meist schlecht aufgenommen.

    Für die einen Segen, für die anderen Fluch: Gebrauchte Games Für die einen Segen, für die anderen Fluch: Gebrauchte Games Quelle: www.gamestop.com Lieber mal eben kurz zu GameStop oder bei nem Freund ausleihen - statt downloaden Kennt ihr Leute, die sich ein Vollpreisspiel wie GTA4 oder Halo Reach mal über XBox-Live herunter geladen haben? Habt ihr das gar selbst gemacht? Wenn ihr diese Frage mit "Ja klar!" beantworten könnt, dann schreibt mir in die Kommentare wie dieser ominöse Kauf zustande gekommen ist. Neue Spiele kosten nämlich online meist beinahe so viel wie Retail-Versionen. Was soll mich nun dazu bewegen das Spiel online zu erwerben? Hätte ich z.B. Lust auf Halo Reach hätte ich es mir im Fachmarkt für 60€ holen können. Hätte ich es bei XBox Live kaufen wollen, hätte ich ganze 70€ blechen müssen! Besorge ich es mir gebraucht über eBay, Amazon oder GameStop: 35€. Der Publisher und die Entwickler bekommen im Falle eines Gebrauchtkaufs keinen einzigen Cent von mir!

    "Hallo Publisher. Ich möchte euch für euer gelungenes Spiel belohnen aber trotzdem sparen. Bitte gebt mir eine Möglichkeit! Oh... ihr wollt es gar nicht?"


    Ich habe mir Halo Reach also gebraucht von einem Freund für 30€ gekauft. Bei 45€ - 50€ auf XBox Live hätte ich es mir durchaus überlegt das innere meiner Festplatte mit Reach auszuschmücken. Aber 70€ ohne Booklet, Hülle und physischen Datenträger? Macht uns Angebote die wir nachvollziehen können! Verdammt nochmal... was ist euer Problem? Wollt ihr mein Geld nicht? Irgendwann werde ich Halo Reach auch wieder verkaufen und der glückliche Käufer wird es irgendwann auch wieder weiterverkaufen. Etwa jedes dritte Spiel wird weiterverkauft. Halo Reach ging über 4 fucking Millionen Mal über den Ladentisch. Taschenrechner raus, Microsoft.


    "Markt ist wie Krieg - und da ist jeder sein eigener Schnäppchenshooter" - Bernd Stromberg (Bürohengst)


    Durch Einführung der DLCs wurde der Gebrauchtspielemarkt auch nicht unbedingt geschwächt. Sie wurden aber zum teil auch eingeführt, damit man vom zehnten Besitzer der selben DVD auch noch einen Teil vom Kuchen bekommt. Sicherlich... die Entwickler möchten uns in Interviews klar machen, dass sie nach dem Spiel noch grandiose Ideen hatten und diese in Form von DLCs an uns Gamer weitergeben möchten. Das dies nicht der Wahrheit entspricht erleben wir immer wieder. Einerseits durch DLCs die bereits im Voraus angekündigt werden und andererseits durch bereits auf dem Datenträger vorhandene DLCs. Gerne wird über eine solche DLC-Politik diskutiert. Was mir dabei sehr übel aufstößt ist nicht die Methodik des Melkens von Spielern sondern, dass uns meistens von "Martketing Spezialisten" direkt ins Gesicht gelogen wird.

    Neue Marketing-Strategie: Ehrlich sein, weil wir keine Idioten sind Versteht mich bitte nicht falsch. Ich möchte hier nicht verallgemeinern. Nicht alle DLCs entspringen den Gedanken gewissenloser Menschen. Wenn eine gewisse Zeit vergangen ist und tatsächlich frische Ideen in ein Spiel gebracht werden, dann kann ich es den Entwicklern auch mal abkaufen, dass sie noch etwas tolles hinterherwerfen wollten. Das ich für drei neue Maps in Call of Duty mal locker 15€ hinlegen muss, kann ich auch noch verstehen... irgendjemand muss die Server am Laufen halten, die Fans versorgen und an der Activision-Hotline möchten wir auch gerne mit einem kompetenten Mitarbeiter sprechen, statt mit Ranjid über das indische Kastensystem und Outsourcing zu diskutieren.

    Wenn allerdings bei einem Teil der Assassins Creed -Reihe eine fertige Sequenz aus dem Spiel genommen wird oder ich bei Marvel vs. Capcom für Charaktere bezahle, die ich eigentlich schon auf der Disc habe, hat das einen ganz miesen Beigeschmack. Was sagen die Publisher dazu? "Verbesserte Distributionswege! Zu viel Inhalt auf einmal!", dürfen wir in den Pressemitteilungen lesen.

    Wenn sie doch nur mal ehrlich wären und sagen würden:

    "Tut uns Leid, Leute! Aber der Gebrauchtspielemarkt bricht uns das Genick. Assassins Creed II wird einmal für 55€ bei uns gekauft und geht danach durschnittlich weitere fünf Mal über den Ladentisch. Davon sehen wir leider keinen Cent. Bitte seht es uns nicht nach, dass wir von den Weiterverkäufen auch noch ein bisschen was haben möchten."


    Die Regale sind immer voll mit Nachschub Die Regale sind immer voll mit Nachschub Quelle: Selbst fotografiert Kann ich absolut verstehen und nachvollziehen. Man kann Publishern Geldgeilheit und sonstige schlimme Dinge an den Hals sprechen. Was wir aber oft nicht sehen ist die Gegenseite: An einem Assassins Creed, an einem Skyrim und auch an einem Call of Duty hängen verdammt viele Arbeitsplätze. Ob diese Leute zu viel verdienen, sei mal dahin gestellt. Programmierer eines geschlossenen Entwicklerstudios bekommen mit der Zeit auch alltägliche Probleme, die wir nachvollziehen können sollten: Die Miete muss bezahlt werden, der Sohnemann hätte gern nen iPod und irgendwie wird der Sprit auch nicht günstiger.
    Für mich wäre die Sache, sofern sie dem Erstverkäufer die Sequenz direkt mitliefern würden, vom Tisch.
    Das wäre doch zur Abwechslung mal ein ehrliches Statement.

    Online-Pässe sind lästig. Aber mal ehrlich: Sie sind eine verdammt gute Lösung! Bei Online-Pässen und solchen Maßnahmen wie Online- und Registrierungszwang möchte man einerseits den Raubkopierern einen Riegel vorschieben und andererseits auch den Gebrauchtspielemarkt einschränken. Das wir selber, unter der Eingabe von ellenlangen Codes z.T. mit dem Controller, leiden müssen, gefällt niemandem. Schon mal versucht heutzutage ein lokales Multiplayer-Spiel beim guten Freund in die Konsole zu werfen und einfach loszuzocken? Bei vielen Games sind hier vorab Registrierungshürden zu meistern. Wir lassen den Herstellern aber beinahe keine andere Wahl. Es gehört mitlerweile dazu und oft, so scheint es, funktioniert es gut. Mit Einführung von kostenpflichtigen Codes, um ein gebrauchtes Game online spielen zu können, haben Publisher sehr viel Unsympathie auf sich gezogen. Wollen wir aber, dass Server und Service für auch noch nach Jahren zur Verfügung stehen, müssen wir wohl oder übel in den sauren Apfel beissen. Werden Server trotz Vertrieb von Online-Pässen nach einem Jahr bereits abgeschalten, ist es durchaus angebracht die sauren Äpfel an die Türen und Wände der Entscheidungsträger zu klatschen.

    "Ein Stopp von Gebrauchtspielen bedeuten das Ende der Videospieleindustrie" - Michael Pachter (Wedbush Securities, lebende Glaskugel)


    Ich muss gestehen, dass es mir schwer fällt ein Fazit zu ziehen. Einerseits freue ich mich wie ein frisch paniertes Schnitzel darüber, dass ich soeben Halo Wars gebraucht für lächerliche drei Euro bei Amazon gekauft habe, andererseits habe ich ein schlechtes Gewissen, da ich die Hersteller mit meinem Kauf umgangen habe und ihnen nicht für ihre grandiose Arbeit finanziell unterstütze.
    Diese sollten ein mindestens gleichwertig schlechtes Gewissen haben. Es gibt noch einiges an Nachholbedarf. In diesem, noch relativ jungen, Gewerbe kann und sollte sich noch einiges tun. Hoffentlich werden in Zukunft vernünftigere Entscheidungen getroffen, die wir nachvollziehen können.

    Der Gebrauchtspielemarkt gehört dazu. Er ist nötig und hat eben auch tausende Arbeitsplätze geschaffen. Ich würde es vermissen durch die Regale des lokalen Gebrauchtspielegeschäftes zu schlendern, mir ein Spiel auszusuchen und den Nervenkitzel zu erleben. Den Nervenkitzel den ich durch einen Kratzer auf der Disc erlebe, der dazu führt, dass die Endsequenz von Mass Effect nicht spielen kann. Anspannungen, die man mit einem High Five im Gesicht des Verkäufers entladen möchte.

    el Rodriguez | Playcast

  • Es gibt 15 Kommentare zum Artikel
    Von BadBummel
    Wirklich mit viel Witz geschrieben und in den meisten Bereichen hast du auch recht... Nur ist es leider so das das…
    Von Ameena
    Jepp, ganz genau. ich find ohne die Möglichkeit, gebrauchte Games zu kaufen, fehlt irgenwie etwas 
    Von Leander96ps
    Ich finde es einfach klasse, das man seine Spiele selbst verkaufen und auch gebrauchte Spiele kaufen kann. Das sollte…
    • Es gibt 15 Kommentare zum Artikel

      • Von BadBummel
        Wirklich mit viel Witz geschrieben und in den meisten Bereichen hast du auch recht... Nur ist es leider so das das Verfahren mit den Onlinepässen bei allen Spielen angewandt wird ob es nun Sinn macht oder nicht.
      • Von Ameena
        Zitat von Leander96ps
        Ich finde es einfach klasse, das man seine Spiele selbst verkaufen und auch gebrauchte Spiele kaufen kann. Das sollte bei der Next Gen auch so sein!
        Jepp, ganz genau. ich find ohne die Möglichkeit, gebrauchte Games zu kaufen, fehlt irgenwie etwas 
      • Von Leander96ps
        Ich finde es einfach klasse, das man seine Spiele selbst verkaufen und auch gebrauchte Spiele kaufen kann. Das sollte bei der Next Gen auch so sein!
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Ich spiele mit Gebrauchtem - LeserNews von el Rodriguez über den Gebrauchtspielemarkt
Die neue Konsolengeneration steht in den Startlöchern und viele Gamer befürchten, dass es das dann in Zukunft war mit der "Ich kaufe das Spiel zwei Monate nach Release gebraucht, denn da zahle ich nur die Hälfte des Vollpreises!" -Mentalität.
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31.10.2012
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