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  • Space Hulk im Test - Trockene Umsetzung des Warhammer-Brettspiels

    Space Hulk im Test - das dänische Indie-Studio Full Control ApS bringt das Brettspiel aus dem Warhammer-40k-Universum auf den heimischen PC. Dabei liegt der Fokus des Teams auf einee möglichst akkurate Umsetzung des Brettspiels - was reichlich trocken daherkommt.

    Warhammer-Fans mussten lange auf ein neues Taktik-Spiel im geliebten 40K-Universum warten – gute 17 Jahre, um genau zu sein. Space Hulk (1993) und sein Nachfolger Space Hulk: Vengeance of the Blood Angels (1996) brachen dabei das starre Korsett der gleichnamigen Brettspielvorlage auf und garnierten die rundenbasierten Gefechte mit Versatzstücken der Echtzeitstrategie. Für zusätzliche Motivation sorgten ausgeklügelte Hintergrundgeschichten, die zwar keinen Drehbuch-Oscar für sich beanspruchen dürfen, aber immerhin für eine packende Warhammer-Atmosphäre sorgten.

    Beim nun über Steam vom dänischen Indie-Studio Full Control ApS veröffentlichten, ebenfalls schlicht Space Hulk betitelten Neuableger ist das anders. Der Titel sieht sich als 1:1-Umsetzung des Brettspiels. Sprich: Die Echtzeit-Elemente wurden gestrichen, eine Story gibt es ebenfalls nicht. Selbiges gilt für Zwischensequenzen, Squad-Management zwischen den Missionen oder Rollenspiel-Elemente wie etwa auflevelnde Terminatoren (eine Elite-Einheit der Space Marines mit extrastarken Rüstungen). Das Spiel beschränkt sich auf eine möglichst akkurate Umsetzung der rundenbasierten Gefechte – nicht mehr, und nicht weniger.

    Die sogenannte Kampagne ist daher auch nicht mehr als die Aneinanderreihung von zwölf zusammenhanglosen Missionen, in die ihr ein oder mehrere Squads von Blood Angels führt. Das geht sogar so weit, dass gefallene Terminatoren beim nächsten Einsatz einfach wieder dabei sind – zusammenhanglos eben. Dass dadurch keinerlei Bindung zum Squad oder gar ein Gefühl von Fortschritt im Verlaufe der Missionen zustande kommt, ist selbstverständlich. Immerhin sind die Missionen selbst gut designt. Wie im Brettspiel wechseln die Aufgaben munter durch.

    Mal müsst ihr einen Kameraden aus einer Notsituation retten, mal eure aktuelle Position gegen Gegner verteidigen und mal ein bestimmtes Artefakt retten – schick. Weniger schick ist allerdings die Tatsache, dass alle Gefechte in dunklen, gleich aussehenden Raumschiffgängen stattfinden und ihr euch lediglich mit zwei Gegnertypen befasst – Genestealers und deren Chefs, die Broodlords. Das mag bei aller Besinnung auf die Brettspielvorlage noch Sinn machen, sorgt verbunden mit der fehlenden Story-Atmosphäre aber schnell für Eintönigkeit.

    Die Bewaffnung der Terminatoren unterscheidet sich, manche verfügen über Miniguns oder Flammenwerfer. Selbst ausrüsten dürft ihr die Marines aber nicht. Die Bewaffnung der Terminatoren unterscheidet sich, manche verfügen über Miniguns oder Flammenwerfer. Selbst ausrüsten dürft ihr die Marines aber nicht. Quelle: PC Games Die Space-Hulk-Regeln hingegen wurden gut umgesetzt. Jeder eurer Terminatoren verfügt über vier Aktionspunkte. Jede Aktion verschlingt dabei unterschiedlich viele dieser Punkte. Ein Angriff, ein Bewegungsbefehl aber auch das Öffnen von Türen oder das Drehen eures Space Marines schlagen mit einem Aktionspunkt zu Buche, der Guard- (verbesserte Nahkampf-Verteidigung) oder Overwatch-Modus (automatisches Feuern auf Gegner im Blickfeld) mit deren zwei. Hinzu kommen (zumindest auf den ersten beiden von drei Schwierigkeitsgraden) pro Runde 1-6 Kommandopunkte, die ihr übergreifend für eure kompletten Einheiten ebenfalls als Aktionspunkte verwenden dürft.

    Auch schön: Wie im Brettspiel werden Gegner durch Wände als sogenannte Blips angezeigt. Dadurch bleibt euch anfangs verborgen, welche Gegnerart und wie viele davon auf euch zukommen. Erst wenn der Blip in die Sichtlinie eines Terminatoren gerät (daher sind auch Blickrichtung samt Overwatch-Modus so wichtig), seht ihr ob ihr es nun mit einem oder bis zu drei Genestealers oder im schlimmsten Fall sogar mit einem Broodlord zu tun bekommt. Das sorgt für Spannung und macht die taktische Ausrichtung und Vorgehensweise eurer Einheiten umso wichtiger – klasse!

    Was die Spannung allerdings wieder trübt, ist die Tatsache, dass Erfolg und Misserfolg von Gefechten zwar auf simulierten Würfeln beruhen, ihr im Spiel davon allerdings herzlich wenig merkt. Das liegt vor allem daran, dass eure Marines und auch die Gegner keine rollenspieltypischen Werte und somit auch keine Hitpoints besitzen. Feuert ihr auf einen Genestealer, schießt ihr entweder daneben oder tötet ihn sofort; kommt es zu einem Nahkampf, ist zu 99 % einer der beiden Kontrahenten hinüber. Meist ist dies zudem euer Terminator, was aufgrund der dicken Rüstung ein wenig befremdlich wirkt.

    Hier wäre etwas weniger Brettspieltreue vielleicht besser gewesen, um den Gefechten etwas Dynamik und Tiefgang zu verleihen. Bei dem fehlenden 1 % sind wir uns übrigens nicht sicher, ob das Überleben beider Kämpfer gewollt oder einer der vielen kleinen, allerdings meist grafischen Bugs ist. Ein weiterer Kritikpunkt: Der Schwung und die Spannung der Vorlage werden durch die sehr langsame Inszenierung des Spiels konterkariert – bis eure Terminatoren einmal in Stellung gegangen sind, vergehen schon mal 20-30 Sekunden.

    Eure Blood Angels sehen ganz gut aus, sind aber sehr langatmig animiert, was den Gefechten die Spannung raubt. Eure Blood Angels sehen ganz gut aus, sind aber sehr langatmig animiert, was den Gefechten die Spannung raubt. Quelle: PC Games Nicht unerwähnt wollen wir natürlich den Mehrspielermodus lassen. Neben Online-Gefechten, die aktuell noch mit ein paar Verbindungsproblemen zu kämpfen haben, aber sonst recht ordentlich funktionieren, bietet das Spiel auch einen Hotseat-Modus, in dem einer der Spieler die Genestealer steuert. Was im ersten Moment noch spaßig klingt, wird vor allem durch die Tatsache boykottiert, dass der Space-Marine-Spieler jederzeit sieht, wie viele Gegner sich hinter einem Blip verbergen. Logisch, schließlich findet hier alles an einem PC statt und nicht wie bei der Vorlage an einem großen Tisch mit verdeckten Karten. Die Spannung killt es trotzdem.

    Alles in allem bleibt damit eine in vielen Punkten akkurate, aber auch eintönig-trockene Umsetzung eines Brettspiels übrig. Wer sich genau das gewünscht hat, mit der fehlenden Atmosphäre leben kann und vom doch recht happigen Preis von rund 28€ nicht abgeschreckt wird, darf zugreifen. Wer einen richtigen Nachfolger der eingangs erwähnten Klassiker erwartet hatte, dürfte hingegen enttäuscht werden. Und wer bereits das Brettspiel samt willigen Spielpartnern besitzt, kann sich das Geld erst Recht sparen.


    Space Hulk (PC)

    Spielspaß
    6 /10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Regeltechnisch recht akkurate Brettspielumsetzung
    Taktisch fordernd
    Keine Story, kein Squadmanagement, kein Drumherum
    Präsentation langatmig, trocken und eintönig
    Spannung der Brettspielvorlage fehlt
    Einige kleinere, meist grafische Bugs und Unzulänglichkeiten

    08:46
    Space Hulk: Die PC-Umsetzung des Kult-Brettspiels im Video
    Spielecover zu Space Hulk
    Space Hulk
  • Space Hulk
    Space Hulk
    Release
    15.08.2013

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Space Hulk
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http://www.gamesaktuell.de/Space-Hulk-Spiel-34068/Tests/Space-Hulk-im-Test-1083976/
19.08.2013
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2013/08/game_2013-08-16_13-47-35-17-pc-games.jpg
space hulk,taktik
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