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  • Creative X-Fi

    Audigy ist tot, es lebe X-Fi: Creatives neuer Soundchip ist weit mehr als ein schnödes Update. Wir durchleuchten seine Technik und sagen Ihnen, was die künftige Soundblaster-Generation beim Spielen bringt.

    Eigentlich könnte sich Creative in Sachen Soundkarten bequem zurücklehnen. Im Segment der Consumer-Produkte zwischen 50 und 200 Euro sind sie praktisch ohne Konkurrenz, der immer wieder mal aufflammende Widerstand von Firmen wie Guillemot/Hercules oder Terratec scheint endgültig erloschen. Doch nichts da: Vor kurzem wurde nach vierjähriger Entwicklungszeit die X-Fi-Architektur enthüllt. Mit vielen neuen Funktionen, rundum verbessertem Klangpotenzial und einer Reihe innovativer Ideen steht der Soundkartenpionier damit wohl endgültig ohne Konkurrenz da.

    Xtreme Fidelity

    Da wäre mal zunächst der Chip selbst. Der »X-Fi Xtreme Fidelity Processor« (Chipcode CA20K1) hat, bei deutlich kleineren Ausmaßen, an reiner Rohleistung gegenüber dem Audigy um ein zigfaches zugelegt. Er beherbergt einen potenten programmierbaren DSP, der bis zu acht Operationen (etwa Echtzeiteffekte) gleichzeitig berechnen kann.

    Wir wollen Sie jetzt nicht mit Dutzenden von Zahlen, Werten oder Fachbegriffen langweilen, nur so viel: Rechenleistung und Transistorenzahl waren vor nicht allzu langer Zeit noch ausgewachsenen CPUs und Highend-Grafikchips vorbehalten. Dazu stehen nun für alle zu bewältigenden Aufgaben insgesamt satte 4.096 Audiokanäle zur Verfügung. In Verbindung mit der Rechenleistung sollen damit vor allem auch Spiele in Zukunft deutlich mehr Kanäle gleichzeitig abspielen als bislang.

    Spezialisierter Allrounder

    Das soll es auch schon wieder mit der trockenen Technik gewesen sein. Denn sie ist nicht viel mehr als eine Basis, sozusagen die Voraussetzung für ein hochinteressantes Gesamtkonzept und einige innovative Features der X-Fi-Entwicklung.

    Das herausstechendste Merkmal ist die »Spezialisierung« der X-Fi-Karten: Neben dem normalen Windows-Betrieb lässt sich einer von drei Modi anwählen: »Audioerstellung« für den Hobbymusiker und Soundbastler, »Unterhaltung« für alle Belange rund um Musik und Film, und natürlich »Spiele« für den Spieler.

    Nach der Wahl entledigt sich die X-Fi erst mal aller Treiber und lädt anschließend wieder die gerade nötigen samt dazu passenden Funktions-Pakete. Dazu gehört auch ein zur jeweiligen Betriebsart passendes Interface. Überflüssiger Tand bleibt außen vor -- so ist zum Beispiel die aufwändige Optimierung der Framerate in Spielen dem Gaming-Modus vorenthalten. Das beugt nicht nur dem Treiber-Wust vor, sondern entschlackt und vereinfacht auch die Bedienung -- was bislang nicht unbedingt eine Stärke der Creative-Software war. Natürlich sind grundsätzlich auch im Gaming-Modus zum Beispiel Filme oder MP3s abspielbar -- es fehlen halt nur Spezialfunktionen.

    Der neue Spieleprimus

    Auch wenn erfahrungsgemäß die meisten ihre Soundkarte recht vielseitig einsetzen -- uns interessiert vor allem, mit welchen Pfunden X-Fi bei Spielen wuchern kann. Insgesamt stellen wir fest, dass das Potenzial zwar riesig ist, allein durch die Hardware selbst aber nicht allzuviel passiert ist. Stärker als in den anderen Bereichen ist X-Fi hier deshalb auch auf den entsprechenden Support der Spieleentwickler angewiesen. Laut Creative soll das dank der Leistungsfähigkeit der Karten und der bequemen OpenAL-Schnittstelle kein großes Problem sein. Mit Battlefield 2 und UT 2004 sind bereits die ersten nachträglichen Patches bekannt.

    Vier spielerelevante Hauptaspekte sind es, die unserer Meinung nach den Unterschied zur eigenen Audigy, der verbleibenden Konkurrenz und beliebigen Onboard-Soundchips ausmachen.

    1. Besserer Sound

    Dank des X-Fi-Chips klingen Spiele einfach besser, satter und glänzen mit bestmöglicher Rundum-Ortung in den Surround-Modi. Macro FX (von der 2003 gekauften Firma Sensaura) verbessert vor allem die bislang mangelhafte, DS3D-typische Ortbarkeit im Nahbereich der virtuellen Ohren deutlich.

    2. Höhere Frameraten

    Schon die Audigy war bekannt dafür, in den Surround-Modi recht wenig an Performance zu verlieren. Mit dem leistungsstarken X-Fi-Chip lässt sich der Hauptprozessor weiter entlasten -- selbst bei höchsten Beanspruchungen, etwa vielen Soundkanälen gleichzeitig oder aufwändigen EAX-Effekten, gehen die Frameraten im Vergleich zum soundlosen Spielen nur ganz wenig nach unten. Wir haben ein paar Benchmark-Stichproben gemacht und können bestätigen, dass Creative Labs seine Ambitionen erreicht hat: Fps-Jäger kommen an X-Fi nicht vorbei.

    3. X-RAM

    Extraspeicher auf einer Soundkarte ist nicht unbedingt was Neues; schon in den 90ern hielten einige Modelle ein paar Megabyte für MIDI-Soundbänke bereit. Die 32 beziehungsweise 64 MB auf dem fest verlöteten Speicherchip der X-Fi-Karten dienen allerdings einem anderen Zweck. Sie fungieren als Lager für die Soundsamples in einem Spiel. Normalerweise liegen die Samples im Hauptspeicher, was nicht nur schlecht für das frei verfügbare RAM ist, sondern sich auch negativ auf die Performance auswirken kann. Allerdings muss X-RAM explizit vom Spiel angesprochen werden, für manche Titel sollen Patches nachgereicht werden.

    4. EAX 5.0

    Creatives ehemaliges Steckenpferd EAX wird mit dem Auftauchen von X-Fi ein klein wenig in eine Nebenrolle gedrängt. Version 5.0 wird gegenüber Version 4.0 keine gewaltigen Verbesserungen bringen. Das macht insofern nichts, weil schon Version 4.0 sehr ausgereift ist und dem Sound-Entwickler gewaltige Möglichkeiten zur Effektgenerierung bietet. Noch fehlt aber die Spieleunterstützung, um den tatsächlichen Unterschied zwischen EAX 4.0 und EAX 5.0 ordentlich überprüfen zu können.

    Grundsätzlich hofft Creative allerdings, dass mehr Entwickler das Hardware-Potenzial ihrer neuen Technologie per offener OpenAL-Soundsprache direkt anzapfen. Dann wäre EAX als Quasi-Standard zumindest bei den X-Fi gar nicht mehr groß nötig, weshalb auch Überlegungen laufen, EAX 3.0 und 4.0 wie schon frühere Versionen freizugeben. Damit könnten sie auch von der Konkurrenz in ihre Soundchips und Treiber integriert werden.

    C&C

    Die zwei wichtigsten Klangfeatures, um die herum das X-Fi-Konzept quasi entwickelt wurde, heißen CMSS-3D und Crystalizer. CMSS gehört zu den Technologien, die Futter aus Stereoquellen auf Surround-Ausgabe trimmt bzw. Surround-Material für Stereoboxen und -kopfhörer aufbereitet. Bei CMSS handelt es sich im Prinzip um einen alten Creative-Hasen. Durch das Leistungspotenzial des neuen Chips macht die Qualität aber einen gewaltigen Sprung nach vorne. Klares Highlight: CMSS Headphone, bei dem Surroundsignale nicht nur verblüffend echt im Raum verteilt werden, sondern auch noch akustisch so dem Ohr »entrückt« werden, dass man denkt, man würde einem im Raum aufgestellten 5.1-System lauschen.

    Weniger begeistert sind wir vom Crystalizer. Der versucht, durch diverse Analysen von Frequenzspektren und Amplituden die bei der Soundkompression oder beim CD/DVD-Mastering verloren gegangenen Klanginformationen aufzufrischen. Das Ergebnis ist stark schwankend. Manche Musikstücke gewinnen deutlich an Drive und Lebendigkeit, andere wirken künstlich verfremdet.

    Ungetestete Testmuster

    Im Rahmen einer europaweiten Präsentation für die Fachpresse bekamen wir von Creative auch gleich noch zwei fertige Karten in die Hand gedrückt. In den redaktionseigenen Rechnern bestätigte sich dann der Eindruck, den die X-Fi-Architektur schon bei der Präsentation hinterlassen hatte. Und das war ein absolut bleibender, denn je nach Einsatzgebiet und verwendetem Material sorgt die technologie für phantastische Hör-Erlebnisse.

    Doch nicht allein der Klang fasziniert; das Gesamtkonzept und die überragenden Allroundfähigkeiten machen den eigentlichen Reiz des X-Fi-Konzepts aus. Allerdings wird auch ein Dilemma des enormen Potenzials deutlich: Während manche Funktionen auch Allerwelts-Hardware wie Kopfhörer auf Trab bringen, erfordern andere erst mal Highend-Lautsprecher, um die kleinen Unterschiede überhaupt wahrnehmen zu können.

    Auf einen richtigen Test haben wir trotz der Muster vorerst verzichtet. Gerade in der für uns entscheidenden Sparte Spiele hinkt die Software noch deutlich der Hardware hinterher. Sprich: Erst wenn es genügend Titel mit nativem X-Fi- oder zumindest EAX 5.0-Support gibt, können und werden wir uns ein endgültiges Urteil über die neue Soundblaster-Generation erlauben.

    Wer hohe Ansprüche an den Sound stellt, soviel steht fest, wird um den X-Fi-Kauf kaum herumkommen. Allerdings wird es ein ziemlich teures Vergnügen -- siehe Kasten rechts.

    Michael Galuschka

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