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  • Retro-Quest: Sierra taucht wieder auf

    Sierra ist zurück. Quelle: Fotolia

    Was dachte sich Activision bei der Wiederbelebung des Sierra-Labels? Ein Interview über Indie-Kunst, Digital-Kommerz und Verantwortung.

    Warum eigentlich nicht ein neues Infocom-Adventure? Oder habt ihr die zündende Idee für eine Pitfall-Fortsetzung? Einen neuen Fall mit Detektivin Laura Bow? Im Tresor von Activision Blizzard liegen nicht nur die Goldbarren, welche aktuelle Blockbuster wie World of Warcraft und Call of Duty erwirtschaften. Hier setzen auch Markenschätze aus einer langen Spielegeschichte Staub an, die zum Teil jahrzehntelang ignoriert wurden. Und nun entdeckt ausgerechnet der Konzern, dessen Chef Bobby Kotick so gerne von Umsatz-Milliarden spricht, den Liebreiz der Vergangenheit wieder: Sierra ist zurück - und ein neues King's Quest-Adventure steckt bereits mitten in der Produktion.

    Hinter der Wiederbelebung des Sierra-Labels steckt mehr als der Versuch, schnelle Kasse mit dem Nostalgiegefühl reifer Spieler zu machen. In unserem Gespräch mit Bob Loya, als Senior Director bei Activision für die Beziehungen zu externen Entwicklern zuständig, fallen Wörter wie "innovativ" überraschend häufig: "Wir wollen mit talentierten Entwicklern, die etwas Innovatives beisteuern können, an Spielen arbeiten, die ausgefallen und ungewöhnlich sind. Am wichtigsten ist es, dass die Entwickler mit Leidenschaft dabei sind."

    Innovationen statt Remakes

    Wir sprachen mit Bob Loya, Senior Director bei Acitivision. Wir sprachen mit Bob Loya, Senior Director bei Acitivision. Quelle: PC Games Im Gegensatz zu Oldie-Remakes wie Grim Fandango Remastered oder der Jubiläumsedition von Gabriel Knight stehen beim Sierra-Label zunächst Neuentwicklungen im Mittelpunkt. "Unser Fokus ist derzeit auf neuen Spielen und modernen Versionen von Klassikern", meint Loya. Remakes haben für ihn keine Priorität, aber er will sie für die Zukunft auch nicht ausschließen. Fast wäre die aktuelle Neuauflage zum 20. Geburtstag des ersten Gabriel Knight-Adventures als Sierra-Titel erschienen. Die Label-Pläne waren aber noch im Entstehen, als Designerin Jane Jensen sich bezüglich der alten Rechte gemeldet hatte.

    "Das ist ein tolles Projekt und wir reden mit Jane über alle möglichen Sachen", betont Loya, "Aber uns geht es derzeit vor allem um neue Spiele und darum, mit Indie-Entwicklern an coolen Sachen zu arbeiten." Mit Geometry Wars 3 und King's Quest sind die ersten beiden "neuen" Sierra-Spiele offiziell angekündigt. Ersteres konnten wir ausprobieren, aber zum neuen King's Quest gab es bislang nur wenig Informationen.

    Das Indie-Entwicklerteam The Odd Gentlemen erhielt nicht zuletzt deshalb den Zuschlag, weil die Amerikaner die alten Adventures lieben: "Wir sind riesige King's Quest-Fans, für mich persönlich ist es die beste Spielserie aller Zeiten" schwärmte Studiogründer Matt Korba. Er darf eine neue Geschichte mit König Graham im Mittelpunkt erzählen, die neuen Schwung ins Märchenland Daventry bringen soll. Bob Loya kommentiert: "Wir machen King's Quest für die nächste Spieler- und Technologie-Generation, aber es wird seinen Wurzeln treu bleiben".

    Klassiker als Indie-Köder

    Mit Speck fängt man Mäuse, mit klassischen Marken kreative Indie-Entwickler. Sierra soll kein reines Retro-Label sein, sondern eine Marke für kleine, kreative Projekte externer Teams. Loya ist auch an Sierra-Veröffentlichungen interessiert, bei denen es sich um Originalentwicklungen handelt, ganz ohne Anbindung zu einer alten Marke. Dass man den Indies die Option bietet, mit den Traummarken ihrer Jugend zu arbeiten, soll die Attraktivität von Activision als Publisher steigern. Schließlich habe man unabhängigen Entwicklern so einiges zu bieten, meint Bob Loya, zum Beispiel Beistand in Bereichen wie Playtesting, Lokalisierung, Pressearbeit und Verkauf: "Wir haben ein Digital-Sales-Team, das jeden Tag mit Microsoft, Sony und Steam in Kontakt steht".

    Woher die Retro-Liebe?

    Vom neuen King's Quest des Indie-Studios The Odd Gentlemen gibt es bislang nur diesen Logo-Teaser. Vom neuen King's Quest des Indie-Studios The Odd Gentlemen gibt es bislang nur diesen Logo-Teaser. Quelle: PC Games Erstaunlich mutet es an, dass sich ein Publisher-Schwergewicht überhaupt mit solchen Marktnischen abgibt. Activision Blizzard beschäftigt sich am liebsten mit großen Marken, deren Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionenbereich liegt: ebenso aufwendige wie kühl kalkulierte Großproduktionen wie World of Warcraft, Call of Duty oder Skylanders. An der Bedeutung solcher Kernmarken werde sich nichts ändern, betont Bob Loya.

    Er erklärt, wie der Sierra-Stein ins Rollen gekommen ist: "Bei uns gibt es eine Menge nerdige und leidenschaftliche Spieler in der Firma, die viele Indie-Games zocken. Wir wollten schon immer einen Weg finden, um die Indie-Entwickler zu erreichen. Durch das explosionsartige Wachstum der digitalen Vertriebsplattformen wie Steam, PSN oder Xbox Live haben wir neben unserer Leidenschaft auch ein Geschäftsfeld gesehen." Den Entscheidern im Konzern konnte man bereits Prototypen von Geometry Wars und King's Quest als Beispiele für "coole Spiele mit Seele und hoher Qualität" präsentieren, erinnert sich Loya.

    Vorurteile und Retro-Fettnäpfchen

    Nun gibt es genug Beispiele für klassische Marken, deren Neuauflagen beleidigend schlecht waren und jeglichen Respekt vor der Vorlage vermissen ließen. Fans der Originale erinnern sich schaudernd an Versuche wie Ultima Forever und Dungeon Keeper, zwei vielkritisierte Mobilspiele von Electronic Arts. Ein Unterschied bei der Sierra-Politik ist der Fokus auf den bevorzugten Plattformen "richtiger" Gamer, also vor allem PC und die aktuelle Konsolengeneration.

    Bob Loya räumt ein, dass es einige Skepsis und Vorurteile gibt, mit denen sein Arbeitgeber bei der Altmarken-Verwertung zu kämpfen hat: "Wir machen uns da nichts vor. Wir kriegen mit, dass es Leute gibt, die pessimistisch sind und den Verdacht hegen, dass wir mit Sierra nur aufs schnelle Geld aus sind. Das ist nicht der Fall - aber das können wir so lange erzählen, bis wir blau im Gesicht sind. Tatsache ist, dass die Spiele rauskommen müssen, damit die Konsumenten sie spielen können. Ich denke, sie werden damit wirklich zufrieden sein."

    Wählerisch und bedachtsam

    Was soll ein unabhängiger Entwickler tun, der eine Marke aus dem Activision-Sierra-Keller wiederbeleben will? "Schick' uns eine E-Mail und lass uns wissen, was du machen willst", meint Bob Loya, "Die Resonanz war bisher phänomenal. Ich denke, es ist für uns wichtig, dass wir nicht zu viele Dinge gleichzeitig tun. Wir werden sehr wählerisch und bedachtsam sein, mit welchen Marken und Partnern wir arbeiten". Gerade bei den ersten Titeln sei das wichtig, um das Vertrauen der Community zu gewinnen. Denn über eines ist sich Loya im Klaren: "Wir bringen Sierra zurück, wir haben Geometry Wars und King's Quest - all diese Marken bedeuten eine Menge Verantwortung."

    00:13
    Sierra: Teaser-Trailer deutet auf Studio-Comeback hin
  • Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
    Von AlterGamer
    Man kann rein technisch eine Software Marke nicht "wiederbeleben" würde ich mal behaupten. Die Umstände Technik und…
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von AlterGamer
        Man kann rein technisch eine Software Marke nicht "wiederbeleben" würde ich mal behaupten. Die Umstände Technik und Personen sind komplett andere.
        Hier wird meiner Meinung versucht ein neues Produkt mit der Hilfe eines alten nicht mehr existierenden Markennamens zu pushen.
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Sierra
Retro-Quest: Sierra taucht wieder auf
Was dachte sich Activision bei der Wiederbelebung des Sierra-Labels? Ein Interview über Indie-Kunst, Digital-Kommerz und Verantwortung.
http://www.gamesaktuell.de/Sierra-Firma-15727/Specials/Retro-Quest-Sierra-taucht-wieder-auf-1135775/
14.09.2014
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