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  • Railroads

    Altmeister Sid Meier legt einen seiner ersten Titel wieder auf. Die bisherigen Bilder sprühten schon vor Modelleisenbahn-Charme. Doch wie spielt sich das Schienenwerk wirklich?

    Mal ganz ehrlich: ICE-Fahren ist doch was für Luschen! Einsteigen, auf den reservierten Polsterplatz fläzen, abfahren. Mit 250 km/h, von denen man nichts merkt, weil der Zug schallgedämpft über die Spezialschienen saust! Das Aufregendste an so einer Reise: Der Schaffner, der die Karten kontrolliert und (nur in der ersten Klasse) den Kaffee bringt.

    Früher, im 19. Jahrhundert, da war Bahnfahren noch ein echtes Abenteuer. Da mussten die Fahrgäste schon mal auf freier Strecke aussteigen, damit der Zug den Berg schafft. Oder um Brennholz zu sammeln, weil die Kohle alle war. Oder um einen Indianerangriff abzuwehren!

    Flieg, Adler, flieg!

    Railroads beginnt denn auch mit den Klassikern der Eisenbahn: Die »Rocket« ist dabei -- die legendäre Dampflok, die 1829 das Rennen zwischen Manchester und Liverpool gewann, mit der damals unglaublichen Höchstgeschwindigkeit von 48 km/h. Oder der »Adler«: die erste deutsche Lokomotive, die zwischen Nürnberg und Fürth schnaufte.

    Und wie bringen wir die Dampfrösser in Bewegung? Dafür brauchen wir erstmal eine Strecke; bleiben wir einfach beim Beispiel Liverpool-Manchester. Auf der farbenfrohen Landkarte im Modellbahnlook haben wir bereits ein winziges Schienenstück und einen Bahnhof in Liverpool. Einfach auf den Gleis-Knopf klicken, und eine Strecke vom vorhandenen Abschnitt nach Manchester ziehen. Was der Spaß kostet und wie die Gleise verlaufen, wird dabei immer angezeigt -- solange wir nicht mit einem weiteren Klick bestätigen, können wir beliebig rumprobieren. Gebaut und bezahlt wird erst mit dem Abschlussklick. Klingt simpel? Ja, erlaubt aber trotzdem komplexe Strecken: Brücke über einen Fluss, dann ein Tunnel, dann enge Kurven zur Zielstadt? Kein Problem. Oder doch lieber nur die Brücke, und den Berg weiträumig umfahren, weil der Tunnel so teuer ist? Auch das ist kein Problem!

    Grosser Bahnhof

    Die Strecke liegt. Jetzt noch einen Bahnhof in Manchester hinstellen -- unsere Passagiere wollen ja nicht auf den fahrenden Zug springen. Wir nehmen erstmal die kleinste und günstigste Bahnhofsvariante (von insgesamt drei).

    Fehlt nur noch der Star des Spiels: unser erster Zug! Ein Klick auf den Lok-Knopf (hat nichts mit Jim zu tun ...), und das Programm schaltet auf eine 2D-Übersichtskarte -- hier sind Manchester und Liverpool als weiße Kreise markiert, später werden hier viele weitere Kreise zu sehen sein. Hoffentlich. Denn jeder steht für einen unserer Bahnhöfe und Stationen.

    Ein Klick auf Liverpool, und in einem Fenster können wir die Waggons auswählen. Praktischerweise werden hier nur solche angezeigt, die wir auch wirklich brauchen können. In diesem Fall Passagier- und Postwaggons. Wir nehmen zweimal Passagier, einmal Post. Die Lok wird automatisch vorgegeben: immer das modernste Modell. 1830 gibt?s halt nur die Rocket, später können wir zwischen verschiedenen, mittlerweile erfundenen Dampfrössern wählen, auch mal das vorgeschlagene ablehnen und ein anderes wählen (aus Sparsamkeit, oder weil wir lieber eine ältere, aber kräftige Güterlok statt der flotten Passagiermaschine wollen).

    Wenn der Postzug zweimal klingelt

    Wir klicken auf Manchester, den Zielbahnhof. Weil auch hier Passagiere und Briefe warten, lassen wir den Zug unverändert. Fertig! Das Spiel schaltet wieder auf die 3D-Landschaft. In Liverpool erscheint unsere Rocket. Zieht ein Stück vor, der erste Passagierwaggon ist da. Dann der zweite. Dann der rollende Briefkasten. Wir klicken den Zug an, drücken die A-Taste -- die Kamera springt ganz nah heran, schaltet auf die Verfolgeransicht. Dampf steigt aus der Rakete. Erst senkrecht, dann leicht schräg. Denn die Lok bewegt sich, schiebt sich langsam aus dem Bahnhof. Wir fühlen richtig mit, wie sich der Oldtimer bergauf quält, bergab alles rausholt!

    Kurz darauf: Ankunft in Manchester. Bei jedem Waggon klingelt?s in der Kasse, grüne Zahlen mit Pfundzeichen schweben empor, füllen unser Konto. Je schneller wir eilige Transporte wie Post und Passagiere durchführen, desto größer diese Zahlen.

    Auf der Überholspur

    Unser erster Zug pendelt brav hin und her. Trotzdem warten noch Passagiere. Länger können wir den Zug aber nicht machen, das packt die Rocket nicht. Also muss ein zweiter her. Wir wiederholen das Fahrplanprozedere von vorhin, stellen einen zweiten Zug zusammen, der in Manchester steht. Und steht. Und steht! Ein Blick auf unseren ersten Zug: Verdammt, der wartet schon ewig in Liverpool, diesmal schweben rote Zahlen empor. Kosten!

    Des Rätsels Lösung: Wir haben nur ein Gleis zwischen beiden Städten, deshalb blockieren sich die beiden Züge gegenseitig, weil sie nur auf freien Abschnitten fahren dürfen. Entweder bauen wir also eine Schlaufe an jedes Bahnhofsende. Oder legen am Bahnhof Doppelgleise an -- dann muss ein Zug aber immer noch warten, bis der andere die Strecke freimacht.

    Die (teure) Ideallösung: Wir machen die ganze Strecke doppelgleisig. Hier holpert die Betaversion allerdings etwas: Wir können nicht einfach die vorhandene Strecke »verdoppeln«, sondern müssen die zweite Spur von Hand verlegen, außerdem in den Bahnhöfen Verbindungen zwischen beiden Spuren bauen. Bei so einfachen Strecken wie unserer ist das halb so wild, bei größeren Bauvorhaben (noch) etwas fummelig. Das soll im fertigen Spiel natürlich leichter von der Hand gehen.

    Zuglektüre

    Post und Menschen sind nur zwei Güter, mit denen wir Kohle machen können. Auch Kohle bringt Kohle! Wenn wir sie in ein Stahlwerk befördern. Oder in ein Heizkraftwerk -- wo sie allerdings sofort verheizt wird, also nur einmal Geld bringt. Also lieber Stahlwerk, denn dann kriegen wir nicht nur Geld für die Kohle, sondern auch den fertigen Stahl, auf den wiederum die Autofabrik bei Manchester wartet, auf deren Autos wiederum die Liverpooler Bürger warten ...

    Das klingt kompliziert? Ist es nicht, denn im Spiel sehen Sie schnell, woraus sich Profit schlagen lässt. Nehmen wir ein anderes Beispiel: Auf der Karte steht ein Sägewerk, wo vollautomatisch und schön animiert Bäume umfallen, per Kran in die Säge wandern und als Bretter enden. In der Nähe eine Papierfabrik, ein Stück weiter ein Verlagsgebäude, mit übergroßer, rotierender Weltkugel auf dem Dach. Supermanns Daily Planet lässt grüßen! Holz, Bretter, Papier, Zeitung, Leser -- diese profitable Fünferkette funktioniert nicht nur bei unserer PC PowerPlay, sondern eben auch bei Railroads.

    Oktoberfestzug

    Für größere Planungen können wir auch einfach auf eine Stadt oder Produktionsstätte klicken: Dann sehen wir Symbole für diejenigen Güter, die angeboten oder gewünscht werden. Und am Bildschirmrand erscheinen Symbole mit Entfernungsangaben, gleich nach Richtung platziert -- wenn wir etwa eine Brauerei anklicken, schwebt am linken Rand ein Weizensymbol (plus »15 km« darunter), am rechten Rand ein Bierglas (»München, 30 km«). Prost!

    Auf der Minikarte links unten können wir darüber hinaus gezielt Güter einblenden lassen, inklusive Lieferanten und Abnehmern. Genial einfach, einfach genial! Und nicht zu vergleichen mit dem wirren Railroad Tycoon 3.

    Nostalgiefahrt

    Klar, das Rad erfindet Sid Meier nicht neu, Railroads spielt sich grundsätzlich wie sein Original Railroad Tycoon von 1990 (!). Neuerungen gibt?s nur wenige, etwa das Ersteigern von Patenten, mit denen Sie etwa Brücken oder Tunnel fortan billiger bauen können. Das Fehlen neuer Ideen war uns beim stundenlangen Probespielen aber völlig egal -- denn Railroads macht auch genauso süchtig wie das Original!

    Nur eins hat uns gefehlt, und ob es eingebaut wird, steht noch nicht fest: das manuelle Schalten von Signalen. Durch gewagtes Auf-grün-Schalten haben wir 1990 den Zugverkehr drastisch beschleunigt. Und drastische Unfälle fabriziert. Automatische Signale sind halt was für ICE-Luschen ...

    Martin Deppe

  • Sid Meier's Railroads
    Sid Meier's Railroads
    Publisher
    2K Games
    Developer
    Firaxis Games
    Release
    27.10.2006

    Aktuelle Strategie-Spiele Releases

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Sid Meier's Railroads
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Altmeister Sid Meier legt einen seiner ersten Titel wieder auf. Die bisherigen Bilder sprühten schon vor Modelleisenbahn-Charme. Doch wie spielt sich das Schienenwerk wirklich?
http://www.gamesaktuell.de/Sid-Meiers-Railroads-Spiel-32950/News/Railroads-719433/
01.10.2006
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/10/v_railroads_02_10.jpg
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