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  • Shattered Union

    Die deutsche Wiedervereinigung hatten wir schon, jetzt kommt die der USA dran: Das funktioniert allerdings nicht mit Demonstrationen, sondern taktisch anspruchsvollen Rundenkämpfen mit modernen Militärtruppen.

    Die Lage scheint aussichtslos: Mit einer Handvoll Bodentruppen verteidigen wir das Stadtzentrum von Chicago gegen die feindliche Übermacht. Aber wir hatten einige Runden Zeit, uns auf den Kampf vorzubereiten -- das bekommt unser Gegner zu spüren! Unser flinker Humvee spielt den Lockvogel, fährt in Sichtweite der feindlichen Truppen und zieht sich anschließend wieder ins Zentrum zurück. Der Computergegner ist nicht dumm und schickt seinerseits einen Jeep, um die Lage zu checken. Pech für ihn, dass unsere Pioniere die Straße mit Minen gespickt haben und sich sein Vehikel in Einzelteile auflöst. Als nächstes probiert er es mit einem Bomberangriff, hat aber nicht mit unseren Kampfjets gerechnet, die über dem Gebiet patrouillieren und seinen Flieger vom Himmel holen. Die folgende Hubschrauberattacke scheitert an unserem geschickt platzierten Flak-Fahrzeug. Jetzt wird es Zeit für unseren Gegenangriff ...

    Reanimation der Runden

    Heutzutage werden strategische Schlachten fast ausschließlich in Echtzeit ausgetragen. Nur noch die älteren Semester unter uns erinnern sich wehmütig daran, wie viel Spaß Battle Isle, Panzer General, Incubation und andere Runden-Strategietitel machen -- mal abgesehen davon, dass es dabei wesentlich entspannter und weniger hektisch zugeht. Während die Heroes of Might & Magic-Serie tapfer die Fantasy-Fahne der Runden-Strategiespiele hoch hält, spricht Shattered Union von Poptop die Fans moderner Militärtechnik an.

    Mit Panzern, Hubschraubern, Jets und Co. kämpfen Sie auf dreidimensionalen Hexfeld-Gebieten gegen die KI oder einen menschlichen Widersacher um die Vorherschafft in den USA. Wie uns Chefentwickler Franz Felsl erklärt, sei Shattered Union aber auch ein Test, ob das ehemals so starke Subgenre das Zeug zum Comeback hat. Wir haben die Entwickler in St. Louis besucht und festgestellt, dass gut gemachte Runden-Strategie enorm viel Spaß macht -- mehr als viele Echtzeit-Titel!

    Die Folgen des Terrors

    Shattered Union spielt in einer fiktiven, nahen Zukunft. In den USA tobt der Bürgerkrieg, nachdem Terroristen die Hauptstadt Washington D.C. mit einem Nuklearangriff dem Erdboden gleichgemacht haben. Das hat zur Folge, dass sich die Staaten der ehemaligen Weltmacht in sechs Fraktionen aufteilen, außerdem versucht die Europäische Union (EU), die Lage unter Kontrolle zu bringen. Sie übernehmen eine der sieben Parteien mit dem Ziel, das Land wieder zu vereinen. Das bedeutet, dass Spieler nach und nach alle feindlichen Gebiete erobern müssen. Auf Diplomatie haben die Entwickler verzichtet, denn das würde auch gar nicht ins Konzept passen: Warum sollte man Bündnisse mit jemandem schließen, der früher oder später doch ein Feind wird? Das Ziel ist die komplette Eroberung, nicht die friedliche Aufteilung des Landes.

    Amerikanische Wiedervereinigung

    Als Spielfeld dient eine Karte der USA, bei der die farblich gekennzeichneten Gebiete der Fraktionen jeweils in bis zu vier kleinere Bereiche unterteilt sind. Jeder dieser Bereiche bringt pro Woche (also Runde) einen bestimmten Geldbetrag. Je mehr Flächen Sie kontrollieren, desto größer ist also Ihr Einkommen. Wer mit der EU in den Kampf zieht, hat zunächst nur ein Territorium. Als Ausgleich starten die Europäer mit mehr und stärkeren Truppen, mit denen sie schnell expandieren können.

    Wie bereits erwähnt läuft Shattered Union rundenweise ab. Das gilt nicht nur für die Kämpfe an sich, sondern auch für die globale Ebene. Alle Parteien ziehen nacheinander, wobei der Spieler immer zuerst an der Reihe ist. Die Aktionsmöglichkeiten beschränken sich auf das Management der Armee (Reparieren, Kaufen, Verkaufen), den Angriff auf einen Nachbarn oder einfach Abwarten -- etwa, wenn das Geld knapp ist. Das klingt zwar sehr dünn, ist aber völlig ausreichend, schließlich stehen die eigentlichen Kämpfe im Mittelpunkt.

    Vorbereitung ist alles

    Vor der Schlacht stellen wir zunächst unsere Streitmacht aus dem Gesamtkontingent unserer Truppen (maximal 42 Stück) zusammen. Nach der Auswahl stellen wir unsere Schützlinge in das Kampfgebiet. Dabei müssen wir im Hinterkopf behalten, dass wir dieses Heer in derselben Runde nicht mehr anderweitig einsetzen können. Falls wir also von einem nach uns ziehenden Gegner angegriffen werden, brauchen wir eine Verteidigungsarmee. Außerdem eignen sich einige Truppentypen, etwa Infanteristen, besser für die Defensive als den Angriff. Das Programm bietet auch eine automatische Platzierung, die ganz passabel funktioniert. Dennoch empfehlen wir gerade in den beiden höheren der drei Schwierigkeitsgrade Handarbeit, zumal wir oft schon mit der Aufstellung die grundlegende Strategie bestimmen.

    In der Offensive müssen wir dann eine Reihe vorgegebener Städte erobern, während wir unsere in der Defensive beschützen. Eine einblendbare Übersichtskarte zeigt die wichtigen Punkte auf dem Schlachtfeld, zudem lassen sich die zu erobernden beziehungsweise zu verteidigenden Städte per Knopfdruck auch in der 3D-Ansicht kennzeichnen. In jedem Fall gilt: Sie müssen die Schlachten nicht unbedingt bis zum bitteren Ende ausfechten, oft ist ein taktischer Rückzug mit kleinen Verlusten die bessere Wahl. Schließlich kann man in der nächsten Runde ja mit Verstärkung zurückschlagen und sich das verlorene Terrain wieder holen.

    Stein-Schere-Papier

    Wie die meisten Strategiespiele verwendet auch Shattered Union bei den Kämpfen das bekannte Stein-Schere-Papier-Prinzip. Das bedeutet, dass bestimmte Einheiten gegen einige Truppentypen besonders effektiv und gegen andere sehr anfällig sind. Flak-Fahrzeuge holen Kampfjets und Bomber locker vom Himmel, lösen sich aber bei Artillerie-Beschuss sofort in ihre Einzelteile auf. Die Artillerie hat ihrerseits nichts gegen Bomber zu bestellen. Nach unseren Erfahrungen kommt es immer darauf an, mit einer ausgewogenen Armee in den Kampf zu ziehen, die Fähigkeiten der Einheiten sollten sich ergänzen. Allerdings erlaubt Shattered Union sehr viele Taktiken und zwingt Spielern keine Vorgehensweise auf.

    Jede Einheit hat unterschiedliche Attribute, etwa drei Angriffwerte (gegen Fahrzeuge, Infanterie und Luftstreitkräfte), Verteidigung, Sicht- und Waffenreichweite sowie Bewegungsrate und Treibstoffvorrat. Diese »Charakterwerte« definieren die Aufgaben der Truppen. Humvees sind zwar in allen Kampfbelangen schwach, überbrücken aber aufgrund ihrer hohen Bewegungsrate sehr große Entfernungen und eignen sich damit ideal als Aufklärer. Ein Geschütz kann weit entfernte Ziele attackieren, hat aber ein Problem, wenn ihm ein Panzer direkt vor die Nase rollt und feuert. In diesem Fall kann die Artillerie den Angriff nämlich nicht erwidern, da ihre Ziele mindestens zwei Felder entfernt stehen müssen.

    Luftschlag auf Bestellung

    Sobald sich zwei Einheiten beharken, zoomt die Kamera auf das Geschehen und zeigt neben den hübschen 3D-Modellen auch die Lebenspunkte und Angriffs- sowie Verteidigungswerte. Außerdem sehen wir entsprechende Kampfanimationen: Panzerrohre spucken Projektile auf den Feind, Hubschrauber lassen Raketen durch die Luft schwirren, Infanteristen werfen Granaten. Falls die angegriffene Einheit überlebt und die Vorraussetzungen für einen Gegenangriff erfüllt werden (Reichweite, Waffengattung beziehungsweise Feindtyp), erwidert sie das Feuer. Eine Besonderheit stellen Bomber und Kampfjets dar. Die befinden sich nicht zusammen mit den Truppen auf der Karte, sondern werden gezielt für Luftschläge herbeigerufen. Allerdings kann man die Düsenjäger auch als Patrouille einsetzen und ein bestimmtes Gebiet bewachen lassen. Falls der Gegner dann Flugzeuge in ebendiesem Feldern einsetzt, greift der Verteidiger automatisch an.

    Schön und einflussreich

    Die frei zoom- und drehbaren 3D-Landschaften sehen erstklassig aus und sind auch für die Kämpfe wichtig. Je nachdem, auf welchem Hex-Feld eine Einheit steht, gibt es unterschiedliche Boni oder Mali auf Verteidigung und Geschwindigkeit. Wer beispielsweise auf einer Straße fährt, kommt schneller vorwärts, ist aber natürlich ein leichteres Ziel. Dagegen bietet ein bewaldeter Hügel eine bessere Verteidigung sowie erhöhte Sichtweite. Allerdings bewegt sich ein Panzer in unwirtlicher Umgebung halt einfach langsamer. Den höchsten Defensivbonus erhalten Truppen in Städten. Dadurch können sich auch schwächere Einheiten wie Infanteristen in urbanen Gefilden gegen weit stärkere Kontrahenten behaupten oder diese zumindest einige Runden beschäftigen. Auf Karten mit Flüssen oder Bergen spielt die Umgebung eine wichtigere Rolle als auf den Feldern im mittleren Westen. Wer Brücken zerstört oder Bergpässe blockiert, zwingt dem Gegner eine bestimmte Route auf und kann sich darauf natürlich einstellen.

    In vielen Gebieten verzieren bekannte Sehenswürdigkeiten die Landschaft, beispielsweise das Empire State Building in New York, die Space Needle in Seattle oder die Golden Gate Bridge in San Francisco. Überhaupt orientiert sich Entwickler PopTop Software an der tatsächlichen US-Topographie: Städte, Landschaftstypen, ja sogar die Highways entsprechen ihren realen Vorbildern. Allerdings wurden die Entfernungen und vor allem Größenverhältnisse aus Gründen der Spielbarkeit und Übersicht bewusst verzerrt: Die Einheiten sind so groß wie eine Kleinstadt, damit der Spieler sie auf der Karte auch gut erkennt.

    Gentleman oder Rambo?

    Obwohl das Stein-Schere-Papier-Prinzip und die 3D-Landschaften bereits für eine sehr große taktische Tiefe sorgen, entscheidet der richtige Einsatz der Spezialkräfte oft über den Ausgang der Schlacht. Sie sind vergleichbar mit Zaubersprüchen aus Fantasy-Spielen: Die Spezialkräfte stärken beispielsweise eigene Truppen, schwächen den Gegner oder greifen ihn direkt und sogar auf großer Fläche an. Das Spezialmanöver-System funktioniert so ähnlich wie die Jedi-Kräfte bei Knights of the Old Republic: Wer sich bei den Kämpfen auf die gegnerischen Truppen konzentriert und nicht unnötigerweise die Infrastruktur zerlegt, erwirbt sich mit dieser »sauberen Kriegsführung« einen guten Ruf. Wer dagegen ganze Städte ohne Grund verwüstet oder gar Sehenswürdigkeiten demoliert, gilt schnell als ruchloser Bösewicht und wird von den anderen Fraktionen eher attackiert.

    Je nach Ruf erhalten Sie andere Spezialkräfte, die Ihrer Kampfweise entsprechen. Auf der guten Seite steht also in erster Linie die Unterstützung eigener Truppen, etwa durch Boni auf wichtige Attribute wie Angriffskraft, Reichweite und Verteidigung. Reparaturen frischen die Lebenspunkte der Fahrzeuge auf, feindliche Truppen werden per EMP-Schlag für eine Runde manövrierunfähig gemacht. Böse Kriegstreiber nutzen eher zerstörerische Kräfte und attackieren beispielsweise mit Tomahawk-Marschflugkörpern oder lassen ihre Einheiten in bester Kamikaze-Manier in eine Gegnergruppe fahren und explodieren. Fieslinge dürfen sogar ihre eigenen Truppen an den Widersacher verhökern, um damit schnell an Geld zu kommen.

    Multiplayer, auch per Hot Seat

    Natürlich wird Shattered Union auch einen umfangreichen Multiplayer-Modus bieten. Besonders die schnelle und umfangreich konfigurierbare Skirmish-Variante hat uns gefallen. Wir wählen die Fraktion, das Anfangskapital, die Karte, die Anfangsposition der Kontrahenten, und schon geht es los. Wie es sich gehört, dürfen Sie dabei nicht nur im LAN oder Internet gegen menschliche Kontrahenten antreten, sondern auch im Hot-Seat-Modus am gleichen PC. Momentan arbeiten die Entwickler vor allem am Balancing und der KI. Unserer Meinung spielt sich Shattered Union aber bereits sehr gut, so dass wir davon ausgehen, dass der angepeilte Termin im Oktober 2005 sicher eingehalten wird.

    Georg Valtin

  • Shattered Union
    Shattered Union
    Publisher
    Take-Two Interactive
    Developer
    PopTop Software
    Release
    21.10.2005

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Shattered Union
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Die deutsche Wiedervereinigung hatten wir schon, jetzt kommt die der USA dran: Das funktioniert allerdings nicht mit Demonstrationen, sondern taktisch anspruchsvollen Rundenkämpfen mit modernen Militärtruppen.
http://www.gamesaktuell.de/Shattered-Union-Spiel-32654/News/Shattered-Union-715592/
01.08.2005
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