Als Vollpreisspiel blieb diesem Kleinod der Runden-Strategie Erfolg verwehrt -- vielleicht klappt's ja jetzt.
Shattered Union lässt jene längst verblassten Tage wieder leuchten, als im Runden-Strategie-Genre noch Perlen wie Battle Isle oder Nectaris glänzten. Der moderne Oldie verknüpft die Hex-Schlachtfelder der Klassiker mit einem Brettspielmodus à la Risiko.
Bürgerkrieg im Burgerland
Dreh- und Angelpunkt von Shattered Union ist eine Übersichtskarte der USA. Dort tobt 2014 ein Bürgerkrieg, den Sie mit Waffgengewalt beenden sollen. Dazu mobilisieren Sie im Strategiebildschirm Nachschub und verschieben Truppen. Die gewinnen im Lauf der Zeit an Erfahrung -- ein wesentlicher Motivationsfaktor.
Die Schlachten selbst tragen Sie auf 3D-Landschaften aus, die in wabenförmige Felder unterteilt sind. Beide Parteien ziehen abwechselnd ihre Einheiten und greifen an. Wobei ein recht simples Kampfsystem über Treffer und Verluste entscheidet. Taktische Feinheiten wie Höhenvorteile oder Zangenangriffe müssen Sie nicht beachten. Einzig, dass sich Ihre Panzer, Infanterieabteilungen und Selbstfahrgeschütze auf ebenem Untergrund schneller fortbewegen als im Gebirge.
Der General pariert
Tiefe kommt vor allem über die Generalsfähigkeiten ins Spiel. Mit jedem Scharmützel gewinnen Sie Spezialbefehle dazu, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. So dürfen Sie Partisanen zur Unterstützung anfordern, kaputte Vehikel ausbessern, sogar ein Atomschlag ist mit dabei.
Verglichen mit Genrebrüdern kann Shattered Union grafisch glänzen. Duelle setzt das Programm mit selbstablaufenden 3D-Sequenzen hübsch in Szene. Allerdings tut sich drumrum nicht viel: Die Missionen sind immer wieder gleich, die Story ist strunzöde!
¬ Originaltest in Heft 11/2005
Rüdiger Steidle
