Shape of Water: Unsere Kritik zum Oscar-Topfavoriten

Test Christian Horn
Shape of Water - ab dem 15. Februar im Kino
Quelle: Fox

Die stumme Elisa arbeitet als Putzfrau in einem Hochsicherheitslabor, in dem auch an einer exotischen Kreatur experimentiert wird. Sie entwickelt Gefühle für das Wesen und versucht es aus seiner qualvollen Gefangenschaft zu befreien. Für "Shape of Water" konnte sich Grusel-Regisseur Guillermo Del Toro 13 Nominierungen bei den kommenden Oscars sichern. Damit geht er als absoluter Top-Favorit ins Rennen um den begehrten Goldjungen. Im Januar hatte der Film bereits zwei Golden Globes für die beste Regie und die beste Filmmusik gewinnen können.

Schon die schwerelose Eröffnung entführt in eine entrückte Welt: Die Kamera gleitet durch eine geflutete Wohnung, Möbelstücke treiben im Wasser, darunter eine Couch mit einer schlafenden Frau darauf. Die Frau heißt Elisa und lebt als Stumme wie unter einer Taucherglocke. Ihre Einsamkeit teilt sie mit dem älteren Maler Giles. Abends schauen die Nachbarn Filmklassiker, tagsüber arbeitet Elisa als Putzfrau in einem geheimen Forschungslabor, wo sie mit ihrer afroamerikanischen Kollegin Zelda via Zeichensprache plaudert. Die Routine endet, als ein Wassertank Elisas Neugier weckt. Darin wird ein Amphibienmann aus dem Amazonas gefangen gehalten, an dem der Wissenschaftler Hoffstetler Experimente durchführt. Dessen Vorgesetzter Strickland treibt die Forschungen mit brutaler Hand voran, da mitten im Kalten Krieg - die Geschichte spielt Anfang der 1960er-Jahre - der Rüstungswettlauf mit den Russen tobt.

Man spürt in jeder Szene, dass hier der Hollywood-Auteur Guillermo del Toro das Zepter führte. Wie in seinem Meisterwerk Pans Labyrinth kombiniert der Mexikaner eine fantastische Geschichte mit einem realen historischen Hintergrund. Inspiriert von einschlägigen Gummimonsterfilmen der 1950er-Jahre versprüht sein Film zwischen Stepptanz und Grammophon jede Menge Charme und Nostalgie, was schon damit beginnt, dass Elisas Wohnung über einem Kino liegt, in dem noch ganz altmodisch der Projektor rattert. Der Stil des mit dem Goldenen Löwen von Venedig prämierten Fantasyfilms erinnert an eine dunkle Amelie-Variante. Mit seinem typischen Blick für Details kreiert del Toro eine hinreißend melancholische Atmosphäre, bei der das aufwändige Set-Design, der wunderbare Score von Alexandre Desplat und der facettenreiche Auftritt von Sally Hawkins Hand in Hand gehen

Fazit:
Guillermo Del Toros Außenseitermärchen steckt voller erzählerischer und inszenatorischer Poesie - Kino, wie es sein soll!

Wertung zu Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Wertung:

10 /10
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