Shadow of the Colossus

Test

Kann Sonys ambitioniertes ICO-Folgeprojekt den hohen Ansprüchen von Fans und Fachpresse gerecht werden? Unser Test gibt die Antwort!

Shadow of the Colossus Quelle: neogaf.com I m letzten OPM haben wir euch den inoffiziellen "ICO"-Nachfolger vorgestellt. Auf unserer aktuellen Demo-DVD könnt ihr das ungewöhnliche Action-Adventure jetzt Probe spielen. Wie gut das Spiel wirklich ist, erfahrt ihr hier!

Sehen wir uns zuerst die Grundzüge von "Shadow of the Colossus" an. Ihr schlüpft in die Rolle des namenlosen Wanderers, den ihr in der Verfolgerperspektive durch ein scheinbar endloses und menschenleeres Tal führt. Eure wichtigste Waffe ist das Schwert. Damit fügt ihr nicht nur euren Feinden Schaden zu, sondern ihr nutzt es auch zur Orientierung.

Reckt ihr das geschmiedete Eisen bei Sonnenschein gen Himmel, könnt ihr anhand eines Lichtstrahls erkennen, wo es weitergeht. Seltener im Gebrauch, dennoch wichtig, ist der Bogen. Beschießt ihr einen gigantischen Gegner damit, wird er auf euch aufmerksam.

Auch könnt ihr in diesem Action-Adventure reiten, wobei euer treues Pferd Argo auf einen Pfiff hin angetrabt kommt. Auf seinem Rücken sind die weiten Grasebenen, die karg bewachsenen Steilhänge und die düsteren Wälder, die zwischen euch und den sechzehn Kolossen liegen, schnell durchquert. Vereinzelt ist der Gaul auch in den Kämpfen gegen die Riesen von Nutzen.

Gewusst wie!

Jeder der sechzehn Gegner verlangt euch eine eigene Vorgehensweise ab. Der erste Koloss ist quasi ein Übungsobjekt -- in der Auseinandersetzung mit ihm erlernt ihr die Steuerung und die Kampfmethoden. Bei seinem Nachfolger seid ihr bereits auf euch allein gestellt. Das Spiel gibt aber auch jetzt noch allgemeine Hinweise, sollte der Kampf nicht gut laufen. Um jedoch den Sieg zu erringen, müsst ihr stets Köpfchen und Einfallsreichtum beweisen.

Ein Beispiel: Anfangs seid ihr an den behaarten Beinen des Feindes nach oben gekraxelt. Der zweite Koloss wird euch keine solche Kletterhilfe mehr bieten. Um ihn in die Knie zu zwingen, müsst ihr warten, bis er sich auf die Hinterbeine stellt, um dann mit Pfeilen auf die verwundbare Unterseite seiner Hufe zu schießen. Wunde Punkte wie diese sind stets farblich markiert und damit gut zu erkennen. Ein anderes Mal müsst ihr einen Boss zu einem Unterstand locken. Wenn er sich bückt, um nach euch zu suchen, klammert ihr euch flink an seinen Bart, um von dort aus weiter auf seinen Rücken zu gelangen.

Vorsicht statt Nachsicht

Im Laufe eurer Reise trefft ihr nicht nur Riesen, die das Tal durchwandern, sondern auch Giganten, die sich unter Wasser tummeln oder die scheinbar unerreichbar am Himmel fliegen. Einer eurer titanischen Gegner liebt es sogar, sich imSand zu vergraben und euch hinterrücks zu attackieren.

Interessant: Zwei der Gegner sind keine wirklichen Kolosse, sondern gerade mal so groß wie ein Pferd. Davon solltet ihr euch aber nicht täuschen lassen. Gerade diese Bossgegner sind extrem agil, was euch zu einem völlig neuen Kampfverhalten zwingt. Wie kriegt man am besten einen Feind klein, der eine undurchdringliche Ganzkörperpanzerung aufweist und euch bei Sichtkontakt einfach über den Haufen rennt?

Bei euren Kämpfen müsst ihr auf zwei Dinge besonders achten: Lebensenergie und Ausdauer. Körperlichen Schaden erleidet ihr meistens durch Abstürze, während euch die Feinde nur selten verletzen. Meistens stürzt ihr dann, wenn ihr keine Kraft mehr habt, euch festzuhalten. Egal, ob ihr einen Klimmzug macht oder euch irgendwo entlanghangelt -- eure als Kreis dargestellte Ausdauer schwindet kontinuierlich. So müsst ihr speziell beim Besteigen der Kolosse darauf achten, Ruhepausen einzulegen. Meist bieten sich dazu ein Schulterblatt oder der Rücken des Riesen an.

Schwachstellensuche

Habt ihr endlich eine sichere Position auf dem Koloss eingenommen, müsst ihr nur noch den Punkt finden, an dem die Kreatur verwundbar ist. Sichtbar werden diese erst, wenn ihr euer Schwert zückt. Oft liegt der Schwachpunkt direkt am Schädel. Bei jedem neuen Koloss wird diese Suche aufwändiger: Schwachpunkte liegen dann an schwerer zugänglichen Körperteilen, oder es gilt gar, mehr als eine empfindliche Stelle zu lokalisieren. Nach jedem Sieg werdet ihr automatisch zurück zum Turm gebracht, zum Ausgangspunkt des Spiels.

Dort habt ihr die Möglichkeit, abzuspeichern. Ihr könnt allerdings auch unterwegs an bestimmten Steinen rasten, um den Spielstand zu sichern. Das ist jedoch nur dann nötig, wenn der Weg zum Koloss sehr weit ist und ihr die Konsole zwischenzeitlich abschaltet. FE

Wertung zu Shadow of the Colossus (PS2)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Sehr organische LandschaftenEine optimale PferdekontrolleToll animierte KolosseDie genialsten Bosskämpfe, die es auf der PS2 gibt
Es flimmert im Freien auffällig Schwache UmgebungstexturenDie bockige Kamera muss häufiger nachjustiert werden
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