Shadow Tactics im Test: Auf diese Ninjas wäre Commandos stolz - jetzt mit Video-Review und Wertungsupdate für die PS4-Version!

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Shadow Tactics im Test: Auf diese Ninjas wäre Commandos stolz - jetzt mit Video-Review und Wertungsupdate für die PS4-Version!
Quelle: Mimimi Productions / Daedalic Entertainment

Commandos trifft auf Ninjas - eine überraschend starke Mischung! Shadow Tactics bringt nicht nur ein längst vergessenes Genre zurück, sondern macht seinem großen Vorbild auch alle Ehre. Wie das den Entwicklern gelungen ist, erfahrt ihr im großen Review. UPDATE: Der Test umfasst jetzt auch die frisch geschlüpfte PS4-Version.

Yuki (gelb) hockt im Gebüsch und hat eine Wache angelockt, die nun ahnungslos in die Falle tappt. Quelle: PC Games Echtzeit-Taktik à la Commandos: Yuki (gelb) hockt im Gebüsch und hat eine Wache angelockt, die nun ahnungslos in die Falle tappt. Der Plan der Entwickler war so simpel wie ambitioniert: Mimimi Productions wollte mit Shadow Tactics ein verloren geglaubtes Genre wiederbeleben. Und genau das ist dem Münchner Team auch gelungen! Shadow Tactics markiert die Rückkehr der Echtzeit-Taktikspiele, wie sie es seit der Desperados-Reihe nicht mehr gegeben hat. Seinem großen Vorbild Commandos (1998), dem wir das Genre überhaupt zu verdanken haben, macht Shadow Tactics alle Ehre! Im Test klären wir, warum Shadow Tactics dadurch eine echte Überraschung ist.

UPDATE: Am Ende des Artikels findet ihr nun einen neuen Absatz zur gelungenen PS4-Version.

Shadow Tactics im Test: Verschwörungsdrama in Fernost

Fast alle Zwischensequenzen laufen in Spielgrafik ab. Das ist optisch ziemlich öde, doch dafür entschädigen die guten Sprecher. Quelle: PC Games Fast alle Zwischensequenzen laufen in Spielgrafik ab. Das ist optisch ziemlich öde, doch dafür entschädigen die guten Sprecher. Zweiter Weltkrieg und Wilder Westen waren gestern! Shadow Tactics inszeniert seine Echtzeit-Taktik lieber in einem unverbrauchten Setting: im Japan des 16. Jahrhunderts, der frühen Edo-Periode. In dieser Zeit hat der amtierende Shogun alle Hände voll zu tun, um den Frieden in seinem Reich zu wahren. Deshalb schickt er ein Spezialistenteam auf besonders brenzlige Missionen, um seinem Willen Nachdruck zu verleihen - notfalls mit Gewalt. Der Beginn einer gelungenen, 13 Missionen umfassenden Einzelspielerkampagne. Einen Mehrspielermodus gibt es leider nicht.

Wer bei asiatischen Settings an Kulleraugen, knallbunte Drachen, Feuerbälle und sonstigen Fantasy-­Kram denkt, darf beruhigt sein: Die Entwickler setzen das Szenario betont ernst und möglichst glaubhaft um. Frei von Pathos ist die Geschichte zwar nicht, allzu kitischig wird's aber zum Glück auch nie. Das ist unserem sympathischen Heldentrupp zu verdanken, der im Handlungsverlauf auf fünf Figuren anwächst. Die Charaktere sind für ein Taktikspiel überraschend gut geschrieben und zeigen stets ein klares Profil. Einzig die junge Straßendiebin Yuki hat uns mit ihren Kommentaren, in denen sie immerzu vor sich hin schimpft oder wahllos Gegenstände personifiziert, gelegentlich genervt. Da wäre weniger mehr gewesen. Trotzdem ist uns das tödliche Quintett nach einer Weile richtig ans Herz gewachsen, sodass wir es gerne bis zum Finale begleitet haben.

Cooles Detail für Japan-Fans: Wer mag, kann neben den guten englischen Sprechern sogar eine japanische Vollvertonung wählen. Das sorgt für ordentlich Atmosphäre! Die Kehrseite der Medaille: Auf deutsche Sprachausgabe muss man dafür leider verzichten, allein die Texte und Untertitel wurden ins Deutsche übersetzt. Das ist umso unverständlicher, wenn man bedenkt, dass das Entwicklerteam aus München und der Publisher Daedalic (Silence, Deponia) aus Hamburg stammen.

Shadow Tactics im Test: Fünf Assassinen auf Mission für den Shogun

Wie in Commandos verfügt jede Figur über eigene Werkzeuge und Stärken. Der Ninja-Söldner Hayato schleudert etwa lautlos seinen Shuriken-Wurfstern auf Feinde oder lenkt sie mit Steinwürfen ab. Yuki stellt dagegen eine tödliche Falle am Boden auf und lockt ihre ahnungslosen Opfer mit einer Flöte an. Das wichtigste Werkzeug im ganzen Spiel! Die Verkleidungskünstlerin Aiko geht sogar noch subtiler vor: Sie kann Kostüme stehlen und sich so getarnt unter die gegnerischen Reihen mischen. Und wenn's brenzlig wird, zückt sie eine tödliche Haarnadel oder verwirrt Gegner mit ihrem Niespulver.

Hayato, Yuki und Aiko sind die agilsten Charaktere im Team, sie können an Ranken raufklettern, sich mit Wurfhaken an bestimmten Dächern und Vorsprüngen nach oben ziehen und sich auf ahnungslose Feinde stürzen - das macht sie in Missionen mit Gebäuden, Hügeln und Mauerwerk unverzichtbar.
Während unsere getarnte Aiko (rechts) die Wache in ein Gespräch verwickelt, schleicht sich Mugen von hinten lautlos an. Quelle: PC Games Während unsere getarnte Aiko (rechts) die Wache in ein Gespräch verwickelt, schleicht sich Mugen von hinten lautlos an. Von solcher Beweglichkeit kann Takuma nur träumen: Der gut gelaunte Greis ist aufgrund seines Holzbeins weniger mobil als seine Kameraden und kommt dafür weit weniger zum Einsatz. Immerhin besitzt er aber ein Scharfschützen­gewehr, mit dem er - bei freiem Schussfeld - quer über die gesamte Karte feuern kann. Seine knappe Munition ist daher ein kostbares Gut! Nebenbei hatTakuma einen flauschigen Vierbeiner an seiner Seite, der Gegner mit seinem Gewinsel ablenkt.

Der mächtige Samurai Mugen erschlägt bis zu drei Gegner gleichzeitig im Nahkampf. Quelle: PC Games Der mächtige Samurai Mugen erschlägt bis zu drei Gegner gleichzeitig im Nahkampf. Clevere Tricks, für die Mugen allerdings wenig übrig hat: Der stämmige Samurai geht lieber rabiat vor, erschlägt mehrere Gegner gleichzeitig mit seinen Schwertern oder zerquetscht sie mit Felsbrocken. Besonders praktisch: Anschließend kann er zwei besiegte Gegner auf einmal tragen und sie schnell außer Sicht schaffen - etwa indem er die Leichen in einem Gebüsch versteckt, sie in einem Brunnen oder Fluss versenkt oder sie einfach von der nächstbesten Klippe wirft. Hauptsache, wir bleiben unentdeckt! Aus diesem Grund bleibt Nahkampf in Shadow Tactics stets das Mittel der Wahl. Zwar verfügt jede Klasse auch über eine Pistole, doch der Lärm lockt Gegner in weitem Umkreis an. Das macht Fernwaffen nur in Ausnahmefällen empfehlenswert.

Shadow Tactics im Test: Fordernd, nie unfair

Von höheren Ebenen aus können unsere Helden Sprungattacken ausführen, die sofort tödlich sind. Quelle: PC Games Von höheren Ebenen aus können unsere Helden Sprungattacken ausführen, die sofort tödlich sind. Shadow Tactics führt uns im Review durch 13 abwechslungsreiche Einsätze, die meisten davon beschäftigen für ein bis zwei Stunden - je nachdem, wie gut wir uns schlagen. Es gibt drei Schwierigkeitsgrade; der normale ist mit etwas Geduld auch für Gelegenheitstaktiker gut zu schaffen, ganz so hart wie seinerzeit Commandos fällt Shadow Tactics also nicht aus. Doch zum Kinderspiel verkommt die Ninja-Taktik trotzdem nie: Genretypisch genügt ein Fehltritt, nur ein ausgelöster Alarm - und wir haben auf einen Schlag die Gegnermeute am Hals. Da hilft dann oft nur noch Spielstand laden. Deshalb dürfen wir auch jederzeit schnellspeichern - hierfür stehen drei Slots zur Verfügung -, das mildert das Frustpotenzial merklich. Kein Wunder, dass ein Quicksave-Button jederzeit groß am oberen Bildschirmrand eingeblendet ist und wir auf Wunsch sogar regelmäßig ans Speichern erinnert werden!

Genre-Profis, die es wirklich wissen wollen, wählen gleich die höchste Schwierigkeitsstufe. Die sorgt zwar nicht für mehr Feinde auf den Maps, allerdings reagieren Gegner dann deutlich schneller, sobald sie uns erspähen. Umso wichtiger, dass wir in Deckung bleiben! Deshalb dürfen wir wie in Commandos den Sichtkegel eines Gegners als grüne Anzeige einblenden. Dadurch wissen wir genau, wo wir uns sicher bewegen können. Wird ein Feind auf uns aufmerksam, füllt sich sein Sichtkegel rasant gelb, dann bleiben nur Sekundenbruchteile, um in Deckung zu flüchten. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto schneller werden wir entdeckt!
Für jeweils einen Gegner dürfen wir einen grünen Sichtkegel einblenden. Im schraffierten Bereich bleiben unsere Helden unentdeckt, solange sie leise in der Hocke schleichen. Quelle: PC Games Für jeweils einen Gegner dürfen wir den genretypisch grünen Sichtkegel einblenden. Im schraffierten Bereich bleiben unsere Helden unentdeckt, solange sie leise in der Hocke schleichen. Obendrein bietet jede Mission noch eine Reihe von Achievements, etwa Speedruns, Missionen ohne Tötungen abschließen oder bestimmte Charaktere komplett aus der Action raushalten. Wer das schaffen will, braucht Nerven aus Stahl und viel, wirklich viel Geduld. Normalspieler pfeifen drauf, Profis freuen sich dagegen über das Plus an Wiederspielwert.

Shadow Tactics im Test: Spannende Levels

Agile Charaktere wie Hayato nutzen die Vertikale, balancieren über Seile und klettern auf Dächer. Quelle: PC Games Agile Charaktere wie Hayato nutzen die Vertikale, balancieren über Seile und klettern auf Dächer. Das Missionsdesign hinterlässt im Review einen durchdachten Eindruck: Abwechslungsreiche Szenarien, unterschiedliche Einsatzziele und oft mehrere Lösungswege motivieren bis zum knackig-schweren Finale. Wir sind in grafisch hübsch gestalteten Dörfern und Bambuswäldern unterwegs, infiltrieren Militärlager und Festungen, brechen aus Gefängnissen aus und erkunden idyllische Bergklöster. Innenräume wie in Commandos 2 gibt es aber leider nicht; wenn wir Häuser betreten können, dienen sie uns nur als Verstecke vor feindlichen Wachen. Außerdem hat das Spiel nur wenige Gegnertypen zu bieten, die wir im Grunde immer nach den gleichen Mustern bekämpfen. Da schlummert ungenutztes Potenzial!

Dafür punkten die Levels mit schönen Details: Auf einer verregneten Karte erzeugen Schritte durch Pfützen beispielsweise zusätzlichen Lärm und verraten unsere Position. In Schnee-Levels bleiben Fußspuren dagegen kurz sichtbar, was uns zwar zur leichten Beute macht, allerdings können wir die Spuren auch als taktischen Vorteil nutzen und Feinde in Hinterhalte locken! Und in Nachtmissionen profitieren wir von der extrem kurzen Sichtweite der Gegner, müssen uns allerdings höllisch vor Lichtquellen in Acht nehmen, die uns schon von Weitem verraten.

Außerdem können wir gelegentlich die Umgebung ausnutzen: So entdecken wir gleich im ersten Level ein schweres Bündel Holzbretter, das an einem Kran über zwei Wachen schwebt - ein Schuss aus dem Scharfschützengewehr, schon ist das Halteseil kaputt und die Gegner darunter Matsch. Später in der Kampagne haben wir außerdem die Möglichkeit, unsere Einheiten in einem Ochsenkarren zu verstecken, der sie ungesehen hinter die feindlichen Linien transportiert. Praktisch: Damit uns solche Details in der dreh- und zoombaren 3D-Umgebung nicht entgehen, können wir interaktive Levelobjekte und Gegner jederzeit farblich hervorheben. Puristen, die es lieber wie in Commandos mögen, können darauf natürlich verzichten. Doch derartige Komfortfunktionen zeigen, dass Shadow Tactics nicht in der Vergangenheit stecken geblieben ist. Gut so!
Mit einem Steinwurf lenkt Hayato einen Gegner für wenige Sekunden ab – mehr braucht er auch nicht. Quelle: PC Games Mit einem Steinwurf lenkt Hayato einen Gegner für wenige Sekunden ab - mehr braucht er auch nicht.

Shadow Tactics im Test: Angriff aus den Schatten

Jeder Level ist im Grunde eine Abfolge kleiner taktischer Puzzles. Wie gelangen wir ungesehen in das Lager? Wie beseitigen wir die Patrouillen? Wie schalten wir den Scharfschützen auf dem Wachturm aus? Wie kommen wir gefahrlos an Zielpersonen ran, deren Gespräch wir belauschen sollen? Kämpfe sind dazu nicht immer nötig. Oft können wir uns einfach die Sichtkegel der Gegner einprägen und im richtigen Moment ungesehen ans Ziel schleichen. Oder aber wir schalten die Gegner heimlich und leise aus und schaffen sofort die Leichen außer Sichtweite - nach diesem Dominoprinzip verfahren wir, bis das Areal sicher ist.

Das klappt besonders gut, wenn wir die Helden kombinieren. Dazu können wir jederzeit den sogenannten Schattenmodus nutzen, in dem wir eine Aktion pro Charakter vorausplanen. Per Tastendruck werden dann alle gespeicherten Aktionen zeitgleich ausgeführt. Das kann effektiv und befriedigend sein! Ein bisschen nervig dagegen: Der Schattenmodus wird nach jeder abgespeicherten Aktion automatisch beendet, wir müssen ihn also pro Charakter neu aufrufen. Im Test kam es außerdem manchmal vor, dass unsere Einheiten ihr Kommando nur langsam schleichend ausführen, anstatt wie gewünscht auf den Feind zuzurennen. Um Ärger zu vermeiden, gilt also auch beim Schattenmodus: unbedingt vorher abspeichern!

Ebenfalls eine Option: Anstatt Gegner umzubringen, können wir sie auch bewusstlos schlagen und sie so nach und nach von der Karte picken. Spielerische Auswirkungen hat dieser unblutige Weg allerdings nicht, was schade ist - wir hätten es begrüßt, wenn sich unsere Spielweise ab und zu auch auf eine Zwischensequenz, einen Dialog oder eine spätere Mission auswirkt. Doch Shadow Tactics gibt sich in dieser Hinsicht streng linear.

Shadow Tactics im Test: Commandos in Reinkultur

Egal ob man tötet oder betäubt, Vorsicht ist in jedem Fall geboten: Wenn wir Gegner von ihren angestammten Posten beseitigen oder Gesprächspartner weglocken, werden andere KI-Soldaten misstrauisch! Dann kann es schon mal passieren, dass sie das Areal gezielt für ein paar Minuten absuchen und unseren ganzen Plan durcheinanderbringen. Auch aufgeschreckte Zivilisten flitzen manchmal zur nächstbesten Wache und schlagen Alarm. In dem Fall heißt es einfach abwarten, bis sich die Gegner wieder beruhigt haben und zu ihrer alten Routine zurückkehren.

Faustregel: Solange man keinen Lärm macht und die Sichtkegel konsequent meidet, hat man auch nichts zu befürchten. Auf Zeitdruck-Missionen verzichten die Entwickler glücklicherweise, man kann sich also alle Zeit der Welt lassen - selbst wenn gerade eine sehenswerte Schlacht zwischen zwei verfeindeten Armeen um uns herum tobt. Auch sonst gibt sich die KI gelassen: Selbst wenn wir einen Felsbrocken auf einen Feind herabschubsen oder ihn unter ein paar Fässern begraben, kommen seine Kameraden zwar bestürzt angelaufen, haken die Sache dann aber gleich als Betriebsunfall ab und gehen schulterzuckend wieder zurück auf ihre Posten. Die KI lässt sich mit etwas Geduld also problemlos austricksen, eben wie man es vom Genre kennt. Allerdings reagieren die Feinde oft sehr aggressiv, wenn wir in ihrem Sichtfeld jemanden angreifen, Spuren hinterlassen oder aus unserer Deckung hervorkommen. Die KI ist also berechenbar, aber nicht dumm - und das geht für diese Art von Spiel auch völlig in Ordnung.

Shadow Tactics im Test: Grafik, Technik, Steuerung - viel Licht, wenig Schatten

Deluxe Edition: Das steckt drin!

Neben der normalen Verkaufsfassung für 40 Euro erscheint Shadow Tactics auch als vollgepackte Deluxe Edition. Der Preis liegt bei 70 Euro. Sie enthält neben dem Hauptspiel im Steelcase auch ein 120-seitiges Artbook und einen Strategieguide. Dazu gibt’s einen Fächer und Essstäbchen im Shadow Tactics-Design sowie einen Schlüsselanhänger in Form eines Shuriken. Außerdem sind ein großes DIN-A2-­Wendeposter (ca. 42 cm x 59 cm) und eine Stoffkarte von Japan inklusive der Einsatzorte aus dem Spiel enthalten. Abgerundet wird das Paket mit fünf Charakter-Spielkarten, fünf Artwork-Postkarten sowie einer nummerierten Signaturkarte. 

UPDATE : Die Deluxe Edition ist DRM-frei und enthält zusätzlich einen Key für Steam.

Technisch zeigte sich das Spiel im Test angenehm bugfrei, wir hatten mit keinen groben Aussetzern oder Abstürzen zu kämpfen. Allerdings muss man lange Ladezeiten von bis zu einer Minute in Kauf nehmen, wenn man einen Level zum ersten Mal lädt. Dafür gehen Quickloads während der Missionen in wenigen Sekunden über die Bühne - die einmalig lange Ladezeit beim Levelstart ist also zu verschmerzen.

Grafisch gibt sich Shadow Tactics stimmungsvoll, besonders die Levelgestaltung ist Mimimi gut gelungen - auch wenn weder der Detailgrad noch die Texturen und Effekte zur Oberklasse zählen. Im Genre-Vergleich gibt es klar hübschere Spiele! Der Look passt allerdings gut zur ernsten Story und sorgt zudem für die nötige Übersicht in den Missionen - und das ist in einem Taktikspiel allemal wichtiger als visueller Schnickschnack.

Dank einer frei dreh- und zoombaren Kamera verschaffen wir uns schnell den nötigen Überblick. Allerdings sorgt die 3D-Umgebung in bestimmten Situationen mit mehreren Höhenstufen und interaktiven Objekten, die dicht beieinander liegen, auch für Probleme: Besonders wenn die Helden von Dächern springen, Gegner von Klippen werfen oder Leichen vor Türen aufheben sollen, springt der Mauscursor öfter mal selbstständig an eine Stelle, wo wir ihn gar nicht haben wollen. Da das Spiel nicht pausierbar ist, führt das im schlimmsten Fall dazu, dass man entdeckt wird. Ärgerlich!
Die Gamepad-Steuerung wirkt auf den ersten Blick überfrachtet. Nach etwas Eingewöhnung geht sie aber überraschend gut von der Hand. Quelle: PC Games Die Gamepad-Steuerung wirkt auf den ersten Blick überfrachtet. Nach etwas Eingewöhnung geht sie aber überraschend gut von der Hand. Das übrige Interface ist dagegen gut durchdacht, beispielsweise können wir ein Auge-Symbol auf dem Boden platzieren, das uns dann die Sichtlinien aller Gegner in Reichweite anzeigt. Außerdem lassen sich alle Tasten frei belegen, bravo! Sogar Gamepads werden unterstützt - das ist zwar gewöhnungsbedürftig, da es wirklich alle Funktionen inklusive Quicksave und freier Kamerasteuerung auf das Pad geschafft haben. Doch nach einer Weile geht das Taktieren auch damit erstaunlich gut von der Hand. Das lässt für die PS4- und Xbox-One-Versionen hoffen, die erst im nächsten Jahr erscheinen sollen. Und wer Maus und Tastatur lieber gegen ein Gamepad tauscht und etwas Eingewöhnungszeit nicht scheut, kann das Spiel auch bequem vom Sofa aus genießen.



Wir hatten allerdings nie den Eindruck, dass das Gameplay oder die PC-Steuerung zugunsten der Gamepad-Unterstützung vereinfacht wurden, im Gegenteil: Shadow Tactics wurde primär für PCs entwickelt, und das merkt man auch.

Shadow Tactics im Test: Versionen, Demo und Preis

Shadow Tactics ist ab 6. Dezember für PC erhältlich. Der Preis der PC-Fassung liegt bei 40 Euro. Die Boxed-Version mit dem Spiel auf DVD ist DRM-frei. Für rund 70 Euro ist auch eine Deluxe Edition mit allerlei Goodies (Artbook, usw...) verfügbar, die aber keinerlei spielerischen Zusatzinhalte oder Bonus-DLCs enthält. Die Deluxe Edition enthält die DRM-freie Version des Spiels sowie einen Steam-Key. Die digitale Version des Spiels ist u.a. über Steam, Humble Store oder DRM-frei über GOG erhältlich. Wer sich selbst überzeugen will, kann außerdem schon jetzt mit der Demo-Version von Shadow Tactics loslegen.

Die PS4- und Xbox-One-Versionen sind erfreulich günstig, sie kosten nur 38 Euro.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels haben wir geschrieben, dass ie PC-Fassung in jedem Fall über Steam aktiviert werden muss. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Shadow Tactics im Test: Astreine Umsetzung für PS4 (UPDATE!)

PS4-Version: Der Schattenmodus ist auch in der Konsolenfassung unverzichtbar. Quelle: PC Games PS4-Version: Der Schattenmodus ist auch in der Konsolenfassung unverzichtbar. Für die Konsolenumsetzungen von Shadow Tactics hat sich Mimimi Productions fast acht Monate Zeit genommen. Und das hat sich gelohnt! Die PS4-Version überzeugt im Test mit sauberer Technik und guter Spielbarkeit. Im Test lief Shadow Tactics auch auf PS4 durchweg flüssig und zeigte keinerlei Ruckler oder unschöne Aussetzer, grafisch muss man gegenüber der PC-Version keine nennenswerten Abstriche machen. Besonders wichtig: Die Schnellspeicherfunktion wurde sinnvoll auf das Touchpad gelegt und die Ladezeiten beim Quickload fallen mit wenigen Sekunden angenehm kurz aus - man kann also auch auf Konsole nach Herzenslust speichern und laden, ohne dass der Spielfluss darunter leidet. Auch die freie Tastenbelegung verdient ein Lob, auf Konsolen ist das keine Selbstverständlichkeit.

PS4-Version: Die vollgepackte Steuerung erfordert viel Eingewöhnung, ist aber auch sehr gut durchdacht! Quelle: PC Games PS4-Version: Die vollgepackte Steuerung erfordert viel Eingewöhnung, ist aber auch sehr gut durchdacht! Die Gamepad-Steuerung ist sehr gut durchdacht, aufgrund der vielen Optionen allerdings auch ordentlich vollgepackt, viele Tasten sind mehrfach belegt. Die gleichzeitige Kontrolle der Charaktere mit dem linken Analogstick und die Bewegung bzw Drehung der Kamera mit dem rechten Analogstick fällt sehr gewöhnungsbedürftig aus, hier sollte man Zeit und Geduld mitbringen. Im direkten Vergleich spielt sich die PC-Version daher deutlich intuitiver. Trotzdem kann man Shadow Tactics mit etwas Eingewöhnung auch prima vom Sofa aus spielen, weshalb sich die PS4-Version auch die gleiche Wertung verdient hat. Saubere Arbeit!

Shadow Tactics: Blades of the Shogun erscheint auch für Xbox One, die Version lag uns zum Test allerdings nicht vor. Beide Konsolenversionen kosten nur 38 Euro.

Shadow Tactics im Test: Wertung und Fazit

Meinung

Wertung zu Shadow Tactics: Blades of the Shogun (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Shadow Tactics: Blades of the Shogun (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Gutes Level- und MissionsdesignFünf interessante HeldenOft mehrere Lösungswege möglichZuverlässige KI und WegfindungOrdentliche Story für ein TaktikspielGute englische SprecherAuf Wunsch japanische SprecherStimmungsvolle MusikuntermalungFrei von Fantasy-KitschFairer Umfang mit 18 bis 20 Stunden für Normalspieler (vorsichtige Spieler brauchen locker 22 Stunden und mehr!)Freie TastenbelegungExtra schwere Achievements sorgen für etwas Wiederspielwert (für Profis)Auch per Gamepad gut spielbar, wenn auch sehr gewöhnungsbedürftigKlasse PS4-Umsetzung mit kurzen Ladezeiten und guter PerformaceFairer Preis: 38 Euro für die PS4- und Xbox-One-Versionen
Keine deutsche SprachausgabeKeine InnenlevelsSchmucklose ZwischensequenzenYukis Kommentare nerven auf DauerCursor reagiert ab und zu ungenau (z. B. beim Entsorgen von Gegnern oder beim Springen)Schwierigkeitsgrad steigt in der letzten Mission sprunghaft anKein Koop-Modus

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