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  • Serious Sam 2

    Wenn Duke Nukem nicht mag, schickt Take 2 eben einen anderen Ballerhelden in den Kampf: Serious Sam säubert eine Hochglanz-Spielwelt von angriffslustigen Gegnerhorden -- ein Fun-Shooter, der teilweise in Arbeit ausartet.

    »Wenn Du denkst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo noch ?ne Gegnerwelle her«. Dieser Satz fasst zusammen, worauf Sie sich im Ego-Shooter Serious Sam 2 einstellen müssen. Sie steuern den Abzugsfinger des Helden Sam Stone und erzeugen im Laufe des Spiels einen höheren Bodycount als Max Payne, Gordon Freeman und Duke Nukem zusammen. Entwickler Croteam präsentiert das Gemetzel mit bombastischer Grafik und in abwechslungsreichen Levels. Es gibt sogar eine Story: Um das Universum von Bösewicht Mental zu befreien, muss Sam fünf Teile eines Medaillons beschaffen. Diese Geschichte erzählen regelmäßige Zwischensequenzen, bei denen man schnell merkt, dass sich die Entwickler selbst nicht so ernst nehmen. Stattdessen ist Serious Sam 2 durch und durch auf Fun-Shooter getrimmt. Allerdings rutscht das Spiel auf seinem Weg über den schmalen Grat zwischen Spaß und Frust an einigen Stellen zur falschen Seite hin aus.

    Einfach draufhalten

    Wegen der Gegnermassen lautet das Überlebensrezept in Serious Sam 2: Immer schön in Bewegung bleiben und schießen! Wer stehen bleibt, wird gerammt, erschossen, gesprengt oder anderweitig überrumpelt. Im Vergleich zu anderen Shootern erfordert das Spiel kaum »Skill«. Die Gegnermassen sind oft so dicht und die Waffen so wirkungsvoll, dass Sie einfach grob in Richtung Gegner ballern -- irgendwas treffen Sie schon. Ab und zu gibt es Situationen, in denen Sie bestimmte Feindtypen wie explodierende Clowns oder kopflose Kamikaze-Flitzer bevorzugt ausschalten, aber meist ist ein Gegner so gut wie der nächste.

    Erst wenn sich die Reihen der Angreifer lichten, müssen Sie einzelne Gegner anvisieren -- WENN sich die Reihen lichten. Denn mitunter haben es die Entwickler einfach mit der Masse übertrieben. In jedem dieser Mega-Gefechte kommt der Moment, in dem Sie sich denken: »Okay, das reicht jetzt, kurze Pause bitte!« Oft haben Sie dann aber gerade mal die Hälfte geschafft und es ist schwierig, die Konzentration bei der Masse an Gegnern und eigenen Bewegungen aufrecht zu halten. Dann weicht der gerade noch da gewesene Ballerspaß schnell dem Frust. Weniger wäre an einigen Stellen einfach mehr gewesen, weil das Spielen dann zu sehr in Arbeit ausartet, und das ist bei einem Fun-Shooter natürlich ungünstig. Im Koop-Multiplayer-Modus fällt das Problem allerdings weitaus weniger ins Gewicht, weil man sich der Gegnerhorden mit vereinten Kräften leichter und schneller entledigt -- obwohl sich die Monstermenge der Zahl der teilnehmenden Spieler automatisch anpasst.

    Denken statt Ballern? Aber nicht viel, bitte!

    Vom Ballern abgesehen gibt's über die Spielmechanik an sich wenig zu sagen. Ab und zu gibt es kleinere Rätsel, die aber meistens gerade mal die Komplexität eines zweiteiligen Puzzles erreichen. Das schwierigste, das wir gefunden haben: Einen Geheimraum, dessen Boden aus Buchstaben-Feldern besteht. Auf der anderen Seite gibt's ein Extra-Leben für Spieler, die es dorthin schaffen. Doch oh weh! An den Wänden warten mit Stacheln besetzte Platten, die jeden in der Mitte zermatschen, der auf die falschen Platten steigt. Mal abgesehen davon, dass gleich beim ersten Blick zu erkennen ist, dass die Buchstaben S-E-R-I-O-U-S offensichtlich den richtigen Weg markieren, ist diese Aufgabe sowohl aus Film (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug) als auch PC-Spielen (Baldur's Gate 2) bekannt.

    An einigen anderen Stellen können Sie mit geschickten Hüpfeinlagen Bonusgegenstände einheimsen. Mitunter machen Sie sich dafür das Physiksystem von Serious Sam 2 zunutze. Das erlaubt nämlich, Gegenstände aufzunehmen und an anderer Stelle abzusetzen. So bauen Sie beispielsweise Treppen aus Kisten, um ansonsten unerreichbare Höhen zu erklimmen. Es lohnt sich also, nicht sofort alle Objekte zu zerstören, sondern vorher die Umgebung zu inspizieren.

    Groß und bunt

    Grafisch spielt Serious Sam 2 ganz klar in der ersten Liga. Die Umgebungen, Gegner und Effekte sehen fantastisch aus. Beeindruckt hat uns dabei, wie problemlos die Engine die riesigen Außenlevels darstellt und wie flüssig das Spiel trotz hoher Auflösungen und maximaler Details läuft. Die Umgebungen wechseln ständig: Mal ballern Sie sich durch tropische Gefilde, mal durch eine düstere Lava-Welt. Am besten hat uns der Riesenlevel gefallen, in dem Sam scheinbar auf die Größe einer Maus geschrumpft ist und sich seinen Weg durch Flaschen, Zigarettenkippen und Kothaufen bahnt.

    Allerdings müssen sich die Entwickler den Vorwurf gefallen lassen, aus der Engine teilweise zu wenig gemacht zu haben. Die Levelarchitektur beschränkt sich weitgehend auf sehr große, offene Areale, damit die Gegner auch schön von allen Seiten kommen können. Diese Gebiete sehen zwar spitze aus und sind oft mit vielen hübschen Objekten ausgeschmückt. Aber uns haben die engeren Levels, etwa die Städte und die Kanalisation, etwas besser gefallen -- vielleicht auch, weil sie spielerisch abwechslungsreicher sind. Wer die Levels auch abseits der offensichtlichen Wege erkundet, findet oft Geheimnisse, etwa ein pimperndes Eingeborenenpaar im Busch oder einen versteckten Schatz. Das gibt nicht nur Zusatzpunkte, sondern sorgt oft auch für Heiterkeit.

    Bombiger Papagei

    Sams Arbeitswerkzeuge sind eher konservativ gewählt. Die Grundausstattung Handkreissäge, Energie-Pistole und die beiden Revolver verwenden Sie eigentlich nur, wenn Sie noch keine durchschlagskräftigeren Instrumente besitzen. Es sein denn, Sie wollen Kisten, Vasen, Skulpturen und ähnliche Objekte zerlegen und Munition sparen -- dann ist die Kreissäge optimal. Warum Sie das Zeug überhaupt kaputt machen sollten? Weil es effektvoll auseinander fliegt und sich oft Bonusobjekte darin verbergen, darum!

    Interessant werden die Waffen erst ab der Kategorie Schrotflinte. Die gibt's in den Varianten halbautomatisch und doppelläufig, wobei letztere die meisten Standardgegner mit einem Volltreffer erledigt. Außerdem zählen die üblichen Verdächtigen Minigun, Uzi-Paar, Raketenwerfer und Plasma-Gun zum Arsenal, das Serious Sam in seinen Hosentaschen spazieren trägt. Außergewöhnlich und witzig ist zum einen die Kanone, deren Kugeln alles platt walzen und anschließend explodieren. Zum anderen verdient der zielsuchende Bomben-Papagei eine lobende Erwähnung, der sich vor allem gegen fliegende Feinde wie Hubschrauber bewährt hat. Sekundäre Feuermodi wie in den Unreal-Titeln gibt's übrigens keine: Die rechte Maustaste bleibt Handgranaten vorbehalten, lediglich beim Scharfschützengewehr fungiert sie als Zoom.

    Yuppie-Zombies und fliegende Hexen

    Wie im Vorgänger bekommen Sie es in Serious Sam 2 mit zahlreichen abgedrehten Gegnern zu tun -- mit der Betonung auf zahlreich. In den ersten Levels strömen sie Ihnen zunächst nur von vorne entgegen, quasi zum Warmspielen. Später kommen die Widersacher nicht nur aus allen Richtungen, sondern oft auch aus der Luft. Die fliegenden Feinde, insbesondere die Hexen mit ihren Zickzack-Bewegungen, zählen dabei zu den nervigsten Gegnern. Die meisten Widersacher greifen entweder aus der Distanz oder im Nahkampf an. Große mechanische Nashörner rennen beispielsweise mit Vollgas auf Sie zu, um Sie zu rammen. Wenn Sie im richtigen Moment einen Schritt zur Seite gehen, laufen die Rhinos ins Leere und sind leichte Beute. Gefährlicher sind da schon die explodierenden Clowns, die zielsicher auf den Helden zusteuern und bei Kontakt detonieren. Zum Glück reicht bereits ein Treffer mit der Schrotflinte, um die grell geschminkten Spaßmacher in Einzelteile zu zerlegen.

    Anderes Gesocks wie die Yuppie-Zombies oder die teuflischen Dämonen bevorzugt den Fernkampf und ballert mit Schrotflinten, Lasergewehren und anderen Schießeisen auf den Helden. Einige Übeltäter wie Kung-Fu-Meister oder mechanische Spinnen wechseln je nach Entfernung zu Sam zwischen Nah- und Distanzangriff. Viel mehr hat das Kanonenfutter aber nicht drauf, die Masse macht's. Oft spawnen sie einfach spontan an von den Programmierern festgelegten Punkten, die nicht als solche zu erkennen sind -- es lebe die Skript-Technologie, die Croteam ausgiebig verwendet. Wir haben sogar erlebt, dass aus einem Raum mit der Grundfläche von circa 20 Quadratmetern mehr als 50 Gegner strömten -- absurd witzig.

    Fiese Bossgegner

    Am Ende jedes Kapitels bekommen Sie es mit einem besonders heftigen Endgegner zu tun. Die erfordern jeweils eine spezielle Vorgehensweise. Als erstes steht ein King-Kong-Verschnitt auf der Abschussliste. Allerdings kümmern sich computergesteuerte NPCs um den Riesenaffen und machen ihm mit Katapulten den Garaus -- Sie beschützten die befreundeten Kämpfer vor den anrückenden Schlägertruppen des mutierten Primaten. Auch den anderen Bossen widmen Sie sich nicht unbedingt direkt. Die Riesenwespe Zumzum heilt sich beispielsweise an Blumen, also sollten Sie diese zuerst zerstören und sich dann erst als Chitin-Panzerknacker versuchen. Prinz Chan, ein überdimensionierter Fettklops mit der Stimme eines heiseren Kastraten, reagiert allergisch auf das Dröhnen des Tempelgongs. Also besteht der Trick darin, dem Wabbelmann auszuweichen und immer wieder mit dem Raketenwerfer auf den Gong zu ballern.

    Wie Sie die anderen Bosse schaffen, verraten wir an dieser Stelle nicht -- das müssen Sie schon selbst herausfinden. Natürlich verfügen alle Endgegner über besonders starke Angriffe, während nebenbei auch noch normale Feinde mitmischen. Am besten speichern Sie gleich zu Beginn eines solchen Kampfes, um in einem ersten Versuch die Taktik des Gegners zu beobachten und sich mit der Position der Power-Ups, Munitions- und Medipacks vertraut zu machen.

    Georg Valtin

  • Serious Sam 2
    Serious Sam 2
    Publisher
    Take-Two Interactive
    Developer
    Croteam
    Release
    14.10.2005

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Serious Sam 2
Serious Sam 2
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http://www.gamesaktuell.de/Serious-Sam-2-Spiel-32389/Tests/Serious-Sam-2-715539/
01.10.2005
http://www.gamesaktuell.de/screenshots/medium/2006/07/t_serioussam2_01_10eps.jpg
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