Review: Sega Rally
Aufwändig in Szene gesetzte Boliden fräsen mit ihren grob profilierten Rally-Reifen filigrane Spuren in den matschigen Untergrund.
Manchmal kommen sie wieder. Und manchmal schließen sich Widersprüche aus. Aber nicht immer. Ein gutes Beispiel dafür ist Sega Rally. Genau: Der Automaten-Klassiker und kultige Arcade-Racer, der aus den Spielhallen der Welt nicht wegzudenken ist. Nach dem kometenhaften Aufstieg Mitte der 90er Jahre folgte auch eine Umsetzung für den PC. Das war bevor Codemasters Colin McRae-Reihe den Markt dominierte und Sega Rally hierzulande (fast) in der Versenkung verschwand.
Dreckige Wiederkehr
Unter der Egide von Ex-Colin McRae-Programmiererikone Guy Wilday stellte das Sega Racing Studio nun endlich die von den Fans sehnsüchtig erwartete Neuauflage fertig. Vorneweg sei gesagt, dass es sich bei Sega Rally um einen waschechten Arcade-Racer handelt. Ganz im Sinne des Urvaters. Dennoch haben sich die Entwickler für die Rückkehr auf die Videospielbühne ein richtig dreckiges Feature einfallen lassen. Die Zauberworte lauten: Deformierbares Terrain. Durch die Simulation verschiedener, verformbarer Streckenbeläge fährt sich tatsächlich jede Runde unterschiedlich. Das liegt in erster Linie an den Linien, welche das aus sechs Teilnehmern bestehende Fahrerfeld nach angenehm kurzen Ladezeiten auf die Strecke malt. Obwohl, eigentlich trifft es malen nicht so ganz. Auskratzen, reinritzen und wegschleifen passen besser. Wasser in der Rille
Schließlich handelt es sich nicht um harmlose Striche auf den Oberflächentexturen, es sind richtige Spurrillen. Und diese Rillen gleichen mitunter sogar kleinen Kanälen. Nämlich dann, wenn wir mit unserem Subaru Impreza WRX schneidig durch eine Pfütze rasen und sich die in den Matsch gefahrenen Spuren mit H²O füllen. Das wirkt nicht nur von der Grafik her beeindruckend realistisch, sondern hat auch spielerische Auswirkungen: Jede Bodenwelle wirkt sich spürbar auf das Fahrverhalten aus. Die Straßenlage der Renner wird speziell bei Querfugen stark beeinträchtigt, dann rütteln und springen die Karren wie ein bockige Gäule. Noch dazu verändert sich die Oberfläche mitunter im Laufe eines Rennens - also abgesehen von den tückischen Spurrillen. Auf schlammigen Abschnitten bildet sich so im Rennverlauf festerer Matsch, Schnee taut weg und legt so eine spiegelglatte Eisschicht frei. Solche Wandelungen des Streckenprofils sind auch im Rennen von Bedeutung. So ist es für die eigene Geschwindigkeit von Vorteil, Wasserlöcher zu meiden und stattdessen auf festem Untergrund zu bleiben.
Verwandte Artikel
Neu
-
Neu
-
Ich habe auch nur 16 Strecken entdeckt und das finde ich ziemlich wenig.
Es spielt sich ähnlich wie Ridge Racer, vor allem wegen der unsichtbaren Wände.
Wenns geht lieber mal Probefahrt, bevor man es kauft.