Wie der Phönix aus der Asche steigen Hund und Hase aus der Versenkung: Sam & Max betreten wieder den Bildschirm und zeigen, wie gute Adventures aussehen müssen.
Blinder Holländer: Tom Coronel hat den Bremspunkt zur Rettifilo-Schikane verpasst und demonstriert die Fähigkeiten des Race-Schadensmodells.
Es ist das klassische Happy End einer Odyssee. Nachdem Lucas Arts den lang ersehnten Nachfolger bereits eingestellt hatte, nachdem Fans Petitionen aufsetzten, nachdem tausende von Beiträgen in hunderten von Foren geschrieben waren -- nach all diesem Tumult war plötzlich alles so einfach: Steve Purcell bekam die Rechte am verrücktesten Adventure-Duo aller Zeiten zurück und gab sie in die Hände von Telltale Games (CSI: Mord in 3 Dimensionen). Jetzt feiern Hund Sam und Hase Max ihr Comeback, häppchenweise im Episodenformat.
Verrückte B-Promis
Die erste Staffel soll sechs Episoden umfassen, in der ersten sorgt der abgehalfterte TV-Star Brady Culture für Unruhe. Der will nämlich die ganze Welt einer Gehirnwäsche unterziehen, um so zu spätem Ruhm zu gelangen. Seine ersten Opfer sind die Hauptdarsteller der TV-Serie »Soda Poppers«, die Brady in seinem Heim für gescheiterte Kinderstars umgepolt hat. Jetzt verteilen die drei Seriendarsteller kostenlos Gehirnwäsche-Videos an arglose Bürger, bannen Brady mit Graffitis überall an die Wände oder sperren Psychiater in Wandschränke, um sich am Unterbewusstsein der Kundschaft zu vergreifen. Bloß gut, dass Sam und Max gleich um die Ecke wohnen.
Eine leichte Aufgabe
In Culture Shock wird nicht etwa nur gerätselt und geblödelt. In dieser Actioneinlage verfolgen wir einen der Soda Poppers, der uns mit Kisten bewirft. Gesteuert wird wie im gesamten Spiel mit der Maus.
In den knapp vier Stunden Spielzeit -- Genre-Einsteiger sind etwas länger beschäftigt -- legen wir den drei Soda Poppers das Handwerk. Wie es sich für Sam und Max gehört, nicht immer auf die feine englische Art. Da wird mit Tränengas geschossen oder mit Boxhandschuhen kräftig zugelangt. Im Gegensatz zu Ankh: Herz des Osiris geht’s dabei extrem übersichtlich zu. Wir haben immer nur eine Handvoll Gegenstände im Inventar, außerdem gibt es gerade einmal sechs Schauplätze. Langwierige Suchereien entfallen also. Außerdem sind interaktive Objekte klar vom Hintergrund zu unterscheiden.
Die Rätsel sind abgedreht und erinnern an den Vorgänger Hit The Road von 1993. Gleich zu Beginn von Culture Shock benötigen wir etwa Schweizer Käse (siehe Video auf DVD), Sam und Max haben aber nur Milchprodukte ohne Löcher daheim. Kein Problem -- mit seiner Schusswaffe macht Sam kurzerhand jeden Molkereifachangestellten überflüssig.
